VonMagnus Reitingerschließen
Die Admiral-Hipper-Straße in Weilheims Altstadt wird bis Jahresende für Kfz gesperrt. Mit der Rathaus-Baustelle sei Parkverkehr dort zu gefährlich, hieß es am Donnerstagabend im Stadtrat. Mit diesem Beschluss ging das Gremium über die Grünen-Forderung sogar noch hinaus.
Weilheim – Da war keine große Diskussion nötig in der letzten Stadtratssitzung vor der Sommerpause: Dass der erst zwei Tage zuvor eingereichte Antrag der Grünen-Fraktion zur Verkehrssituation in der Admiral-Hipper-Straße dringlich sei, stand für die Ratsmitglieder ebenso außer Zweifel wie prinzipiell dessen Inhalt. Die Grünen hatten gefordert, Radfahrern, von der B2 kommend, wieder die Zufahrt in diese Straße zu ermöglichen. Wegen der baustellenbedingten Engstelle solle „zusätzlich die Admiral-Hipper-Straße für den Kfz-Verkehr ab dem Ende der Parkplätze bei der Firma Boneberger gesperrt werden“ (wir berichteten).
Mit der Stadtverwaltung und der örtlichen Verkehrsbehörde habe er den Antrag und die Situation vor Ort „intensiv diskutiert“, sagte Bürgermeister Markus Loth (BfW) im Stadtrat. Und man sei überein gekommen, sogar noch einen Schritt weiter gehen zu müssen, als von den Grünen gefordert: Schon der Bereich vor der Metzgerei Boneberger müsse komplett für den Kfz-Verkehr gesperrt werden. Mit dem diese Woche aufgestellten Kran und der nötigen Baustelleneinrichtung für die Rathaus-Sanierung wäre Park- und Parksuchverkehr dort zu gefährlich, erläuterten Loth und Ordnungsamt-Leiter Walter Weber – „insbesondere für Fußgänger, Kinder und Menschen mit Behinderung“.
„Kopfparkplätze“ fallen bis Jahresende gänzlich weg
Folgende Lösung hat die Stadtverwaltung nun ausgearbeitet, sie wird voraussichtlich am Montag umgesetzt: Die „Kopfparkplätze“ in der Admiral-Hipper-Straße – aktuell zehn Stück – werden für die Zeit der Baustelle gestrichen. Für den Lieferverkehr werden vor dem Blumen- und Gemüsegeschäft Barfüßer zwei Stellplätze als „Lieferanfahrtszone“ sowie ein Wendeplatz eingerichtet, „damit alle Lieferanten und auch die Paketdienste gefahrlos arbeiten und anliefern können“. Die Längsparkplätze im Bereich der Stadtapotheke (einer davon ist Menschen mit Behinderung vorbehalten) bleiben erhalten.
Radler dürfen wieder in beide Richtungen fahren
Durch diesen „weiterreichenden Vorschlag der Stadtverwaltung zum gestellten Dringlichkeitsantrag“, so Weber, könne der Radverkehr „beidseitig sicherer und nahezu gefahrlos in Ost-West-Richtung durch die Admiral-Hipper-Straße geführt werden“. Sprich: Radler dürfen sowohl in Richtung B2/Obere Stadt fahren als auch wieder von dort in die Hipper-Straße einfahren. Zudem werden auf drei bisherigen Autostellplätzen vor der Metzgerei Abstellmöglichkeiten für Fahrräder geschaffen. Durch die Baustelle waren hier zuletzt alle Radlständer entfallen. Loth betonte, dass all dies „temporäre Maßnahmen“ seien, „vermutlich bis Jahresende“. „Bis dahin müssen die Bauarbeiten abgeschlossen sein“, fügte Weber hinzu.
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An der Sperrung für den Kfz-Verkehr führe aufgrund der Gefahren „kein Weg vorbei“, sagte Loth: „Wenn das der Stadtrat heute nicht annehmen würde, müsste ich es anordnen.“ Doch der Stadtrat nahm es an und beschloss die genannten Regelungen fast einmütig. Nur CSU-Sprecherin Marion Lunz-Schmieder stimmte dagegen. Die Straße solle in der Baustellenzeit auch für Radler gesperrt werden, erklärte sie nach der Sitzung auf Tagblatt-Anfrage.
Stadträte betonen: Die Lösung sei nur „temporär“
Ihr Parteifreund Klaus Gast unterstrich, dass es bei dieser Rats-Entscheidung keinesfalls um „eine Auseinandersetzung Autofahrer-Radfahrer“ gehe, sondern alleine um Sicherheit. Susann Enders war deshalb bei der Neuregelung das Wort „temporär“ besonders wichtig. Die FW-Politikerin schloss einen kleinen Seitenhieb an: „Ich verstehe Radfahrer nicht, die fast mit dem Kopf durch die Wand alle Wege nutzen wollen.“ So gebe es nördlich und südlich „gute Fahrradstraßen“, es müsse nicht durch die Obere Stadt geradelt werden. Das stimme für bestimmte Ausgangspunkte und Ziele schlichtweg nicht, konterte Grünen-Sprecher Manuel Neulinger, der auch als Verkehrsreferent des Stadtrates fungiert. Der Bedarf, durch die Obere Stadt zu radeln, sei da – andernfalls hätte das Staatliche Bauamt am Rathausplatz auch keine eigene Spur und Aufstellfläche für Radfahrer geschaffen. Man brauche pragmatische Lösungen, betonte Neulinger, der Grünen-Antrag beruhe nicht auf „Wunschdenken“.
Gleichwohl äußerte seine Stellvertreterin Brigitte Gronau Hoffnung, dass sich die nun beschlossene Lösung in der Admiral-Hipper-Straße bewährt. Die Grünen hatten in ihrem Antrag bereits auf eine vergleichbare Sperrung während der jüngsten B2-Sanierung verwiesen. Dafür habe es positive Resonanz von Anwohnern und Ladenbetreibern gegeben, es sei „richtiges Quartiersfeeling“ aufgekommen in dieser Zeit. „Es gab aber auch ganz andere Stimmen“, meinte dazu Bürgermeister Loth.
