Als großer weißer Fleck um Holzkirchen und Miesbach: So stellen sich die Gemeinden im Nord-Landkreis ihre Zukunft nicht vor. Doch so sieht sie aus auf der Karte zum Entwurf des neuen Regionalplans fürs Oberland. Die Sorge ist groß: „Wir wollen nicht in unserer Entwicklung eingeschränkt werden“, sagt der Bürgermeister.
Valley – Der Entwurf des Regionalplans hatte auch in Weyarn die Angst geweckt, abgehängt zu werden. Die Gemeinde suchte den Schulterschluss mit Valley, auch Warngau und Irschenberg wollen dabei sein. Deren Gemeinderäte befassen sich in der kommenden Woche mit dem Thema.
„Wir wissen nicht genau, welche Vor- und Nachteile wir hätten“, erklärte Bürgermeister Andreas Hallmannsecker (FWG) im Valleyer Gemeinderat, „aber wir wollen nicht in unserer Entwicklung eingeschränkt werden.“ Der Regionalplan Oberland, der die Ziele aus dem Landesentwicklungsplan (LEP) für die Landkreise Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen, Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen konkretisiert, soll die Entwicklung steuern, Zersiedelung verhindern und „teilräumliche Defizite abbauen“. Im Landkreis Miesbach bedeutet das aus Sicht der Planer offenbar, dass zwölf Kommunen – vor allem die in der Süd-Hälfte – eine Funktion als Versorgungszentrum zugesprochen wird, auch – oder gerade – dem abgelegenen Bayrischzell (Grundzentrum) oder Kreuth als Teil des Mittelzentrumsverbunds Tegernseer Tal. Nur die vier ländlich geprägten Nord-Gemeinden und Otterfing sind außen vor. Zumal Otterfing, Valley und Weyarn bislang an einer sogenannten Entwicklungsachse entlang der Staatsstraße lagen; diese Form ist allerdings ganz weggefallen. Und das weckt Sorgen und Argwohn im weißen Fleck.
Hallmannsecker erinnerte an die Stellungnahmen zu neuem Bauland oder Gewerbegebieten - wie jüngst dem Zuzug einer Firma im Gewerbegebiet bei Oberlaindern - von übergeordneten Stellen, die abwägen, ob Projekte den Zielen der Landes- oder Regionalplanung entgegenstehen. „Nicht dass es dann heißt: Dieses Gewerbe könnt ihr nicht ansiedeln, das gibt’s ja schon im Mittelzentrum.“ Der Gemeinderat sah das genauso. Einstimmig beschloss das Gremium, gegen den Regionalplanentwurf Widerspruch einzulegen und ein gemeinsames Grundzentrum im Verbund mit Warngau, Weyarn und Irschenberg zu beantragen.
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Valley legt durchaus auch Argumente in die Waagschale – abgesehen vom Gewicht von insgesamt 14 000 Einwohnern der vier Gemeinden. Denn auch wenn die Regionalplaner Warngau und Valley dem Dunstkreis des Mittelzentrums Holzkirchen zuordnen und Irschenberg und Weyarn zum Mittelzentrumsverbund Miesbach-Hausham – Gemeinsamkeiten und Verbindungen des Quartetts gibt es auf ganz natürliche Weise, führt Valley in seinem Antrag aus: Den Mittelschulverband und die pastorale Verbindung mit Warngau und Weyarn, ein gemeinsames Inspektionsgebiet von Polizei und Feuerwehr mit Warngau, den neuen Weyarner Edeka, den auch die Valleyer besuchen, und die gemeinsamen Verkehrsachsen mit den Weyarnern, die in Darching in die BOB einsteigen, und den Valleyern, die in Weyarn auf die A 8 auffahren.
„Wenn Bayrischzell und Fischbachau Grundzentren sind, müssten wir da doch gute Chancen haben“, fand Bernhard Schäfer (FWG). Claudia Zimmer (Valleyer Liste) regte an, auch darzustellen, dass es die Gemeinden im Quartett waren, die bisher die befürchtete Zersiedelung vermieden hätten: „Wir sollten darlegen, dass wir das im Verbund sichern wollen.“
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Katrin Hager