Wintersport

An den Ötzliften am Rabenkopf: Endlich grünes Licht für den Kinder-Lift

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Der Skibetrieb an den Ötzliften ist gesichert – zumindest was die technische Seite angeht. Der TÜV hat jetzt die Kinderseilbahn am Rabenkopf abgenommen.
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Pünktlich zum ersten Schneefall hat es geklappt: Am Dienstag hat der TÜV die Kinderseilbahn am Rabenkopf abgenommen. Dem Saisonstart an den Ötzliften steht – zumindest technisch – nichts mehr entgegen.

Kochel am See – Pünktlich zum ersten Schneefall hat es geklappt: Am Dienstag hat der TÜV die Kinderseilbahn am Rabenkopf abgenommen. Dem Saisonstart an den Ötzliften steht – zumindest technisch – nichts mehr entgegen. „Wir hoffen, dass wir nun endlich wieder fahren können, denn unsere finanziellen Reserven sind ziemlich aufgebraucht“, sagt Michael Krinner.

Der technische Betriebsleiter hätte niemals gedacht, dass sich die Wiedereröffnung des dritten Lifts so lange hinauszögert. „Es war ein fürchterliches Gschieß.“ Wie berichtet hatte die Seilbahnaufsicht der Regierung von Oberbayern den Betrieb bereits im Winter 2016 untersagt. Der TÜV hatte laut Krinner angeprangert, dass die Pläne des Schaltschranks nicht mehr auf dem aktuellen Stand und der Stromfluss deshalb nicht mehr nachvollziehbar sei. Die Pläne stammten noch aus dem Jahr 1969, in dem der Kinderlift fertiggestellt worden war. Seither wurde aus Sicherheitsgründen immer wieder nachgerüstet, aber die Pläne eben nicht aktualisiert. Diese Ungenauigkeit geht laut Krinner auf eine Geretsrieder Firma zurück, die die Anlage bis 1999 betrieb und dann der heutigen Betreibergesellschaft für eine symbolische D-Mark übereignete.

Zunächst erschien all dies wie eine Kleinigkeit. Die Betreiber übertrugen den Auftrag an den Hauselektriker, der einen Schaltplan zeichnete. „Dann hat sich aber rausgestellt, dass unser Hauselektriker nicht unterschreiben kann, was der TÜV fordert.“

Also schaltete sich die Kochler Firma Dorst ein. „Die haben sich ziemlich reingehängt“, sagt Krinner. Doch auch dieser Anlauf scheiterte. Der Grund: Dorst konnte ein gefordertes Zertifikat nicht nachweisen. „Danach ging es hin und her“, sagt Krinner. Schließlich gab die Regierung von Oberbayern den Tipp, dass in Reichersbeuern ein Lift-Experte mit dem geforderten Zertifikat wohnt: „Das hätten sie uns auch früher sagen können. Da der Reichersbeurer Experte in ganz Europa unterwegs ist, „dauerte es ewig“, bis er einen Termin frei hatte. Doch nun ist alles erledigt – wenn auch ein Jahr später als erwartet.

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All dies sei für die vierköpfige Betreibergesellschaft eine „finanzielle Herausforderung“ gewesen, gibt Krinner zu. Er freute sich über Unterstützung von mehreren Seiten. Rund 3000 Euro kamen aus den Erlösen des Kochler Adventsmarkts und der beiden Kindersachenbasare in Schlehdorf zusammen. Krinner: „Das hat uns gutgetan, weil wir nicht so tief in die eigene Tasche greifen mussten.“ Dass er sich für den Betrieb des Lifts engagiert, bezeichnet er als Idealismus: „Meine Kollegen wollten die Ötzlifte nicht abreißen, weil sie dort selbst das Skifahren gelernt haben und ihre Kinder auch.“ An guten Tagen kämen bis zu 300 Gäste, teilweise sogar aus München.

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Wie lange die Skilifte bestehen bleiben, darüber will Krinner keine Prognosen abgeben: „Das kommt auf die Witterung an. Wir können nur hoffen, dass der Klimawandel nicht so schlimm ausfällt.“ Damit die Anlage eingeschaltet werden kann, müssten 15 bis 20 Zentimeter Schnee fallen. Vier Mal seit 1999 war dies nicht der Fall, die Saison musste komplett ausfallen.

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Klar ist nur, dass jetzt erst mal wieder Friede herrscht, erst 2020 steht der nächste TÜV-Termin an. Kommt der Wintereinbruch, sind auch die beiden Schlepper, der untere 800 Meter, der obere 500 Meter lang, betriebsbereit. Und so ist Krinner optimistisch: „Wenn sie laufen, werden die drei Lifte gut angenommen. Bis jetzt hat der Betrieb funktioniert.“

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