VonSascha Karowskischließen
Um Start-Ups zu helfen, sollen in München Testzonen für autonome Lieferroboter eingerichtet werden. Das wünscht sich die CSU.
München - In der Münchner Fußgängerzone sollen kleine Roboter Pakete oder Einkaufstüten ausliefern. Das wünscht sich die CSU in einem Antrag, der in dieser Woche eingereicht wird. Darin heißt es: Die Stadt soll abgegrenzte Testbereiche einrichten, um es Start-ups zu ermöglichen, dort im Rahmen von Pilotprojekten autonom fahrende Lieferroboter testen zu können. Diese Roboter sollen es bringen!
Lieferroboter für München: In anderen Städten gehören die kleinen Helfer bereits zum Stadtbild
In anderen Städten gehören die kleinen Maschinen, die einer Kühlbox ähneln, bereits zum Stadtbild. In Finnland beispielsweise setzt die Einzelhandelsgenossenschaft S-Gruppe Roboter auf Rädern im ganzen Land ein. Allein in der Hauptstadt Helsinki sind mehrere Dutzend dieser Fahrzeuge des estnischen Unternehmens Starship im Einsatz. Und in Hamburg hatte die Rewe-Gruppe in Zusammenarbeit mit dem TÜV, der Hansestadt und dem Münchner Unternehmen Cartken das Projekt „Last Mile“ ins Leben gerufen.
In ausgewählten Bereichen konnten Kunden ihren Einkauf über eine App bestellen. Die gewünschten Waren wurden im Markt in die Roboter geladen und auf die Reise geschickt. Überwacht wurde das Ganze von einem „Technical Supervisor“. Angekommen an der Haustür der Kunden, entnahmen diese ihre Waren durch Eingabe eines zuvor erhaltenen Codes.
Lieferroboter für München: CSU-Chef will Testgebiete, um Projekte unter realen Bedingungen zu testen
Doch gerade bei Münchner Start-ups aus diesem Bereich bestünde laut CSU-Chef Manuel Pretzl oft das Problem, dass sie ihre Produkte nicht unter realen Bedingungen testen könnten. Das wollen Pretzl und seine Fraktion nun ändern. „Das Problem, am Beispiel Lieferroboter: Die Firmen brauchen eine Genehmigung zum Betrieb – aber die zuständigen Stellen wollen keine geben, wenn der Betrieb nicht im realen Leben getestet worden ist“, sagt Pretzl. Gründer schilderten ihm oft, dass das alles wahnsinnig bürokratisch und kompliziert sei. „Die Unternehmen stehen vor dem Henne-Ei-Problem: Ohne Genehmigung kein Betrieb, aber ohne Probebetrieb keine Genehmigung.“
Daher soll München nun Bereiche schaffen, in denen die Tests der Roboter unter realen Bedingungen möglich sind. „In der Innenstadt sind die Wege zwischen den Geschäften kurz. Die Roboter könnten zum Beispiel Post ausliefern oder die Bestellungen von Restaurants, jeweils in einem kleinen Test-Radius.“ In Hamburg wurde Cartken bereits der Probebetrieb von Supermarkt-Lieferungen ermöglicht. CSU-Chef Pretzl: „Ich meine: Ein Münchner Start-up sollte seine Ideen auch in München testen dürfen.“
Wo die künstlichen Boten schon rollen
Dass beispielsweise in den USA bereits Pakete testweise mit Drohnen ausgeliefert werden, ist bekannt. In Deutschland, genauer in Lüdenscheid (Nordrhein-Westfalen), ist erst in diesem Jahr ein Projekt gestartet worden, bei dem Pakete mittels Drohne an ein Unternehmen überbracht werden.
Roboter kommen inzwischen an vielen Orten zum Einsatz, prominentes Beispiel ist das Donisl am Marienplatz. Dort bringt auch schon mal Roboter-Kellnerin „Bella“ das Bier. Die Maschine soll aber keinen Menschen ersetzen, sondern lediglich eine Hilfe sein. Und an der Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) wird eine Pilotstudie durchgeführt, um die Auswirkungen zu untersuchen, die ein Roboter hat, der in der Pflege eingesetzt wird.
