VonMagnus Reitingerschließen
Mehrmals schon wurde die Sanierung und Umgestaltung des Weilheimer Stadtmuseums aufgeschoben. Nun wird eine neue Minimalvariante entwickelt, das hat der Stadtrat einstimmig beschlossen. Doch gebaut wird damit noch lange nicht.
Weilheim – Eine Millioneninvestition für ein Projekt, das keine unmittelbare Pflichtaufgabe ist: Diese Aussicht treibt dem Kämmerer vor dem Hintergrund knapper Stadtfinanzen Sorgenfalten auf die Stirn. Doch es gebe keine Alternative dazu, wenigstens die Planung für die Sanierung des Stadtmuseums fortzuführen, räumte Christoph Scharf in der jüngsten Stadtratssitzung ein: Man müsse die Planung zum Abschluss bringen, sonst seien die Fördergelder nicht abzuklären, von denen sich die Stadt einiges verspricht.
„Das Gebäude ist fertig, wir müssen irgendwas machen“
Und, noch viel dringender: „Das Gebäude ist fertig, wir müssen irgendwas machen“, wie Scharf drastisch formulierte. Einige Fenster, erklärte Stadtbaumeisterin Katrin Fischer, seien „so kaputt, dass sie rausfallen könnten“ – weshalb demnächst eine Notsicherung nötig werde. Unabhängig von jeder Museumsnutzung sei das denkmalgeschützte Gebäude „in einem Zustand, dass wir etwas unternehmen müssen“.
Für neue Planung „auf ein Mini-Minimum konzentriert“
Um weiter zu kommen und zugleich der zunächst geplanten Unterkellerung zu entgehen (die wegen archäologischer Freilegungen hohe Zusatzkosten bedeuten würde, wir berichteten), schlugen Stadtbauamt und Museumsleitung nun eine neue Variante vor. Man habe dafür, etwa bei Lagerräumen und Toiletten, „alles zusammengestrichen, was irgendwie geht“ und sich „auf ein Mini-Minimum konzentriert“, so Fischer. Und doch sei damit „ein attraktives Museum“ möglich.
Stadt hofft auf hohe Zuschüsse
Ein Keller – für ein kleines Lager und die Lüftung – ist dabei nurmehr im Bereich eines ehemaligen Bunkers an der Südostseite des Museums vorgesehen. Die genaue Planung dafür muss jetzt vom Architekten erarbeitet werden. Diesen Schritt hat der Stadtrat in der Februar-Sitzung einstimmig beschlossen. Eine erste Grobkostenschätzung für den Umbau beläuft sich auf 5,3 Millionen Euro. Diese Zahl sei aber „nichts, woran man sich festhalten könnte“, betonte Fischer. Und die Stadt hofft auf „eine erkleckliche Förderung“, wie es hieß. Im Raum stehen bis zu 80 Prozent.
„Planen ist das eine, Bauen das andere“, bremste Kämmerer Scharf allzu große Erwartungen. Den Umbau selbst sehe er „noch nicht in absehbarer Zeit“. Was Bürgermeister Markus Loth (BfW) bestätigte: „Es ist klar, dass der Bau nicht morgen beginnt. Aber die Planung soll vorliegen.“ Ähnlich Klaus Gast (CSU): „Wenn wir keinen Plan haben, werden wir nie zur Realisierung kommen.“ Und die ist letztlich doch eine Art Pflicht, wie die Stadtbaumeisterin anklingen ließ: „Ich glaube, vielen ist gar nicht bewusst, was wir da für Schätze beherbergen, auf die wir gut aufpassen müssen.“
