Zehn Tage Kunst, Kultur und Kabarett

So war die Eröffnung des Geretsrieder Kulturherbstes

+
Stimmungsvoll: das Kulturzelt und die Stände in der Abenddämmerung.
  • schließen

Mit einer Vernissage ist am Donnerstag der zehntägige Geretsrieder Kulturherbst eröffnet worden. Neu in diesem Jahr: ein Mini-Tollwood vor dem Kulturzelt.

Geretsried – Aus dem großen Zelt tönen Gitarrenriffs und Gesang. Davor sind in einem Oval Stände aufgebaut. Kunsthandwerker bieten Schmuck, Handtaschen, Glückwunschkarten und Keramik an. An den Gastroständen duftet es verführerisch, Feuertonnen und Windlichte sorgen für Atmosphäre: Der Geretsrieder Kulturherbst hat seine Pforten geöffnet.

Bevor Bürgermeister Michael Müller am Donnerstagabend das „Mini-Tollwood“ auf dem Festivalgelände an der Jahnstraße eröffnete, fand in der „Villa Bunterkunst“ in der Stadtbücherei eine Vernissage statt. Andrea Weber vom Kulturverein Isar-Loisach (KIL) führte in das Thema der Ausstellung – die Aquarellmalerei – ein und stellte die Künstler vor.

Lesen Sie auch: Ein Gespräch mit Helmut Schleich über Geretsried, Politik und Kabarett

Die Aquarellmalerei gehöre zu den schwierigsten Techniken, sagte die stellvertretende Vorsitzende. Erst wird gezeichnet, dann koloriert. Da es keine Farbe Weiß gibt, sei die hohe Kunst des Weglassens gefragt. Da müsse jeder Strich sitzen. Zu sehen sind in der Bücherei überwiegend Landschaften, Blumen und Stillleben – gemalt von Renate Poller und Beate Bastigkeit aus Wolfratshausen, Otto-Ernst Holthaus aus Grünwald (auch bekannt als Seniorchef des Isar-Kaufhauses) sowie Christa Ocker, Carla Fischer und Wolfgang Prechtl aus Geretsried.

Endlich geht’s los: Andrea Weber vom Kulturverein Isar-Loisach (3. v. re.) und Bürgermeister Michael Müller (2. v. re.) eröffneten den Kulturherbst in der Bücherei.

Letzterer hat eine besondere Vorliebe: Prechtl malt seit über 30 Jahren, und zwar am liebsten Gebäude. Der 86-Jährige war früher als Konstrukteur tätig. Seine Bilder sind erstmals in der Öffentlichkeit zu sehen – und darauf ist er schon ein bisschen stolz, ebenso wie seine Enkeltochter. „Ich freue mich, dass Opas Bilder jetzt hier hängen“, sagte die 22-jährige Leonie Lindner.

Laut Bürgermeister Müller habe man sich bewusst dafür entschieden, den Kulturherbst mit einer Vernissage mit lokalen Künstlern beginnen zu lassen. Insgesamt sei es ein tolles Programm geworden: „Qualität, Niveau und Anspruch auf allen Ebenen, das ist unser Ziel.“ Verbunden sei das mit einem großen Aufwand, sagte Müller, der sich bei allen Beteiligten, insbesondere bei Festivalleiter Günter Wagner und seinem Team sowie dem Kulturverein Isar-Loisach für ihr Engagement bedankte. „Der Kulturherbst lebt nur dann, wenn er auch angenommen wird“, appellierte der Rathauschef an die Geretsrieder, die Veranstaltungen auch zu besuchen.

Auch interessant: Kunst, Kabarett und Wortspielereien: Das bietet der Kulturherbst Geretsried

Was in den nächsten Tagen alles geboten ist, davon gab es am Donnerstag einen Vorgeschmack. Die Kunsthandwerker hatten auf dem Festivalgelände ihre Buden geöffnet, die Geretsrieder Vereine sorgten für die Verköstigung. Auf der Bühne im Zelt traten lokale Bands auf. Wer wollte, konnte einen neugierigen Blick hinter die Kulissen werfen und auf ansonsten für die Künstler und die Crew vorbehaltenem „Entspannungssofa“ Platz nehmen.

Die beiden Hauptorganisatoren Günter Wagner und Ingrid Hammerschmied sind froh, dass die Zeit der Vorbereitung jetzt vorbei ist und es endlich losgeht. „Die Anspannung fällt ab“, sagt Hammerschmied. „Es ist schon eine Menge Arbeit“, ergänzt Wagner. „Aber ich bin sehr glücklich und zuversichtlich, dass viele Leute kommen.“

nej

Lesen Sie auch: Gulasch, Gyros und Puszta-Burger: Kulturherbst-Gastro wird abwechslungsreich

Kommentare