Wichtiges Zukunftsthema

Wasserrechte am Walchensee-Kraftwerk: Mehr Mitsprache für Bürger und Gemeinden

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Das Thema Energiegewinnung im Kraftwerks-System am und rund um den Walchensee wird in den kommenden Jahren neu geregelt.
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Wer darf in Zukunft das Wasser rund um den Walchensee zur Energiegewinnung nutzen und zu welchen Bedingungen? Dazu wollen Bürger und Gemeinden vor Ort mitreden.

Jachenau – Beim großen Zukunftsthema Wasserrechte am Walchensee möchte die Region ein gewichtiges Wort mitreden. In Stellung bringt sich zum Beispiel die „Isarallianz“ – ein Zusammenschluss von am Schutz der Isar interessierten Vereinen: Die Allianz drängt auf eine Öffentlichkeitsbeteiligung. Positive Signale, dass ihre Belange Berücksichtigung finden, haben unterdessen die Anliegergemeinden bekommen.

Der Jachenauer Bürgermeister Georg Riesch verlas in der jüngsten Gemeinderatssitzung ein Schreiben aus dem Umweltministerium. Darin wird festgehalten, dass die Regierung bis Ende des Jahres fristgerecht ankündigen wird, dass die Wasserrechte in ihrer jetzigen Form zum 30. September 2030 auslaufen. Somit eröffnet sich die Möglichkeit, neu zu verhandeln, ob und unter welchen Bedingungen Uniper weiterhin die Gewässer rund um dem Walchensee zur Energiegewinnung ableiten und nutzen darf.

Zum Thema Wasserrechte am Walchensee sollen Arbeitsgruppen eingerichtet werden 

Für die Bearbeitung des Themas sollen diverse Arbeitsgruppen eingerichtet werden, koordiniert vom Umweltministerium. In dem Schreiben bietet das Ministerium den Kommunen vor Ort an, „für die Belange der Region eine Arbeitsgruppe einzurichten, über die sie sich aktiv einbringen können“. Die vorgebrachten Bedenken und Anregungen der Gemeinden könne man „gut nachvollziehen“, heißt es. „Insbesondere die Teilhabe an der Wertschöpfung ist ein verständliches kommunalpolitisches Anliegen.“

Seitenhieb des Jachenauer Bürgermeisters gegen Grünen-Politiker

Riesch nahm das Schreiben mit Befriedigung zur Kenntnis. Er betonte, das die sechs Anliegergemeinden – neben der Jachenau auch Kochel am See, Mittenwald, Wallgau, Krün und Lenggries – „hervorragend zusammenarbeiten“ und diese Frage schon seit 2017 auf dem Schirm hätten. Nicht verkneifen konnte sich Riesch einen Seitenhieb auf Landtagspolitiker „aus bestimmten Fraktionen“, die nun medienwirksam auf das Thema aufsprängen. „Aber wenn man sie auffordert, sich vor Ort ein Bild zu machen, hört man nichts mehr. Das finde ich schwach.“ Riesch nannte niemanden beim Namen. Zuletzt hatte sich besonders der Grünen-Abgeordnete Hans Urban öffentlich zu den Wasserrechten zu Wort gemeldet.

Riesch wies darauf hin, dass im Zusammenhang der Wasserrechte viele Fragen vor Ort zu klären seien – unter anderem Privatverträge mit 100-jähriger Laufzeit, in denen es um Sägewerke oder Schmieden geht, „die an der Jachen hängen“.

Auch die „Isarallianz“ hält fest: „Die Beteiligung der Öffentlichkeit, von den Gemeinden bis zum einzelnen Bürger, ist angesichts der Bedeutung des Walchenseekraftwerks für die Region unumgänglich“, wie Karl Probst, Vorsitzender des Vereins „Rettet die Isar“, in einer Mitteilung schreibt. Die Allianz sieht in den anstehenden Neuverhandlungen eine „historische Chance, um Verbesserungen für Fluss und Natur an der Isar zu erzielen“. In erster Linie wünschen sich die Vereine mehr Restwasser, zum Beispiel für Rißbach und Jachen. Um ihren Forderungen mehr Nachdruck zu verleihen, hat die „Isarallianz“ nun ebenfalls einen eigenen Arbeitskreis gegründet.

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