Technologiepreis an Firma aus Schlehdorf verliehen

Mehr als sauber: Dittel mag es hochrein - und wird dafür ausgezeichnet

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Experten für Reinräume: Gernod Dittel und sein Sohn Florian mit dem Technologiepreis des Wirtschaftsmagazins „Global Health & Pharma“.

Das Ingenieurbüro „Dittel Engineering“ ist vom englischen Wirtschaftsmagazin „Global Health & Pharma“ mit dem Technologiepreis 2018 ausgezeichnet worden. Aber was macht das Unternehmen in Schlehdorf eigentlich genau? Ein Hausbesuch.

Schlehdorf – Mikrochips für Computer, Dekorfolien für Autos, Bauteile für Satelliten oder Medikamente für Patienten: All diese Produkte benötigen absolut reine Herstellungsbedingungen und werden deshalb in sogenannten Reinräumen hergestellt. Und diese Räume, in denen unter hochreinen Bedingungen geforscht und gearbeitet wird, sind die Spezialität von „Dittel Engineering“.

Das Leistungspaket des Unternehmens umfasst dabei Beratung und Planung, Qualifizierung, die Messtechnik sowie das Projektmanagement, wie Gernod Dittel erläutert, der die Firma 1993 als Ein-Mann-Betrieb gegründet hat. 15 Jahre hatte das Unternehmen seinen Sitz im Kochler Ortsteil Ried. Seit bald zwei Jahren ist das Büro mit derzeit 27 Mitarbeitern – darunter etwa Bauingenieure, Pharmakologen oder Elektrotechniker, die nicht nur aus Deutschland, sondern beispielsweise auch aus Ägypten oder Polen stammen – im Schlehdorfer Gewerbegebiet „An der Breiten“ ansässig. Und zwar in einem Gebäude, an dessen Planung die Angestellten mitbeteiligt waren, denn: „Jeder, der hier beschäftigt ist, muss sich wohl fühlen“, umschreibt der gebürtige Franke Dittel seine Firmenphilosophie. Für den 62-Jährigen, der bereits seit 42 Jahren mit seiner Familie in Bad Heilbrunn lebt, hat die Zufriedenheit seiner Angestellten „oberste Priorität“, denn: „Sonst kriegen wir das nicht hin.“

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Mit „das“ meint der Maschinenbauingenieur den Erfolg seines Unternehmens, das allein durch Mund-zu-Mund-Propaganda beständig weiterwachse und zu dessen Kunden unter anderem Boehringer, Audi oder Beiersdorf gehören.

Aktuell entwickelt die Firma laut Dittel unter anderem in einem bayerisch-italienischen Gemeinschaftsunternehmen mobile, einfach zerlegbare Krankenhäuser. Diese könnten in Krisengebieten schnell und kostengünstig Hilfe leisten. Außerdem sei in Schlehdorf der Bau eines Reinraum-Labors geplant, berichtet der Senior-Chef.

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Gernod Dittel selbst hat sich mittlerweile etwas aus dem Unternehmen zurückgezogen und die Leitung überwiegend seinem Sohn Florian übertragen. Nach wie vor gibt er aber sein Fachwissen zur Reinraumtechnik weiter – auch weltweit. Er ist noch als Dozent tätig – unter anderem hat er einen Ehrenlehrstuhl an einer Universität in China inne – und schreibt Artikel für Fachzeitschriften.

Aber muss ein weltweit agierendes Unternehmen nicht in einer großen Stadt ansässig sein? Dem widerspricht Seniorchef Gernod Dittel entschieden, und zeigt auf die Wiesen und die Berge, von denen man auf dem Balkon seiner Firma umgeben ist. Wenn Kunden zu ihm nach Schlehdorf kämen, sagt er, und diesen Blick sehen, „dann wollen sie gar nicht mehr weg“, sagt Dittel lächelnd. Und er will das auch nicht. (Franziska Seliger)

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