VonAlois Ostlerschließen
So kurios kann es gehen: Inmitten der noch ungewissen Phase über die Zukunft des Tagungshotels auf Schloss Aspenstein musste sich der Kochler Gemeinderat jetzt mit der Immobilie befassen.
Kochel am See – In der Jahresschlusssitzung am vergangenen Dienstag ging es um einen Antrag der Georg-von-Vollmar-Akademie auf Nutzungsänderung des bestehenden Gebäudes.
Das habe nichts mit der derzeit drohenden Schließung zu tun, sagte Bürgermeister Thomas Holz. Der vorliegende Antrag für ein Seminarzentrum mit Schulungsräumen, Beherbergungsräumen und Gaststätte sei viel mehr darauf zurückzuführen, dass bei einer sogenannten brandschutztechnischen Ertüchtigung im Jahr 2016 festgestellt worden sei, dass es keine Antragsunterlage für die derzeitige Nutzung gebe. „Wir haben es da mit einem etwas diffizilen Antrag zu tun“, so Holz. Das Schloss werde ja bereits seit 1948 als Tagungshotel genutzt. Und erst jetzt erfolge die offizielle Genehmigung.
So hat der Gemeinderat also am Dienstag dieser formellen Nutzungsänderung zugestimmt und auch den brandschutztechnischen Verbesserungen. Der zugehörige Plan weist nun nach, welche Verwendung für welches Zimmer vorgesehen ist, und mit wie vielen Personen die jeweiligen Räume belegt werden können. Das Gremium war – wie nicht anders zu erwarten – mit der Nutzungsänderung und auch der brandschutztechnischen Verbesserung einverstanden.
Weit interessanter war eine Bemerkung des Bürgermeisters am Rand dieses Tagesordnungspunkts. Thomas Holz berichtete von einem langen Telefonat mit der Akademievorsitzenden Carmen König-Rothemund. Sie habe dabei angekündigt, den Seminarbetrieb am Aspenstein noch ein halbes Jahr in der jetzigen Form weiterzuführen. Zwischenzeitlich zeichnet sich laut Holz eine mögliche Weiternutzung ab. Auf Details wollte der Rathauschef nicht eingehen. Er sei aber guter Dinge, dass es einen Lichtblick für den Aspenstein gebe. „Ich habe der Vorsitzenden die volle Unterstützung der Gemeinde zugesichert“, sagte Holz.
Die SPD-nahe Vollmar-Akademie hatte am 8. November erklärt, das Tagungshotel zu schließen. Als Grund nannte Carmen König-Rothemund die um insgesamt 450 000 Euro gesunkenen Zuschüsse von Bund und Land, ohne die der Betrieb nicht möglich sei. Die Einbußen sind nach ihren Angaben auf die schlechten Ergebnisse der SPD bei Landtagswahl und Bundestagswahl zurückzuführen.
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Schloss Aspenstein gehört dem eingetragenen Verein Georg-von-Vollmar-Akademie, der die Immobilie 1951 von der SPD erworben hat. Das Tagungshotel hatte zuletzt jährlich rund 4000 Gäste und 10 000 Übernachtungen.
