An der Krumpperstraße

Baustart für Parkhaus und Heizkraftwerk in Weilheim

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Mit dem Aushub begannen diese Woche die Bauarbeiten für das Parkhaus auf dem Stadtwerkegelände an der Krumpperstraße. In diesem entstehen auch 14 hohe Garagen für Fahrzeuge der Feuerwehr und des Roten Kreuzes.
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Baustart für eines der umstrittensten Großprojekte in Weilheim: Ab sofort wird fürs Parkhaus an der Krumpperstraße gebaggert. Im Sommer 2024 soll es fertig sein, Fernwärme wollen die Stadtwerke von dort sogar schon im kommenden Winter liefern.

Weilheim – Über fünf Jahre wurde es intensiv diskutiert, dieses Bauprojekt – innerhalb und außerhalb des Stadtrates. Kritiker monierten die Ausmaße des Baukörpers und dass ein Parkhaus an solcher Stelle nicht mehr in die Zeit passe, da Autoverkehr in der Stadt doch eigentlich zu vermeiden sei. Die Ratsmehrheit verwies jedoch stets auf die Notwendigkeit insbesondere der integrierten Feuerwehrgaragen, sprach von einem „guten Kompromiss“ und lobte am Ende auch die geplante Gestaltung. Nach massiver Kritik von Anwohnern, Behörden und dem Arbeitskreis „Stadtentwicklung“ der Weilheimer Agenda 21 waren eine Etage gestrichen, die zunächst geplante Höhe von 15,50 auf 12,50 Meter reduziert (zu den Nachbarhäusern an der B2 noch etwas niedriger) und die Gestaltung deutlich verbessert worden.

Parkhaus Krumpperstraße: Der Baukörper wird 70 Meter lang

Jetzt beginnen die Bauarbeiten, wie die Stadtwerke als Bauherr gestern meldeten. Etwa 70 Meter lang und 16 Meter breit werde das Parkhaus auf dem Areal, das früher Sitz der Stadtwerke war – und auf dem erst aufwändig Altlasten des einstigen Gaswerks zu beseitigen waren. Allein das hat die Stadtwerke laut Vorstand Peter Müller 3,4 Millionen Euro gekostet. Ähnlich hoch sind die nun folgenden Baukosten.

14 Garagen für die Feuerwehr und das Rote Kreuz

Ebenerdig werden 14 hohe Garagen für zwölf Fahrzeuge der Feuerwehr und zwei des Roten Kreuzes errichtet, darüber das Parkhaus mit gut 100 Autostellplätzen (vor allem für Beschäftigte naher Behörden und Betriebe). Westlich davon, unter der sieben Meter breiten Auffahrtsrampe, entsteht die Energiezentrale für die Fernwärmeversorgung Weilheim-Mitte. Diese wird Fernwärme ans Bürgerheim, das Landratsamt und weitere Anlieger liefern – an die ersten Abnehmer laut Müller „schon heuer zur Heizperiode 2023/24“. Das Parkhaus soll im dritten Quartal 2024 betriebsbereit sein.

Laut Stadtwerke wird es „kaum Verkehrsbehinderungen geben“

Zunächst erfolgt der Aushub auf dem Gelände, gleichzeitig werden die Kanalleitungen, die Rigolen zur Wasserversickerung sowie sämtliche Sparten wie Strom, Wasser, Fernwärme und Breitband verlegt. Die Lkw-Garagen, die Auffahrtsrampe und die Energiezentrale werden primär aus Beton-Fertigteilen errichtet, wie die Stadtwerke mitteilen: „Abgesehen vom Anliefern der Materialien und Fertigbauteile wird es kaum Verkehrsbehinderungen geben.“

Die Stadtwerke sind Grundstückseigentümer, Bauherr, Vermieter der Feuerwehr- und BRK-Garagen sowie Betreiber von Parkhaus und Energiezentrale. Das Gebäude werde „ökonomisch und ökologisch nachhaltig“ gebaut, verspricht Müller, etwa mit Solaranlage auf dem Dach, Regenwassernutzung und -versickerung sowie Fassadenbegrünung. Die Fernwärme, so der Stadtwerke-Chef, werde „zum einen umweltfreundlich in einem Biomethan-Blockheizkraftwerk erzeugt, das zugleich grünen Strom vor Ort produziert, zum anderen aus Holzhackschnitzeln, die auch die Spitzenlast abdecken“.

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