VonSascha Karowskischließen
Trotz purzelnder Preise wechseln in München immer weniger Immobilien den Besitzer. Warum das für Mieter schlecht ist.
München - Für Mieter sind das erneut keine guten Nachrichten: Die Zahl der Immobilien-Verkäufe in München geht immer weiter zurück. 2023 gab es lediglich 8117 Vertragsabschlüsse. Das geht aus dem Jahresbericht des Gutachterausschusses hervor, den Kommunalreferentin Kristina Frank und Ausschuss-Vorsitzender Albert Fittkau am Montag vorgestellt haben. Zum Vergleich: 2022 waren es noch über 9000 Abschlüsse und im Jahr 2021 sogar 13 000. Umgesetzt wurden mithin im Vorjahr lediglich 7,5 Milliarden Euro, das entspricht etwa dem Umsatz aus dem Jahr 2009. 2021 noch hatten Immobilien im Wert von 18 Milliarden Euro den Besitzer gewechselt.
Immo-Käufe: Je weniger Menschen sich Wohnungen kaufen können, desto mehr müssen mieten
Und warum sind das nun schlechte Nachrichten für Mieter? Nun, je weniger Münchner wegen der gestiegenen Zinsen in der Lage sind, Eigentumswohnungen oder Häuser zu finanzieren, desto mehr strömen auf den ohnehin schon überhitzten Mietmarkt. „Das macht es nicht besser“, sagt Frank.
Der Rückgang des Kauf-Interesses macht sich auch bei den Preisen bemerkbar – und das nicht nur in München. Wie das bayerische Bauministerium ebenfalls am Montag bekanntgab, sanken die Preise für Wohnimmobilien so stark, wie seit mindestens 60 Jahren nicht mehr. Minister Christian Bernreiter: „Der steigende Zuzug und die damit verbundene hohe Nachfrage nach Wohnraum machen die Immobilienpreise aber immer noch für viele Menschen unerschwinglich.“
Trotz sinkender Preise auf dem Immo-Markt: Haus in Bogenhausen für 20,1 Millionen verkauft
In München wurden für freistehende Einfamilienhäuser 2023 im Schnitt 1,645 Millionen Euro gezahlt, 2022 waren es 1,8 Millionen. Für ein Reiheneckhaus (Wiederverkauf) wurden 1,05 Millionen Euro (2022: 1,3 Millionen Euro). Und erstmals waren Reihenmittelhäuser für unter einer Million Euro zu haben (865 000 Euro).
Die Preise für Wohnungen gingen im Schnitt um 13 Prozent zurück. Eine Wohnung (72 Quadratmeter, durchschnittliche Lage) kostete so im Vorjahr nur noch 520 000 Euro. Gleichwohl gibt es aber auch extreme Beispiele: In Bogenhausen wechselte ein Einfamilienhaus für satte 20,1 Millionen Euro den Besitzer, ein Reihenhaus in Nymphenburg für 4,8 Millionen Euro. Und die teuerste Gewerbebaufläche kostete übrigens laut Immo-Bericht 251,3 Millionen Euro. Wie man so hört, soll es sich um das Apple-Areal handeln.
