Weilheim

Kulturpreis, Umweltpreis und Sozialpreis der Stadt: Das sind die Preisträger

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Verleihung der Ehrenpreise 2022: Die Bürgermeister Markus Loth (2.v.r.), Angelika Flock (l.) und Alfred Honisch (r.) überreichten an (v.l.) Günter Morsack und Florian Lechner vom Lichtkunst-Verein den Kulturpreis, an Prof. Reinhold Schumacher den Umweltpreis und an Dr. Rautgunde Lammerer vom „Netz gegen sexuelle Gewalt“ den Sozialpreis.
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Große Ehre für eine Beratungsstelle, einen Kunstverein und einen „Umweltschützer, wie man es sich nur wünschen kann“: Für herausragende Verdienste ums Gemeinwesen wurden am Donnerstagabend der Sozialpreis, der Kulturpreis und der Umweltpreis der Stadt Weilheim verliehen.

Weilheim – „Natürlich denken alle sofort an das große Lichtkunst-Festival, das wir erst vor wenigen Wochen bestaunen konnten.“ So leitete Bürgermeister Markus Loth in der feierlichen Jahresabschluss-Sitzung des Stadtrates, musikalisch umrahmt vom Klaviertrio „Lataka“. die Verleihung des Kulturpreises 2022 an den Verein „Lichtkunst Weilheim“ ein. Der bescherte der Stadt heuer zum dritten Mal „dieses Festival der Superlative“, so Loth, „ein Ereignis, das das Ansehen unserer Stadt als kulturelles Zentrum steigert und eine überregionale Anziehungskraft schafft“.

Kulturpreis für Weilheims „Festival der Superlative“

Neben den Künstlern sei das Festival „vor allem den Vereinsmitgliedern zu verdanken“, die es „ehrenamtlich und höchst professionell in unzähligen Arbeitsstunden geplant und veranstaltet haben“, wie der Rathaus-Chef betonte. So hätten diese „eine moderne Kunstform mitten in unserer Stadt etabliert, die weit über deren Grenzen hin-ausreicht und Weilheim in jeder Hinsicht leuchten lässt“.

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Begonnen hat alles 2006 mit einer Performance zweier Weilheimer Künstler in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt: Von Lichtkünstler Philipp Geist und Jazzer Johannes Enders sei das Publikum „hellauf begeistert“ gewesen, sagte Loth. 2008 folgte Geists erste Projektion am Stadtmuseum, 2015 gründete sich der Lichtkunst-Verein, 2016 gab es die erste Ausgabe des Festivals, für das sich inzwischen eine „umfassende öffentlich-private Partnerschaft“ entwickelte. „Wir Weilheimer können an etwas ganz Großem teilhaben, was uns mit Stolz für unsere Heimatstadt erfüllt“, rühmte Loth – und fügte an: „Die Erfolgsgeschichte geht weiter, trotz Corona, trotz Krieg, trotz Krise.“ Für 2025 sei das vierte Festival geplant.

Umweltpreis für Engagement im Weilheimer Moos

Er sei „ein Umweltschützer, wie man es sich nur wünschen kann“: So würdigte 2. Bürgermeisterin Angelika Flock in ihrer Laudatio Professor Reinhold Schumacher, der den Umweltpreis 2022 erhielt. Wie kaum ein anderer stehe dieser für „konkreten Umweltschutz“ rund um Weilheim – als ehemaliger Vorsitzender der Bund Naturschutz-Ortsgruppe, in der er seit Gründung 1987 aktiv ist, im Engagement für die lokale Agenda 21 und vor allem als Mitgründer der Schutzgemeinschaft Weilheimer Moos, der er seit 2013 vorsteht.

So kümmere sich Schumacher „seit über 25 Jahren unermüdlich und mit vorbildlichem Engagement um den Artenschutz sowie die Entwicklung und den Erhalt der Biotope im Weilheimer Moos“, sagte Flock. Dank der Pflege angekaufter oder gepachteter Flächen hätten sich dort seltene Tier- und Pflanzenarten wieder angesiedelt. Seine Begeisterung dafür gebe der Vorsitzende auch in Vorträgen und Exkursionen weiter.

Er widme diesen Preis „unseren vielen Helfern, die sich um die Biotoppflege kümmern“, betonte Schumacher selbst in seinen kurzen Dankesworten – und schloss einen dringenden Wunsch an: Stadt und Landwirte müssten sich mit dem Verein anstrengen, den Wasserspiegel im Moos weiter anzuheben.

Sozialpreis für ein enorm wichtiges Angebot

Den Sozialpreis 2022 hat der Stadtrat der Beratungsstelle Weilheim des Vereins „Netz gegen sexuelle Gewalt“ zuerkannt. Engagierte Fachleute, die im beruflichen Umfeld Kontakt zu Betroffenen hatten, gründeten diesen vor drei Jahrzehnten und stellten so „in Weilheim ein niederschwelliges Angebot an Hilfe und Information auf die Beine“, erklärte 3. Bürgermeister Alfred Honisch als Laudator.

Das Angebot mündete 2015 in die Gründung der Fachberatungsstelle, die 2018 eigene Räume in der Lohgasse beziehen konnte. Die „hochqualifizierten Mitarbeiter“, so Honisch, beraten, begleiten und unterstützen betroffene Kinder, Jugendliche und Erwachsene ebenso wie Eltern, Bezugspersonen und Partner darin, „mit den Folgen sexualisierter Gewalt besser umgehen zu können“. Mit Vorträgen für Kinder, Jugendliche und Eltern, Schulungen pädagogischer Fachkräfte und Hilfe bei der Entwicklung von Schutzkonzepten für Schulen, Kitas oder Vereine leiste das „Netz“ auch wertvolle Präventionsarbeit – kostenlos für alle Nutzer aus dem Landkreis.

Die Preise sind mit jeweils 1000 Euro dotiert

Stellvertretend für alle Engagierten „für dieses so wichtige Thema“ wurde der Sozialpreis an „Netz“-Vorsitzende Dr. Rautgunde Lammerer übergeben Dotiert sind die Ehrenpreise der Stadt mit je 1000 Euro. Der Kulturpreis und der Umweltpreis werden seit 1988, der Sozialpreis seit 2002 jährlich verliehen.

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