Weilheim

Klare Abfuhr für umstrittenen Antrag zu Millionenprojekt am Marienplatz

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Dringend sanierungsbedürftig ist das Alte Rathaus am Weilheimer Marienplatz, das seit 1966 Stadtmuseum ist.
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Die Stadt Weilheim hofft auf Spenden von Bürgern für die dringend nötige Sanierung des Stadtmuseums, wird aber nicht extra eine Stiftung dafür gründen. Ein neuerlicher Antrag von Stadtratsmitglied Ullrich Klinkicht wurde am Mittwoch einmütig abgelehnt.

Weilheim – In der jüngsten Stadtratssitzung hatte ein Antrag von Ullrich Klinkicht (WM Miteinander) zu einer höchst emotionalen Debatte geführt. Seine Forderung, eine Bürgerstiftung fürs Stadtmuseum zu gründen, sei „ein Schaufensterantrag“, rügten Kollegen, Klinkicht wolle nur „mal wieder eine Schlagzeile haben“: Nachdem es auch inhaltliche Vorbehalte gab, zog der Gescholtene seinen Antrag zurück, kündigte jedoch einen neuen zur nächsten Hauptausschuss-Sitzung an. Die fand nun am Mittwoch statt, und in ihr herrschte ein gänzlich anderer Ton. Mehrere Kollegen dankten Klinkicht nun für seinen Anstoß. Der habe dafür gesorgt, „dass wir uns in diesen Gremien wieder mal eingehend mit dieser Thematik befassen mussten“, lobte etwa Hubert Schwaiger (BfW). Dennoch wurde der Antrag abgelehnt – einstimmig.

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Stadträte sehen zu viel bürokratischen Aufwand für Stiftung

Klinkicht hatte nun die Gründung einer Verbrauchsstiftung für das Stadtmuseum beantragt, „um die derzeit laufenden Planungen und eine hoffentlich in absehbarer Zukunft beginnende Sanierung des Museums durch die Einwerbung privater Finanzmittel zu unterstützen“. Dafür solle die Stadt einmalig 50.000 Euro als Stiftungskapital einbringen. Doch eine solche Stiftung sei „nur eine andere Form eines Fördervereins“, wie er ja schon bestehe, sagte Bürgermeister Markus Loth (BfW) im Ausschuss. Er sehe „keinen Vorteil daran, so ein Konstrukt zu machen“, und kenne auch „keine Verbrauchsstiftung in der Nähe“.

Die Gründung einer Stiftung sei mit „nicht unerheblichen Kosten“ und viel bürokratischem Aufwand verbunden, hieß es quer durch die Fraktionen. „Ich hätte das Ganze lustig gefunden, wenn jemand 100.000 Euro mitbringt und sagte, er möchte eine Stiftung gründen“, sagte Karl-Heinz Grehl (Grüne). Doch eine Gründung seitens der Stadt sei „überflüssig“. Gleichwohl solle man die Bürger bitten, die Museumssanierung via Förderverein zu unterstützen. Spenden dafür seien auch steuerlich absetzbar, unterstrich Loth.

„Kräfte bündeln“ für die Museumssanierung und den Förderverein

Wer für das Museum „etwas stiften oder spenden will“, könne es auf diese Weise bereits tun, ergänzte Klaus Gast (CSU); es werde seitens des Fördervereins gewiss auch „Aktionen zur Weihnachtszeit“ geben. In diese Richtung gelte es „die Kräfte zu bündeln“. „Forcieren wir unsere Kraft auf den Förderverein und die Sanierung des Museums“, meinte auch Tillman Wahlefeld (BfW).

„Vorschlag zur Güte“ aus Reihen der Grünen

Wenn der Aufwand nicht zu groß sei, solle man die Gründung einer Verbrauchsstiftung als zusätzliche Möglichkeit durchaus verfolgen, so Roland Bosch (ÖDP). Doch statt die Organisation durch die Stadt zu fordern, müsse der Antragsteller „stärker in die Verantwortung gehen und die Führungsrolle übernehmen“. Klinkicht selbst – der dem Hauptausschuss nicht angehört – verfolgte zwar die Sitzung, bat aber nicht um Rederecht. Gegenüber unserer Zeitung betonte er hinterher, dass die Stiftung bei der Regierung von Oberbayern kostenfrei errichtet werden könne und es auch eine Mustersatzung des Innenministeriums gebe. „Das verschlingt also nicht Unsummen.“

Brigitte Gronau (Grüne) hatte als „Vorschlag zur Güte“ angeregt, dass die Stadt dem Förderverein „eine kleine Summe“ zur Verfügung stelle, um etwa für Patenschaften werben zu können. Das könne man „gerne aufgreifen“, antwortete Loth, „aber nicht in diesem Zusammenhang“.

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