- VonJulian Limmerschließen
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Münchner sollen auf der Wiesn mehr Plätze reservieren können. Der Stadtrat entscheidet am Dienstag (6. Mai) über den Vorschlag.
München – Die Wiesn ist das größte Volksfest der Welt, Millionen von Touristen kommen alljährlich aus aller Herren Länder in die bayerische Landeshauptstadt, um das Oktoberfest zu besuchen. Damit dort aber auch noch Münchner ein Plätzchen finden, dürfen Wirte der großen Zelte an Sams-, Sonn- und Feiertagen zusätzlich 15 Prozent der bis 15 Uhr eigentlich freizuhaltenden Plätze reservieren, wenn diese Plätze an Münchner abgegeben werden. Dieses sogenannte Münchner Kontingent (ohne Mindestverzehr) soll nun erweitert werden.
Oktoberfest in München: Wirte halten eine gewisse Anzahl an Plätzen für spontane Besucher frei
Auf dem Oktoberfest müssen die Wirte eine gewisse Anzahl an Plätzen für spontane Besucher freihalten. Diese Regelung gilt besonders an Wochenenden und Feiertagen, wo die Nachfrage besonders hoch ist. Bisher war es den Gastronomen möglich, bis 15 Uhr 50 Prozent der Plätze für Reservierungen zur Verfügung zu stellen (mit Mindestabnahme). Hinzu kam das München Kontingent, das zehn Prozent der übrigen Plätze umfasste. Das galt aber nicht ab 15 Uhr. Ab dem Zeitpunkt konnte die Wirte 65 Prozent ihrer Plätze über Reservierungen vergeben.
Wiesn-Chef Christian Scharpf (SPD) schlägt dem Stadtrat für Dienstag (6. Mai) vor, schon ab dem diesjährigen Oktoberfest zehn Prozent aller Plätze für Münchner bereitzustellen – auch ab 15 Uhr. Der Vorschlag war noch von Ex-Wiesn Chef Clemens Baumgärtner, den Wirten und den Parteien erarbeitet worden. Die Reservierung muss unter Vorlage des Ausweises beim jeweiligen Festwirt erfolgen.
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Neues Kontingent für Münchner auf der Wiesn: Wirte begrüßen den Vorstoß der Stadt
Die begrüßen die Pläne. Das zusätzliche Kontingent könnte zu einem „gesunden Gästewechsel“ an den Nachmittagen beitragen, sagt Wirte-Sprecher Christian Schottenhamel. Das bringe neue Kundschaft in die Zelte. Die Schottenhamel Festhalle hat 6000 Plätze innen. Dass gerade Münchner jetzt bessere Chancen auf eine Reservierung – von theoretisch bis zu 600 Plätzen bekommen, sei gut: „Die Münchner lieben ihre Wiesn einfach.“
Die weltweit positive Resonanz auf die Wiesn sei zwar erfreulich, sagt Wiesn-Stadträtin Anja Berger (Grüne). „Trotzdem sollten weiterhin auch Münchner das Oktoberfest genießen können. Und es ist vor allem wichtig, dass sie ohne Mindestverzehr einen Tisch bekommen können. Das ist vor allem für Familien eine gute Sache.“ CSU-Chef Manuel Pretzl argumentiert ähnlich: „Die Münchner Plätze ohne Mindestverzehr sollen Einheimischen einen gemütlichen und bezahlbaren Besuch ermöglichen. Künftig wird es mehr solcher Plätze geben, auch am Abend. Das begrüßen wir sehr.“
