Stadt Bad Tölz rüstet touristisch auf

Schönheits-OP für Tölzer Taubenloch-Park

+
Kein Stadtbad, aber der Zugang zur Isar ist möglich: Eine Skizze vom umgestalteten Taubenloch. 2020, so ist der Plan, soll der kleine Park umgebaut werden.

Das Taubenloch ist eine Ruheoase in der Stadt, die gerne unterschätzt wird. Das soll sich ändern. Der kleine Park soll 2020 umgestaltet werden und Besuchern den Zugang zur Isar ermöglichen.

Bad Tölz – Vor acht Jahren diskutierte man schon einmal übers Taubenloch. Sogar ein Biergarten wurde getestet. Der Wirt war zufrieden, die Nachbarn und der Naturschutz nicht. Das Thema wurde schließlich ins wichtige „Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept“ (ISEK) aufgenommen. Das ISEK ist Voraussetzung für staatliche Zuschüsse bei der Städtebauförderung.

Lesen Sie auch: Lenggrieser Reifenstecher: Das Urteil ist gefallen

Die erste Idee: Sitzstufen zur Isar hinunter, wie es sie zum Beispiel in Meran gibt. Da spielten allerdings die Fachbehörden der Wasserwirtschaft und am Landratsamt nicht mit. In der jüngsten Bauausschuss-Sitzung stellte der designierte Stadtbaumeister Florian Ernst das neue Konzept vor. Eine Jury, in der auch Landschaftsarchitekten saßen, hatte aus vier Entwürfen den des Münchner Büros „Keller Damm Kollegen“ ausgesucht. Das kennzeichnende Merkmal der Sieger-Arbeit besteht nach den Wortenvon Ernst in der Beseitigung der Buchenhecke und der Öffnung zur Isar hin. Und zwar nicht in Stufen, sondern fließend und möglichst natürlich. Auch bei der Materialwahl orientiert man sich am hiesigen Gesteinsvorkommen. Der Spielplatz soll statt Zaun mit Hecke eingegrünt werden und ein neues Erscheinungsbild erhalten. Zwischen Uferpromenade und Kolbergarten-Hang wird ein Bereich „Rasen Sport“ geschaffen. Das neue Taubenloch, so glaubt Ernst, wird „hohe Aufenthaltsqualität und Wiederkennungswert“ besitzen.

Lesen Sie auch:  Ordinariat: „Kein Seelsorgezentrum, und Missionare der Heiligen Familie wollen nicht mehr nach Reutberg kommen“

Bauamtsleiter Christian Fürstberger ergänzte, dass die Planung mit Wasserwirtschaftsamt und Naturschutz abgestimmt sei. Ist die Strömung ein Problem, wollte Michael Lindmair (FWG) wissen. Nein, antwortete Fürstberger. Im Uferbereich ist es ungefährlich. Wichtig sein Hinweis, dass das kein Stadtbad werden soll, zumal sich dort auch ein Äschenbrutbereich befinde. „Bestechend“ nannte der Bauamtsleiter die Möglichkeit, mit dem Rollstuhl bis an die Isar fahren zu können.

Lesen Sie auch: Kochler Tagungsbetrieb: Guter Dinge am Aspenstein

„Eine geniale Lösung“ befand Zweiter Bürgermeister Andreas Wiedemann (FWG) und freute sich über die Auflockerung des bisher recht abgesperrt wirkenden Taubenlochs. Kleine Bedenken gab es auch: Andrea Grundhuber (Grüne) befürchtete, dass ein eingegrünter Kinderspielplatz noch mehr als WC benützt wird. Die Idee einer eigenen WC-Anlage (Ludwig Bauer, CSU) ist laut Fürstberger eine Kostenfrage. 150 Meter weiter am Isarkai sei eine große Toilettenanlage.

Warum tut man das Kneippbecken nicht auch ins Taubenloch, wollte Camilla Plöckl wissen. Weil es, so Fürstberger, im Kurpark an die Tölzer Gesundheitseinrichtungen angebunden ist.

Und was wird die Schönheits-OP fürs Taubenloch kosten? Rund 800 000 Euro, schätzt Kämmerer Hermann Forster. Die Städtebauförderung könnte sich mit 50 bis 60 Prozent beteiligen.

Von Christoph Schnitzer

Kommentare