Feierlichkeiten von St. Sebald in Dettenhausen

So stimmungsvoll feierten die Eglinger Trachtler ihren 50. Geburtstag

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Was für eine Kulisse: Mit einem Festgottesdienst an der Marienkapelle in Dettenhausen feierte der Eglinger Trachtenverein St. Sebald am Pfingstsonntag sein 50-jähriges Jubiläum.
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Mit einem Festwochenende in Dettenhausen beging der Trachtenverein St. Sebald sein 50-jähriges Bestehen. Pfarrer Manfred Wurzer fand in seiner Predigt wieder einmal klare Worte.

Egling Der liebe Gott hatte es gut gemeint. Er schickte bestes Wetter für den Festgottesdienst an der Marienkapelle in Dettenhausen. Und für die richtige Einstimmung zur Feier des 50-jährigen Gründungsjubiläums des Trachtenvereins St. Sebald sorgte Pfarrer Manfred Wurzer mit einer Predigt, „bei der man eigentlich hätte klatschen müssen“, wie ein Festbesucher meinte.

Der Pfarrer verheimlichte im Hinblick auf die Aktion „Rettet die Bienen“ nicht, was er davon hält, dass „die Städter, die ihre Orte zubetonieren, darüber entscheiden, was hier auf dem Land zu passieren hat und den Bauern erklären, was sie zu tun haben“. Als nächstes möchte man den Trachtlern das Leben vorschreiben. „Ihnen verbietet man das Tragen von Messern, das seit jeher zur Tracht gehört, weil die Männer damit früher Wurst und Käse geschnitten haben. Aber den Clans im Ruhrgebiet darf man die Waffen nicht verbieten, weil es zu deren Kultur gehört“, so der Pfarrer.

In Anlehnung an eine berühmte Weisheit der Cree-Indianer („Erst wenn der letzte Baum gerodet….“) äußerte Wurzer die Befürchtung: „Erst wenn der letzte Trachtler gestorben ist, werdet Ihr merken, dass man ohne Tradition nicht leben kann.“

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Danach ging es zum Feiern ins Festzelt. Die Mitglieder von St. Sebald standen Spalier für die teilnehmenden Trachtenvereine der Großgemeinde Egling, die nach einander ihre reservierten Tische besetzten – die Schloßbergler Harmating, die Dürnstoana Deining, die Veiglbergler Neufahrn und D‘ Wendelstoana Thanning. Die Degerndorfer Blasmusik unterhielt die Gäste, die sich mit Schweinebraten aus dem Smoker mit Semmelknödel und Speckkrautsalat sowie Kalbstafelspitz mit Rosmarinkartoffeln, Schnittlauchquark und Pfannengemüse die hungrigen Mägen füllten. Auf der Bühne tanzten und plattelten die Jugend- und Kindergruppen der Vereine.

Vorstand Peter Fischhaber hob in seiner Ansprache hervor, dass die Zeit im Verein in den letzten 50 Jahren „nicht wie im Flug vergangen, sondern von tatkräftigen Leuten mit viel Leben erfüllt“ worden sei. Er betonte, das hier „nicht ein abstrakter Verein Jubiläum hat, sondern wir alle“, die Mitglieder, die in den 50 Jahren des Bestehens bei vielen Gelegenheiten „gelacht und gefeiert, getrauert und geweint haben. Wir sind ein lebendiger Verein und können stolz auf uns sein“, schloss Fischhaber. „Mensch seid’s Ihr jung“, stellte Josef Ponholzer fest. „Genießt es, dass bei Euch noch welche da sind, die von Anfang an dabei sind“, sagte der Gauvorstand im Loisachtaler Gauverband und empfahl: „Nutzt Eure Jugendlichkeit schamlos aus.“

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Bürgermeister und Schirmherr Hubert Oberhauser freute sich, dass Pfarrer Wurzer in seiner Predigt „dem einen oder anderen aus dem Herzen gesprochen hat, dass die Trachtler erhaltungswürdig sind“. Das Gemeindeoberhaupt erinnerte in seiner kurzen Ansprache an Pfarrer Franz Bierprigl, „ohne den es diesen Verein nicht geben tät“. Der leider noch vor der ersten Jahresversammlung verstorbene Vereinsgründer sei nicht nur ein Menschenfreund, sondern auch ein Freund der Tracht gewesen. „Er hat immer gesagt: A Tracht macht schöne Leit noch schöner.“ Der Blick ins Festzelt am Sonntag hätte Bierprigl gefallen.

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