Teil der Strecke gesperrt

Sicherheitsbedenken: Kürzerer Rodelspaß am Blomberg

+
Steil, kurvenreich und ohne Absturzsicherung: Der obere Teil der Rodelbahn am Blomberg bleibt in diesem Winter gesperrt. Blombergbahn-Chef Hannes Zintel hofft, dass für den Umbau der Bahn eine Lösung gefunden wird.
  • schließen

Am Blomberg wird in diesem Winter der obere Teil der Rodelbahn gesperrt. Unfälle in den vergangenen Jahren und ungeklärte Haftungsfragen haben den Blombergbeirat zu diesem Schritt veranlasst.

Wackersberg/Bad Tölz – Die Rodelstrecke zwischen Blomberghaus und Mittelstation ist steil und hat einige haarige Kurven. Als „dunkelschwarz“ bezeichnet die Tölzer Kurdirektorin Brita Hohenreiter den Schwierigkeitsgrad in diesem Abschnitt. Immer wieder hatten sich in den vergangenen Jahren Unfälle ereignet. „Nach den letzten beiden haben wir gesagt, wir müssen das Thema angehen“, sagt Hohenreiter – vor allem auch, um Haftungsfragen zu klären und Rechtssicherheit für den Betreiber, die Blombergbahn, zu bekommen.

Lesen Sie auch: Blomberg: Uneinsichtige Wanderer ignorieren Wegsperrung

Wünschenswert wäre eine Zertifizierung der Rodelbahn, sagt Hohenreiter. So könnte man dokumentieren, dass alle aktuellen Sicherheitsstandards erfüllt sind. Genau das ist im Moment aber eben nicht der Fall. Und das zu ändern, ist am Blomberg kompliziert und kurzfristig nicht zu schaffen. Deshalb hat der Beirat – er besteht aus der Stadt, den Gemeinden Wackersberg und Heilbrunn sowie dem Bergbahnbetreiber – jetzt beschlossen, den oberen Teil der Rodelbahn zu sperren. Schlittenfahren ist nur noch im sehr viel einfacheren Bereich zwischen Mittelstation und Tal erlaubt. Die entsprechende Beschilderung wird demnächst aufgestellt. „Wir wollen eine sichere Bahn anbieten“, sagt Hohenreiter.

„Schwarze Strecken werden generell nicht zertifiziert“

Warum aber ist das Ganze so kompliziert? „Schwarze Strecken werden generell nicht zertifiziert“, erklärt die Kurdirektorin. Das sei maximal bis zum Schwierigkeitsgrad rot möglich. „Jetzt ist die Frage, wie bekomme ich die Bahn dahin, dass sie zertifiziert werden kann?“ Einfach ausgedrückt heißt das, Kurven müssten entschärft, steile Stücke flacher werden. „Das geht wohl nur, wenn man die Bahn verlegt, und da stellt sich die Frage, ist das technisch möglich und geht das, ohne den Berg zu zerstören?“, sagt Hohenreiter. Dazu kommen Sicherungsmaßnahmen an der Strecke wie abgepolsterte Banden und Absturzsicherungen.

Lesen Sie auch: Rodelbahn verlängert: Blitzschnell in den Kreisel

Das alles – wenn es überhaupt möglich ist – wird viel Geld kosten. „Wir sehen uns nicht in der Lage, das alleine zu stemmen“, sagt Hannes Zintel, Chef der Blombergbahn. Sie ist Pächter der Rodelbahn, Eigentümer ist die Stadt Bad Tölz. „Wir sind aber vor allem Eigentümer eines Wanderwegs, der auch als Rodelbahn genutzt werden darf“, sagt Hohenreiter. Dennoch habe die Stadt natürlich Interesse daran, eine Lösung zu finden. Diese müsse sich mit Blick auf die Kosten allerdings auch noch irgendwie rechnen.

Blomberghaus rechnet mit Umsatzeinbußen

Laut der Kurdirektorin gab es bereits Gespräche und Ortstermine mit Sachverständigen. Im Laufe des kommenden Jahres soll ein Konzept erstellt werden und möglichst bis zum Winter 2019/20 umgesetzt sein. Das zumindest ist der Wunsch aller Beteiligten. In Hohenreiters Stimme schwingt eine gewisse Skepsis mit. Zu viele Unwägbarkeiten gibt es. „Es wäre durchaus auch denkbar“, sagt sie, „dass Rodeln dauerhaft nur ab der Mittelstation möglich sein wird.“

Das hofft Hannes Zintel nicht. „Die Wettbewerbsfähigkeit einer Rodelbahn steigt mit deren Länge“, sagt der Blombergbahn-Chef. Sein Unternehmen hat viel investiert, um den Umstieg vom eher mau angenommenen Ski- zum Rodelberg zu schaffen. „Wir haben allein einen sechsstelligen Betrag in den Umbau der Beschneiung gesteckt“, sagt Zintel. „Wir würden uns sehr wünschen, dass man eine Lösung findet.“ Ein Konzept habe man bereits vorgelegt.

Auf eine Lösung hofft auch Martin Ginhart vom Blomberghaus. Schon jetzt sei die Wintersaison in dem Berggasthof eher schwierig. Durch die Sperrung des oberen Teils der Rodelbahn, „rechnen wir mit 20 bis 30 Prozent an Einbußen“, sagt Ginhart. Irgendwann müsse man sich fragen, ob es nicht besser wäre, das Gasthaus über den Winter komplett zuzusperren. Dann aber finde man kein Personal mehr, sagt Ginhart. „Für uns wäre es absolut wichtig, dass die Rodelbahn bis oben geht.“

Kommentare