„Ewig furchtbar“: Stadträte verzweifeln an Benko-Schandfleck – Partei will Sofortmaßnahme
VonNadja Hoffmann
schließen
Wenig Aufwand, große Wirkung: Die ÖDP-Fraktion will die Brachfläche vor der Benko-Ruine mitten in der Fußgängerzone wiederbeleben.
München – Es geht voran. Zwar nur langsam, aber stetig. Gerade erst kann Norbert Abel, der Insolvenzverwalter der Signa Prime, einen neuen Erfolg verbuchen. Das Kaufhaus „Tyrol“ in René Benkos Heimatstadt Innsbruck hat einen neuen Besitzer gefunden. Er stammt, wie es die Immobilien Zeitung nennt, „aus dem Dunstkreis der Eigentümerfamilien von Peek & Cloop Düsseldorf“. Der Deal ist gut für die Tiroler Alpenmetropole. Für München bleiben solche guten Nachrichten weiter aus.
ÖDP schlägt eine schnelle und pragmatische Lösung für die Münchner Fußgängerzone vor
Ein Anblick, den die ÖDP im Stadtrat nicht länger ertragen mag. Sie hat einen Antrag eingereicht, um die tristen Flächen im Herzen der Stadt aufzuhübschen und besser zu nutzen – mit einer „schnellen und pragmatische Lösung“. Die Lokalpolitiker schlagen vor, die Aufenthaltsqualität mit modularen, kostengünstigen Elementen zu verbessern. „Portable Kleinbäume könnten Schatten spenden und das Mikroklima verbessern. So würde die Innenstadt wenigstens punktuell wieder lebenswerter“, heißt es in dem Antrag. Eine Grafik zeigt anschaulich, was möglich wäre.
Auf tz-Anfrage holt ÖDP-Fraktionschef Tobias Ruff nochmal aus: „Der Vorplatz der Alten Akademie schaut schon ewig einfach furchtbar aus.“ Viele Bürger würden sich für den Zustand der Innenstadt schämen. „Dank Herrn Benko gibt es in der guten Stube der Stadt Bauzäune, Beton, Dreck und Stillstand statt Lebensqualität. München darf nicht länger unter den privaten Renditeinteressen von Spekulanten leiden!“ Vor allem, weil völlig unklar ist, wie lange Bürger und Touristen die hässlichen Benko-Hinterlassenschaften noch ertragen müssen. Das gilt für den historischen Hertie am Bahnhof wie für den alten Karstadt an der Schützenstraße und auch die Alte Akademie.
(Unser München-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Isar-Metropole. Melden Sie sich hier an. Jetzt nach einer kurzen Registrierung bei unserem Medien-Login USER.ID anmelden.)
Noch bis 2079 liegt auf dem Gebäudekomplex eine Erbpacht
Wie berichtet, laufen hinter den Kulissen Gespräche zwischen dem Freistaat, den Gläubiger-Banken Sparkasse und Bayern LB und den möglichen Investoren, die mit weniger als einer Hand abgezählt werden können. Das Problem: Auf dem Gebäudekomplex liegt eine bis 2079 laufende Erbpacht. 2013 hatte es der damalige Finanzminister und heutige Ministerpräsident Markus Söder (CSU) an die Signa verpachtet.
Schluss mit klassischem Wohnen und Hausbau: Acht alternative Wohnformen in Bayern
Damals flossen 230 Millionen Euro. Würde der Freistaat die Akademie zurücknehmen, müsste er dem Vernehmen nach etwa 200 Millionen zurückzahlen. Der mögliche Vorteil: Der Freistaat könnte das Gebäude dann frei verkaufen und sich leichter tun als der Signa-Insolvenzverwalter, der an den alten Pachtvertrag gebunden ist. Aber: Verluste sind wohl nicht zu vermeiden. Zuletzt soll ein Angebot über 180 Millionen für die Alte Akademie vorgelgen haben. Zum Vergleich: Beim Kaufhaus „Tyrol“ sollen 140 Millionen Euro geflossen sein. 100 Millionen weniger als der Wert, der laut IZ noch im Jahr 2022 geschätzt wurde.