VonMagnus Reitingerschließen
Fast vier Jahrzehnte leitete Ulrike Göpfert die Weilheimer Stadtbücherei – und hat diese über die Jahre komplett verwandelt. Nun wurde sie vom Stadtrat in den Ruhestand verabschiedet. Dabei waren erstaunliche Zahlen zu hören.
Weilheim – Wie sehr sich die Stadtbücherei – und die Anforderungen an ihre Leiterin – in den vergangenen Jahrzehnten verändert haben, das belegen Zahlen und Fakten, die Bürgermeister Markus Loth zur Verabschiedung der langjährigen Leiterin in der Jahresabschluss-Sitzung des Stadtrates referierte: Die Fläche der Bibliothek hat sich in Göpferts Wirkungszeit fast verachtfacht, von 130 Quadratmetern im einstigen Domizil neben dem Rathaus auf über 1000 Quadratmeter auf vier Etagen im Gebäude am Unteren Graben. Die Zahl der aktiven Leser stieg in diesem Zeitraum von 1370 auf 3000, die der Medien von 7300 auf 39.000. Verzeichnete man Mitte der 1980er Jahre gut 30.000 Ausleihen jährlich, so sind es aktuell über 163.000. Und dazu addieren sich noch über 27.000 Nutzungen von E-Medien.
Ihre erste Aufgabe war die Konzeption des Neubaus
An Letztere dachte noch keiner, als Ulrike Göpfert zum Juli 1985 als Büchereileiterin eingestellt wurde. Dass die Bibliothek eines Mittelzentrums, wie es Weilheim damals war, einen größeren Bücherbestand haben müsse und ihr auch Angebote wie Lesungen, Ausstellungen und Aktionen für Kinder gut zu Gesicht stehen würden, das war indes klar. „Hierzu bedurfte es jedoch neuer attraktiver Räume sowie des Wissens und des Elans einer jungen Bibliothekarin“, so Loth.
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Göpfert hatte im Studium an der Stuttgarter Fachhochschule für Bibliothekswesen (das sie mit „sehr gut“ abschloss) auch das Wahlfach „Bibliotheksbau“ belegt – was ihr in Weilheim sehr zugute kam. Gleich zu Beginn ihrer Laufbahn konnte sie diese Kenntnisse mit der Konzeption und Einrichtung der neuen Stadtbücherei in die Tat umsetzen. Aus dieser wollte sie nicht nur einen ruhigen Ort zum Suchen und Ausleihen von Büchern machen, sondern „ein zweites Wohnzimmer zum gemütlichen Aufenthalt, Schmökern, Spielen und Austausch mit anderen Besuchern“, wie der Rathaus-Chef hervorhob.
„Ein perfekt laufendes Unternehmen“
Göpfert sei es gelungen, „aus unserer Bücherei ein perfekt laufendes und erfolgreiches ,Unternehmen’ zu machen, das sich immer den neuesten Herausforderungen der Zeit stellt“, so Loth weiter. Das Angebot umfasst heute nicht nur Bücher, Zeitungen und Zeitschriften, sondern auch Hörbücher, Musik-CDs, Gesellschaftsspiele, Konsolenspiele und vieles mehr. Romana Asam, die Stadtratsreferentin für die Bücherei, nannte als „Highlights“ in Göpferts Zeit auch die mehrmalige Auszeichnung mit dem bayerischen Gütesiegel „Bibliotheken – Partner der Schulen“.
Die Jahre seien „sehr schnell vergangen“, resümierte die scheidende Leiterin selbst, nachdem ihr der Bürgermeister Blumen und ein Geschenk überreicht hatte. Dabei habe sie „immer das gute Gefühl gehabt, dass die Bücherei starken Rückhalt im Stadtrat hat“. So eine Bibliothek, so fügte Göpfert hinzu, sei ja grundsätzlich schon „einer der schönsten Arbeitsplätze – und die in Weilheim ist besonders schön“.
