In der Lichtenau

Fast 35 Hektar: Stadt Weilheim macht Tempo für riesigen Solarpark

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Nach Willen der Stadt sollen die Solarmodule so hoch aufgeständert werden, dass darunter Landwirtschaft möglich ist (so genannte Agri-PV).
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Die Stadt will möglichst schnell die Bauleitplanung für einen riesigen Solarpark im Westen von Weilheim auf den Weg bringen. Fast 35 Hektar groß soll die Anlage in der Lichtenau werden.

Weilheim – Dieses Vorhaben übertrifft alles, was bisher an Photovoltaik-Anlagen im Landkreis steht oder geplant ist: Auf 34,4 Hektar Grünland in der Weilheimer Lichtenau, zwischen Reichenbergstraße und Sudetenstraße, will die Schwabsoiener Volllast GmbH eine PV-Anlage mit einer Leistung von fast 35.000 Kilowatt-Peak errichten. Strom für rund 11.000 Haushalte könnte damit erzeugt werden.

Fraktionen sehen das Vorhaben positiv: Netz-Einspeisepunkt „kurz vor Raisting“

Nach einer ersten Planvorstellung im Juni hatte der Bauausschuss des Weilheimer Stadtrates die Sache zunächst zur Diskussion in den Fraktionen zurückgestellt. Die stehen wohl überwiegend positiv zu dem Vorhaben, hieß es nun in der jüngsten Sitzung. Und jetzt solle möglichst rasch die Bauleitplanung für das Projekt beginnen, also die notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes sowie Aufstellung eines Bebauungsplanes eingeleitet werden. Es gehe um „die dringend notwendige lokale Stromerzeugung und Klimaneutralität“, schrieb das Stadtbauamt dazu in den Unterlagen. Bereits am kommenden Donnerstag, 28. September, stehen die „Solarfelder Lichtenau“ auf der Tagesordnung des Stadtrates.

Der Investor habe zwischenzeitlich eine Bestätigung des Stromnetzbetreibers vorgelegt, dass „kurz vor Raisting“ ein Netz-Einspeisepunkt für die Gesamtanlage möglich sei. Die Leitung dazu müsse der Betreiber auf eigene Kosten erstellen, erklärte Manfred Stork, der Leiter der städtischen Bauverwaltung, im Bauausschuss. Und bestehende Bedenken des Wasser- und Bodenverbandes Lichtenau bezüglich der Entwässerung der Flächen seien „technisch im Verlauf der Verfahren lösbar“, wie es hieß.

Bürgerbeteiligung gefordert: Entscheidung in wenigen Tagen

Nach Ansicht von Rupert Pentenrieder (BfW), dem Stadtratsreferenten für Landwirtschaft, muss eine Anlage dieser Größenordnung mit Agri-PV ausgestattet werden: Solarmodule gelte es so hoch aufzuständern, dass darunter Landwirtschaft möglich ist. Andernfalls wäre der Flächenverlust „für manche Betriebe existenzbedrohend“. Dass sich der Investor wegen der höheren Kosten aktuell gegen Agri-PV sperre, dürfe nicht hingenommen werden, so Pentenrieder weiter: Die Energiegenossenschaft Oberland – die derzeit unter anderem Projekte in Peißenberg und Polling plant – mache vor, „dass es geht“ und sich auch rechne. „Das dauert vielleicht zwei oder drei Jahre länger, bis es sich amortisiert.“

Die Stadtratssitzung

ist öffentlich und beginnt am kommenden Donnerstag, 28. September, um 18.30 Uhr im Rathaus Weilheim (großer Sitzungssaal). Auf der Tagesordnung steht neben den „Solarfeldern Lichtenau“ auch die Einleitung des Verfahrens für das „Berufsbildungszentrum Narbonner Ring“ in Weilheim.

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Die Möglichkeit von Agri-PV „verbindlich zu prüfen“, das ist eine der Forderungen an den Investor, über die sich der Bauausschuss bei der Vorberatung einig war. Darüber hinaus wolle man unbedingt ein Bürgerbeteiligungsmodell für die geplante Anlage. Unter diesen Bedingungen könne das Verfahren auf den Weg gebracht werden, so das einstimmige Votum. Die erste, richtungsweisende Entscheidung darüber trifft der Stadtrat in wenigen Tagen.

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