„Wir für Tölz“

Tölzer Unternehmerverein stellt sich hinter Hotelprojekt Bichler Hof

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Der Bichler Hof.
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In der Debatte zum Bichler Hof meldet sich auch der Unternehmerverein „Wir für Tölz“ zu Wort. Der Vorstand spricht sich  dafür aus, beim Bürgerentscheid am 16. September mit „Nein“ zu stimmen.

Bad Tölz –  „Wer ,Ja‘ ankreuzt, verhindert damit den Hotelbau, die Schaffung dringend benötigten Wohnraums und gefährdet bestehende Arbeitsplätze“, heißt es in der Mitteilung des Unternehmervereins.

Ralph Munkert, Vorsitzender von „Wir für Tölz“, hält es für „durchaus akzeptabel, wenn die Variante 2 der ZoBon angewendet wird“ (siehe Kasten). Durch ihr Vorgehen „unterstützt die Stadt Bad Tölz den Bau eines Hotels und sichert zusätzliche Steuereinnahmen, die zur Finanzierung von sozialem Wohnungsbau verwendet werden können“.

Der Verein betont vor allem, dass der Tourismus in Bad Tölz aus seiner Sicht ohne die Ansiedlung neuer Hotels keine Chance habe. Der Tourismus bringe der Stadt 80 Millionen Euro Bruttoumsatz pro Jahr. „Dieser kommt nicht nur Gastgewerbe, Einzelhandel und Dienstleistern zu Gute, sondern auch Handwerkern, Freiberuflern und anderen Betrieben“, heißt es in der Mitteilung.

Zwischen 2008 und 2017 seien in Bad Tölz sechs Hotels geschlossen worden. An der mangelnden Nachfrage habe dies nicht gelegen. Damit sei knapp ein Drittel der Betten verloren gegangen. Aktuell gebe es noch 19 Hotels mit 979 Betten.

2. Vorsitzender Dieter Pany argumentiert: „Fast 1500 Arbeitsplätze – somit jeder zwölfte – hängen direkt mit dem Tourismus zusammen.“ Wenn es noch weniger Übernachtungs-Tourismus in Bad Tölz gebe, habe dies außerdem „direkte, äußerst negative Auswirkungen auf unsere Infrastruktur mit den zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten, dem umfangreichen Kultur-, Freizeit- und Dienstleistungsangebot, ebenso auf das hervorragende Veranstaltungsprogramm.“ Munkert befürchtet, dass Bad Tölz „zu einem langweiligen Vorort von München“ werden könnte.

Eine Trendwende zur Erhöhung des Bettenangebots sei nicht in Sicht. In dieser Situation sieht der Verein das Projekt Bichler Hof als Chance. Munkert: „Ist ein inhabergeführtes Hotel einer in Bad Tölz ansässigen Familie für die Stadtentwicklung nicht besser als ein ortsfremder Investor, der die Bedürfnisse der Stadt und ihrer Bewohner nicht kennt?“

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