Wahlkampf in Benediktbeuern mit Hanns-Frank Seller (CSU)

Viele Herausforderungen fürs Klosterdorf

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Diskutierte mit Gästen beim Frühschoppen über lokale Politik: Hanns-Frank Seller (2. v. li.) mit (v. li.) Werner Weindl (Bürgermeister in Lenggries/CSU), Franz Pany (Direktor der Kirchlichen Stiftung „Katholische Bildungsstätten für Sozialberufe in Bayern“) und Stefan Jocher (Bürgermeister in Schlehdorf/Wählergruppe Loisach).
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Am 30. Juni wählt Benediktbeuern einen Nachfolger für den verstorbenen Bürgermeister Hans Kiefersauer. Die drei Kandidaten luden zu Wahlkampfveranstaltungen ein, die inhaltlich unterschiedlicher Natur waren.

Benediktbeuern – Nun traf sich Hanns-Frank Seller zum CSU-Frühschoppen mit den Bürgermeistern Werner Weindl (Lenggries) und Stefan Jocher (Schlehdorf) sowie Franz Pany, der sich für die Hochschule in Benediktbeuern einsetzt. Rund 30 Zuhörer waren zu der Veranstaltung, umrahmt von der Blaskapelle, in den Gasthof Herzogstand gekommen.

Im Dialog sprach Seller verschiedene Themen an, etwa Wohnungsbaupolitik. Die Gemeinde sollte hier „einen Einfluss darauf haben, wer zu uns kommt“. Als „verlockend“ bezeichnete Seller das Vorgehen in Lenggries, gemeindeeigene Grundstücke mit Erbpacht-Verträgen auf den Markt zu bringen.

Hier in voller Länge im Video: Die Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl in Benediktbeuern

Längere Zeit ging es auch ums Kloster und dessen Einrichtungen. Schlehdorf sei „ein abschreckendes Beispiel“, sagte Seller. Die Salesianer müssten in Benediktbeuern bleiben, ihre Arbeit sei für die Region sehr wichtig. Allerdings sieht Seller auch die Ordensgemeinschaft in der Pflicht, den Kontakt mit der Gemeinde zu suchen.

Das „abschreckende Beispiel“ und die Aktivitäten der Wohnungsbaugenossenschaft (Wogeno) in Schlehdorf wollte Stefan Jocher jedoch nicht stehen lassen: „Hier geht es auch um die Sicherung der Realschule“, sagte er. Jedes Kloster sei heute mit der Herausforderung konfrontiert, dass die Zahl der Ordensmitglieder sinke. In so einer Situation seien „alle gefordert, eine Lösung zu finden“, so Jocher in Bezug auf die Immobiliensituation.

Den Plänen, in Benediktbeuern ein neues Studentenwohnheim zu schaffen, steht Seller aufgeschlossen gegenüber. Angedacht ist ein Neubau auf dem jetzigen Gelände.

In punkto Gewerbegebiet und der gescheiterten Erweiterung am Lainbach räumte Seller ein, dass man damals die Bürger zu wenig beteiligt hätte. Doch was jetzt? Er sei ratlos, sagte der Kandidat offen. Weindl und Jocher diskutierten dann über interkommunale Gewerbegebiete – da werde „der Zug hingehen“.

Diskutiert wurde auch über Verkehrspolitik, die Preise im öffentlichen Nahverkehr, Artenschutz und die Dorferneuerung. Letztere sei „zu einem zentralen Thema in Benediktbeuern geworden“, sagte Seller. Zudem betonte er die Bedeutung der Vereine. Zum Schluss meldete sich noch Feuerwehrkommandant Daniel Sliva zu Wort. Es sei festzustellen, dass bei Einsätzen tagsüber vor allem die Älteren aktiv seien, weil viele Jüngere nicht mehr im Dorf arbeiteten. Auch das sei eine der Herausforderungen, die auf die Gemeinde zukommen, sagte Seller, der als Kreisbrandmeister bei der Feuerwehr aktiv ist.  

Bürgermeister-Neuwahl in Benediktbeuern am 30. Juni:

Das sind die Kandidaten: Hanns-Frank Seller (CSU), Toni Ortlieb (Bürgervereinigung) und Rudi Mühlhans (Freie Bürgerliste Miteinander)

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