VonChristiane Mühlbauerschließen
Die hohen Strompreise sorgen derzeit wieder für Schlagzeilen. Wie hat sich die Situation bei den Tölzer Stadtwerken entwickelt?
Bad Tölz – Kurier-Redakteurin Christiane Mühlbauer hat sich darüber mit Stadtwerke-Chef Walter Huber unterhalten.
Herr Huber, wie hat sich der Strompreis bei den Tölzer Stadtwerken entwickelt?
Wir bieten zwei Tarife an, die Grundversorgung und „Tölzstrom“. Bei der Grundversorgung, die jederzeit kündbar ist, beträgt der Grundpreis pro Monat 12,83 Euro, der Arbeitspreis kostet 29,53 Cent pro Kilowattstunde. Bei „Tölzstrom“ bindet man sich ein Jahr. Der Grundpreis beträgt 12,50 Euro, die Kilowattstunde kostet 25,90 Cent. Damit stehen wir im bundesweiten Vergleich günstig da.
Wenn wir jetzt mal zehn Jahre zurückschauen, was hat Strom im Vergleich damals gekostet?
Der reine, durchschnittliche Strompreis in Bayern inklusive Netzentgelte liegt heuer bei 42 Euro pro Monat. Hinzu kommen aber Umlagen, Abgaben und Mehrwertsteuer, sodass man monatlich durchschnittlich fast 90 Euro bezahlt. 2010 betrug der reine Strompreis 39 Euro, mit Steuern und Abgaben waren es monatlich knapp 70 Euro. Im Laufe der Jahre ist der Strompreis an sich also nur gering gestiegen. 80 Prozent des Gesamtpreises machen mittlerweile Steuern und Abgaben aus, um die Energiewende voranzubringen. Das finde ich auch richtig. Als Stadtwerke haben wir da aber natürlich keinen Einfluss drauf.
Wie hat sich denn Ihr Kundenstamm entwickelt?
Vor 30 Jahren hatten wir eine Abdeckung von 100 Prozent in Bad Tölz. Als es dann möglich wurde, die Anbieter zu wechseln, konnten wir also quasi nur verlieren, und es sind natürlich Kunden zu anderen Anbietern gegangen. Allerdings sind wir im Umland von Bad Tölz stark gewachsen und insgesamt betrachtet haben wir jetzt mehr Kunden als vor der Marktöffnung.
Verbraucher beschäftigen sich natürlich auch mit dem Sparen von Strom. Haben Sie Tipps?
Wo man spart, ist immer eine individuelle Entscheidung. Ich habe meinen Kindern beigebracht, das Licht auszuschalten, wenn sie aus dem Zimmer gehen, und auch ein Fernseher muss nicht immer im Standby-Modus sein. Auch LED-Lampen machen viel aus. Allein, dass wir in Bad Tölz die Straßenbeleuchtung darauf umgestellt haben, bringt der Stadt einen um 30 Prozent gesunkenen Stromverbrauch – und das, obwohl neue Straßenzüge hinzugekommen sind. Ansonsten empfehle ich, sich im Alltag mehr Gedanken zu machen, ob etwas sinnvoll genützt wird oder nicht. Für Hausbesitzer stellt sich zum Beispiel auch die Frage, ob das Haus gut gedämmt ist.
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Wie sehen Sie die künftige Entwicklung?
Entscheidend für die Energieversorgung werden immer die fixen Kosten für die sichere Versorgung sein. Ich denke, es wird in naher Zukunft Flatrates für die Kunden geben.
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