VonElke Robertschließen
„Die Colmarer Straße behält Raser-Titel“ – was für die vergangenen beiden Jahre galt, hat sich für 2018 offensichtlich manifestiert.
Schongau – An zwölf Messstellen bauen die Mitarbeiter des Zweckverbandes Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland jedes Jahr ihre Radargeräte auf, der letzte Platz von 2017 – die Schönlinder Straße – wurde für den Messzeitraum 2018 zugunsten einer zweiten Messstelle an der Lechuferstraße aufgegeben.
Die größte Geschwindigkeitsüberschreitung wurde an der Colmarer Straße gemessen: Ein Autofahrer war dort bis zu 40 Stundenkilometer zu schnell. Und neun Mal wurden Überschreitungen mit bis zu 25 Stundenkilometer erfasst, immerhin acht Mal wurde bis zu 20 km/h zu schnell gefahren. Bis zu 30 km/h zu schnell waren die beiden schnellsten Raser in der Benefizium- und an der Lechuferstraße.
Colmarer Straße bleibt die Nummer eins
Das sind natürlich nur die Spitzen. Bei insgesamt 48 Messungen wurden 1014 Verstöße festgestellt. Der Mittelwert der sogenannten Beanstandungsquote liegt bei 11,21 Prozent und damit so hoch wie im Vorjahr. Insgesamt bleibt die Colmarer Straße jedoch die Nummer eins unter den Straßen, in denen zu schnell gefahren wird. Sieben Mal wurde dort übers Jahr verteilt gemessen, von 732 Fahrzeugen waren 154 Fahrer zu schnell, insgesamt ergibt das eine Beanstandungsquote von 21,56 Prozent. Nicht viel besser sieht es in der Lechuferstraße aus (20 Prozent) und der Benefiziumstraße (14,52 Prozent). In der Säulingstraße waren 2018 doppelt so viele Raser unterwegs als im Jahr zuvor, dafür fahren die Autofahrer etwa in der Zugspitzstraße deutlich angepasster.
Am meisten Raser in der Benefiziumstraße
Insgesamt wurden in der Benefiziumstraße am meisten Raser ertappt, nämlich 281. Allerdings wurden die meisten nur wegen geringer Geschwindigkeitsüberschreitung geblitzt – 177 waren lediglich bis zu zehn Stundenkilometer zu schnell. 246 Fahrer registrierte die Radarfalle in der Wilhelm-Köhler-Straße – auch dort fuhren die meisten Autofahrer, nämlich 173, nur etwas zu schnell, wobei immer noch 50 Fahrer bis zu 15 Stundenkilometer zu schnell waren.
Was aber insgesamt auffällt: Der Zweckverband hat 2018 deutlich weniger Fahrzeuge kontrolliert. 2016 waren es noch 24 317, ein Jahr später nur noch 19 601 und bis Ende 2018 dann nur noch 11446 Fahrzeuge. Im Vergleich zum Vorjahr wurden somit rund 7000 Fahrzeuge weniger erfasst und gemessen. Dies habe unterschiedliche Gründe gehabt, so Meike Petro, bei der Stadt Schongau für Öffentlichkeitsarbeit zuständig. „Eine Reduzierung ist jedoch keineswegs geplant.“ In der Regel erfolgten rund 54 Messungen pro Jahr. Der niedrige Wert für 2018 ergebe sich durch weniger Messungen auf der Marktoberdorfer wie auch auf der Peitinger Straße.
Stadt hat bisher keine Konsequenzen gezogen
Welche Konsequenzen zieht man nun aber bei der Stadt Schongau aus den Ergebnissen, vor allem auch, um die dauerhaften Raser-Brennpunkte, etwa die Colmarer Straße, zu entschärfen? Konkrete Aussagen hierüber gab es auf Anfrage der Schongauer Nachrichten nicht. „Um die Geschwindigkeiten in der Colmarer Straße dauerhaft zu reduzieren, ist in naher Zukunft ein Ortstermin geplant, um zu prüfen, ob evtl. bauliche Maßnahmen hierfür in Betracht kommen“, so die Auskunft Petros.
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