Sie sollen Ende Juli übergeben werden

Stockdorfer sammeln Unterschriften gegen die Bebauung des Würm-Westufers

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Der markierte Bereich soll im Zuge der Auslagerung des Unternehmens Stanz Schmidt überplant werden. Strittig ist vor allem der obere Teil des Westufers.
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Nicht allen Stockdorfern gefällt, dass das grüne Westufer der Würm in der Ortsmitte bebaut werden soll. Derzeit werden Unterschriften gesammelt. 500 sind es schon.

Gauting – Die Bebauung des Westufers in Stockdorf bleibt umstritten. Wie es scheint, stehen viele dem Vorhaben kritisch gegenüber. Laut Hannelore Krumbholz, der ehemaligen SPD-Kreis- und Gemeinderätin, haben schon 500 Bürger gegen Baurecht auf der Würmaue in der Ortsmitte unterschrieben. „Das ist angesichts von 4000 Einwohnern im Stockdorf eine ganze Menge“, findet sie. Besonders freut sie, dass sich auch aus anderen Ortsteilen Bürger melden, die nicht wollen, dass auf dem 16 000 Quadratmeter großen Areal Wohnungen entstehen. „Es gibt da eine große Solidarität“. Am 26. Juli sollen die Pläne Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger übergeben werden. „Wir wollen, dass die Politiker dafür sensibilisiert werden, was die Bevölkerung wünscht“, so Krumbholz. Einen Tag später, am 27. Juli, findet die Sitzung des Preisgerichts statt, die eines der eingegangenen Architektenmodelle zum Sieger kürt.

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Bekanntlich plant die Gemeinde, in Stockdorf ein neues Quartier zu errichten. Diese Möglichkeit ergibt sich, weil die Firma Stanz Schmidt ihren Standort verlegen will, um sich weiter zu entwickeln. Auf dem frei werdenden Areal rechts und links der Würm soll ein „nachhaltiges, grünes, klimaorientiertes neues Quartier mit einem Nutzungsmix aus Gewerbe, Gastronomie, Wohnen und Kinderbetreuung unmittelbar an der Würm“ entstehen – so der Wunsch der Gemeinde. Gegen die Pläne östlich der Würm, wo große Flächen ohnehin versiegelt sind, haben Krumbholz und ihre Mitstreiter nichts einzuwenden, wohl aber dagegen, dass das Grün am Westufer verschwindet. „Viele wollen einfach nicht, dass uns das letzte bisschen Grün auch noch genommen wird“, so die Initiatorin. „Das einzigartige Biotop für Mensch und Tier muss uns und künftigen Generationen erhalten bleiben.“

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Die Unterschriftenliste liegt zum Teil in Geschäften aus, teils geht sie auch von Hand zu Hand. „Jeder tut etwas in seinem Bereich“, so Krumbholz. Unterstützung bekommt sie etwa von den „Omas for Future“ aus Gauting. Auch aus anderen Ortsteilen erreichen sie inzwischen Anfragen, wo und wie sie unterschreiben können, telefonisch, aber auch online – Krumbholz ist mit ihrem Anliegen auf Facebook vertreten. Auf ihrer Seite stehen der Bund Naturschutz, der jegliche Bebauung ablehnt, das Grünzugnetzwerk Würmtal, das Bürgerforum sowie die Gautinger SPD.

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Was die Initiatorin der Unterschriftenliste insbesondere stört, ist die Tatsache, dass am Westufer eben kein bezahlbarer Wohnraum entstehen soll. „Da wäre ich schon eher dabei“, sagt sie. Aber die Rede sei von 120 und 240 Wohnfläche. „Das kann sich kein Normalverdiener leisten. Das hat keinen sozialen Touch.“ Die Gemeinde Gauting hat bei der Entwicklung des Quartiers seit den Anfängen 2021 auf Transparenz gesetzt. Auf der Homepage der Gemeinde ist der Auslobungstext des Architektenwettbewerbs nachzulesen. Wie es in der Bauausschuss-Sitzung Ende März hieß, entsteht durch den Architektenwettbewerb nicht automatisch Baurecht.

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