Verkehrsbehinderungen

Straßensanierung am Stausee: Darum bleibt die Töl7 bis September gesperrt

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Unübersehbare Straßenschäden: Die Töl 7 am Stausee ist auf der Flussseite kurz nach dem Ortsausgang Bad Tölz ein gutes Stück abgesackt. Ab Juli beginnen die Sanierungsarbeiten. Die Straße ist bis Herbst gesperrt.

Autofahrer und Pendler in Richtung Landkreis-Norden müssen sich bis Herbst auf einige Behinderungen gefasst machen. Die Töl 7 nach Königsdorf wird saniert.

Wackersberg – Die Sanierung der Kreisstraße Töl 7 am Stausee hat eine lange Vorgeschichte. Schon 2011 wurden Straßenabsenkungen festgestellt. Mit Tempo-20-Schildern wurden Autofahrer damals monatelang zum radikalen Abbremsen gezwungen, bis das Staatliche Bauamt Weilheim einen Teil der Fahrbahn erneuerte.

Jetzt soll nicht nur „geflickt“ werden, sondern das ganze Straßenstück kurz nach dem Ortsausgang Bad Tölz generalsaniert werden. Dazu wird die Töl 7 in den Monaten August und September für den Verkehr vollständig gesperrt. Das Bauamt Weilheim hängt sich dabei an zwei bereits begonnene Baumaßnahmen der Tölzer Stadtwerke und der Gemeinde Wackersberg an, die entlang der Töl 7 Fernwärme und Wasserrohre verlegen. Deswegen ist die Straße derzeit bereits unpassierbar. Anliegerverkehr ist aber möglich.

Wechselnde Wasserstände im Stausee verursachten Schäden an der Töl 7

Die Baumaßnahme im Auftrag des Landkreises ist seit Langem für die Sommerferien geplant, sagt Abteilungsleiter Martin Herda. Damit wird zum Beispiel Rücksicht auf die Schulbusfahrten genommen. Der Münchner Verkehr wird in der Zeit der Sperrung großräumig über die Bundesstraße  11 und Heilbrunn umgeleitet. Auch Radler und Fußgänger können die Stausee-Baustelle zur Zeit der Vollsperrung nicht passieren.

Was ist der Grund dafür, dass sich die Straße derart stark absenkte, dass sich der Gehsteig teilweise auf Straßenniveau befindet? Der im Bauamt zuständige Sachgebietsleiter Planung und Bau für den Landkreis, Stefan Vogt, spricht von Setzungen im Hanguferbereich. Verantwortlich seien laut geologischem Gutachten wohl die immer wieder wechselnden Wasserstände im Stausee, die die Feinanteile im Untergrund, „den Kitt sozusagen“, so Vogt, „herausgespült haben“. 

Bauarbeiten auf der Töl 7 sind im September fertig - vorerst

Auf etwa 50 Meter werde nun für die Hangsanierung drei bis vier Meter in den Untergrund gegraben, um einen Bodenaustausch vorzunehmen. Dabei wird mit Frostschutzkies und Geovlies zur Stabilisierung gearbeitet. Eingebaut wird in den Hang auch eine Drainage, um Wasser abzuleiten. Eine Natursteinmauer wird den Hang künftig stützen.

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Die umfangreiche Baumaßnahme wird laut Vogt bis September beendet sein. Aber nur vorläufig. Erstens will man den Winter, zweitens mögliche Restsetzungen der Straße abwarten, bevor im kommenden Jahr Restarbeiten erledigt und die endgültige Deckschicht aufgetragen wird und die ganze Töl 7 bis Abberg neu asphaltiert wird. Dafür muss die Kreisstraße dann nochmals gesperrt werden.

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Die Baumaßnahme kostet den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen rund 2,5 Millionen Euro.

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