VonChristiane Mühlbauerschließen
3003 Wahlberechtigte sind am Sonntag, 14. Juli, aufgerufen, den neuen Benediktbeurer Bürgermeister zu wählen. Ihre Stimme können sie von 8 bis 18 Uhr in den Wahllokalen in der Gäste-Info und im Pfarrsaal abgeben.
Benediktbeuern – An diesem Sonntag entscheidet sich, wer neuer Bürgermeister in Benediktbeuern wird: In die Stichwahl gehen Hanns-Frank Seller (CSU) und Toni Ortlieb von der Benediktbeurer Bürgervereinigung. Beide sind Mitglied des Gemeinderats. Rudi Mühlhans (Freie Bürgerliste Miteinander) war im ersten Wahlgang am 30. Juni ausgeschieden. Der Wahlkampf in den vergangenen Wochen war von Sachthemen geprägt. Vor der finalen Entscheidung am Sonntag hat der Tölzer Kurier nochmals mit Hanns-Frank Seller und Toni Ortlieb gesprochen – und ihnen jeweils die gleichen Fragen gestellt.
Hanns-Frank Seller: Ein bisschen angespannt bin ich schon, denn es ist halt schon nochmals eine Herausforderung. Wir haben neue Flyer und am vergangenen Freitag wieder einen Info-Stand gemacht und werden dies auch an diesem Samstag tun. Hoffentlich spült uns der Regen nicht weg. Ich bin froh, wenn am Sonntag die Wahl entschieden wird, denn irgendwie ist man ja doch ständig im Ausnahmezustand. Als amtierender Bürgermeister habe ich ja auch noch andere Aufgaben zu bewerkstelligen. Ich bin froh, wenn wieder Ruhe einkehrt.
Toni Ortlieb: Mir geht’s gut. Angespannt bin ich nicht, aber gespannt natürlich schon. Ich habe in den vergangenen Tagen noch persönlich Bürger besucht und viele gute Gespräche geführt. Mein Team hat zudem noch neue Flyer verteilt. Außerdem haben wir für die Homepage ein neues Video erstellt. Die Resonanz ist gut. Ich denke, die Benediktbeurer Bürgervereinigung ist für Sonntag gut aufgestellt. Unser Team funktioniert sehr gut. Dafür bin ich dankbar.
Toni Ortlieb: Auf den Plakaten und auf den Flyern weisen wir auf die Stichwahl am Sonntag hin, zudem setze ich auf Gespräche. Wir posten es auch auf Instagram und auf Facebook.
Hanns-Frank Seller: Wir haben nochmal einen neuen Flyer gemacht, in dem wir auf die Stichwahl hinweisen, und natürlich sage ich es auch im direkten Gespräch: Bitte geht zur Wahl und zeigt, dass es nicht egal ist, wer in Benediktbeuern Bürgermeister wird.
Hanns-Frank Seller: Das sind die Sachen, die wir im Gemeinderat schon besprochen haben: Straßenbau, vor allem Oberjägerweg und Alexander-Thalhuber-Straße, ebenso die Asamstraße voranbringen. Zusammen mit dem Straßenbauamt sollte man auch nochmals über eine Querungshilfe über die Straße am Edeka-Markt sprechen. Auch bei der Ortsgestaltungssatzung soll es vorangehen. Wichtig sind auch die Einarbeitung eines neuen Geschäftsführers und die Überarbeitung der Homepage. Sie soll einheitlicher und bürgerfreundlicher werden.
Toni Ortlieb: Ich möchte als erstes mit den Mitarbeitern in der Verwaltung und den kommunalen Einrichtungen sowie mit Bichls Bürgermeister Benedikt Pössenbacher, der ja derzeit die Geschäfte der Verwaltungsgemeinschaft führt, Kontakt aufnehmen und über laufende Projekte sprechen. Zudem wird es natürlich Gespräche zur Amtsübergabe geben, und in der VG stehen ja auch Personalwechsel bevor. Auf ein gutes Miteinander lege ich großen Wert. Aus den Gesprächen werden sich dann Prioritäten ergeben. Wichtig ist mir auch, das Einheimischenmodell am Feuerwehrhaus auf die Zielgerade zu bringen, damit wir den Bewerbern bald mitteilen können, wie es weitergeht. Außerdem sind in der Meichelbeckstraße Sofortmaßnahmen zur Verkehrssicherheit zu prüfen und zu treffen. Im Bereich der Dorferneuerung sollen die Entwicklung von Asam-, Dorf- und Alexander-Thalhuber-Straße vorangebracht werden. Da sollten wir mit dem Planer eine Zeitschiene festlegen.
Toni Ortlieb: Mir ist Bürgerbeteiligung hier sehr wichtig. Generell sollte überlegt werden, ob man die Dorfstraße zusammen mit der Asamstraße verkehrstechnisch entwickelt. Das ist zu prüfen und ergebnisoffen zu bewerten. Die Dorfstraße ist, zusammen mit der Bahnhofstraße, die historische Hauptverkehrsachse zwischen Kloster und Oberdorf. Es muss gewährleistet sein, dass der Verkehr fließen kann. Zudem sollten sich Eltern mit Kinderwagen und Senioren in diesem Bereich gut und ohne Barrieren bewegen können. Die Dorfstraße ist quasi das Schaufenster von Benediktbeuern. Ich denke da auch an eine ansprechende Straßenbelagsgestaltung. Auch die Geräuschkulisse und natürlich die Finanzierbarkeit des Ganzen muss man im Blick haben. Es ist wichtig, dass die Anwohner mitreden. Die Gesamtbürgerschaft muss aber auch Rücksicht auf die Leute nehmen, die dort an der Straße leben. Der Dorfplatz sollte seinem Namen wieder gerecht werden und als Dorfmitte erkennbar sein. Der Platz ist eine Begegnungsstätte für alle Bürger. Ein verkehrsberuhigter Bereich, auch in Teilen, wäre sinnvoll. Ich denke, hier kann man auch optisch in Absprache mit der Pfarrei entsprechend etwas verändern. Eine Aufwertung der Fläche käme auch dem Gasthof Post entgegen.
Hanns-Frank Seller: Über die Dorfstraße und den Dorfplatz hat das Vorstandsteam der Dorferneuerung ja schon einiges besprochen. Am Dorfplatz sind noch Grundstücksfragen zu klären. Die Dorfstraße ist eine der wichtigsten Verkehrsadern im Dorf. Man muss schauen, wie man eine Lösung praktikabel gestaltet. Auch die Anwohner müssen mitreden. Die Dorfstraße ist ein Aushängeschild von Benediktbeuern und soll ihren Charakter nicht verlieren.
Hanns-Frank Seller: „Benediktbeuern ist weiterhin ein weltoffenes Dorf mit einer vielfältigen Zukunft“
Toni Ortlieb: „Benediktbeuern zieht wieder an einem Strang“
Weitere Berichte des Tölzer Kurier aus dem Wahlkampf:
Toni Ortlieb: Vom Brauhaus über Museum bis Begegnungsstätte: Was kann aus der Alten Apotheke werden?
Hanns-Frank Seller: Viele Herausforderungen fürs Klosterdorf
Die Wahl ist notwendig, weil Bürgermeister Hans Kiefersauer heuer im März überraschend gestorben ist.
Rathaus am Freitag länger geöffnet:
Bis Mittwochmittag hatten in der Gemeinde schon 885 Briefwähler ihre Stimme abgegeben, berichtet Verwaltungsmitarbeiterin Inge Ambrugger. Wer auch noch Briefwahlunterlagen beantragen möchte, kann dies online auf www.benediktbeuern.de/wahlen. Die Briefwahl kann noch bis Freitag, 12. Juli, um 15 Uhr online oder im Rathaus zu den üblichen Öffnungszeiten (am Freitag zusätzlich bis 15 Uhr) beantragt werden, teilt Ambrugger mit: „Der QR-Code auf der Wahlbenachrichtigungskarte zur ersten Wahl am 30. Juni funktioniert leider nicht mehr für die Stichwahl.“ Briefwähler müssen ihre Unterlagen bis spätestens Sonntag um 18 Uhr im Rathaus abgeben.


