Sie warnen vor „Nadelöhr“

Bürgerbefragung in Weilheim: BfW werben für Umfahrung

+
„Ja“ zur Weilheimer Umfahrung sagen (v.l.) Claus Reindl, Brigitte Holeczek und Florian Lechner im Namen der „Bürger für Weilheim“.
  • schließen

Zum Start der Bürgerbefragung in Sachen „Umfahrung Weilheim“ sprechen sich die BfW klar für ein „Ja“ zu einer Umgehungsstraße aus - ohne sich auf eine Trasse festzulegen.

Weilheim – Die „Bürger für Weilheim“ (BfW) vermissen in der öffentlichen Debatte „die Sachlichkeit“, begründet Fraktionssprecherin Brigitte Holeczek den Vorstoß der Vereinigung, die mit acht Räten die größte Gruppierung im Stadtrat stellt. Auf einer Postkarte, die bereits an Weilheims Haushalte verteilt wurde, rufen die BfW zur Teilnahme an der Befragung auf und stellen ihre Position dar – „fernab von Stimmungsmache und dem Sankt-Florians-Prinzip“, wie Holeczek am Dienstag bei einem Pressegespräch betonte.

Ohne Umfahrung Weilheim sei kein „schlüssiges Gesamtverkehrskonzept“ möglich

„Wir sprechen uns eindeutig für eine Weilheimer Umfahrungsstraße aus, da wir nur mit diesem Projekt ein schlüssiges Gesamtverkehrskonzept für alle Verkehrsarten und alle Verkehrsteilnehmer schaffen können“, so die BfW. Das vom Stadtrat 2007 beschlossene Gesamtverkehrskonzept besage, dass alle möglichen Verkehrsmaßnahmen im Stadtbereich ohne Umfahrung nicht zu einer nennenswerten Reduzierung des motorisierten Verkehrs führen würden, erklärte Fraktionsvize Claus Reindl.

BfW erwarten ähnliche Effekte wie bei Umfahrung Schongau/Peiting

Dagegen würde sich ihm zufolge der Durchgangsverkehr an der B2 innerorts mit einer Umgehungsstraße „halbieren“ – was die Möglichkeit schaffe, „die Situation für Radler und Fußgänger und den ÖPNV zu verbessern“. Reindl erwartet ähnliche Effekte wie bei der 1992 eröffneten Ortsumfahrung von Peiting und Schongau, die heute als „Segen“ empfunden werde. „Wenn sich Weilheim heute gegen eine Umfahrung entscheidet“, warnt der stellvertretende BfW-Vorsitzende Florian Lechner, „wird das den Ausbau der B2 nördlich und südlich von Weilheim nicht aufhalten, und Weilheim wäre dann auf alle Ewigkeiten ein Nadelöhr. Dann werden wir gewaltig leiden“.

Eine Umgehungsstraße sei für die BfW „ein Baustein in einem funktionierenden Mobilitätskonzept, das den Bedürfnissen aller Verkehrsteilnehmer gerecht wird“, verdeutlicht Holeczek. Den Flächenverbrauch gelte es dabei möglichst gering zu halten und die Naturschutzgebiete zu erhalten; entsprechender Lärmschutz sei ohnehin Pflicht. „Obwohl ich Rad fahre und unsere Natur unbandig schätze, bin ich doch der Meinung, dass wir diese Straße brauchen“, so Holeczek.

„Ein gewisses Faible für eine nahe Ostvariante“

Auf eine bestimmte Trasse seien die BfW hingegen nicht festgelegt. Reindl räumt auf Nachfrage zwar ein, dass es bei vielen Mitgliedern „sicher ein gewisses Faible für eine nahe Ostvariante“ gebe. Doch man wolle nichts vorgeben. Ohnehin werde über die Trasse letztlich nicht die Stadt entscheiden, meint Holeczek: „Die Kriterien des Staatlichen Bauamts sind andere, es ist kein Wunschkonzert.“ Bei einem Nein zur Umfahrung, so betont sie, würden die frei werdenden Gelder aber nicht für alternative Projekte in Weilheim, sondern anderswo für Straßen verwendet.

Auch interessant: Das sagen Weilheims Grüne zur Bürgerbefragung

Aktuell tue sich in Sachen Umfahrung „ein Fenster auf für Weilheim“, resümiert Holeczek: Nun sei ein „starkes Bürgervotum“ gefragt, alles weitere werde „noch ein langer Prozess“ werden. In diesem müsse „auf beiden Schienen das Maximale getan werden“, fügt Lechner an: Man müsse per Umfahrung „den Durchgangsverkehr aus der Stadt bringen“ und zugleich „den Binnenverkehr durch wirksame Maßnahmen reduzieren“.

Weitere Informationen unter www.buerger-fuer-weilheim.de

Kommentare