Bürger-Info am 6./7. März

Fünf Energiezentralen in Weilheim geplant - fürs „größte Klimaschutzprojekt seit Jahrzehnten“

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In der Weilheimer Innenstadt gab es 2022 bereits Bauarbeiten für das geplante Fernwärmenetz.
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Am 6. und 7. März gibt’s die versprochene Bürger-Information in Sachen Fernwärme und Heizkraftwerke. Angekündigt sind zwei Tage Infomarkt und Austausch in der Hochlandhalle – für das laut Stadtwerke „größte Klimaschutzprojekt in Weilheim seit Jahrzehnten“.

Weilheim – Die Stadtwerke Weilheim starten in das „Zeitalter grüner Wärme“, heißt es in der Pressemeldung zum geplanten Infomarkt. „Bereits zur Heizperiode 2023/2024 werden die ersten Häuser, Wohnungen und Unternehmen in Weilheim-Mitte an die Fernwärme angeschlossen sein.“ Diese werde „ganz überwiegend aus regenerativen Energieträgern erzeugt: vor allem aus Holzhackschnitzeln, der nachhaltigsten Biomasse der Region“. Zudem kämen flüssiges Biomethan, oberflächennahe Geothermie und Solarthermie zum Einsatz. So bringe die Stadtwerke Weilheim Energie GmbH (SWE) „die Energiewende in Weilheim aktiv voran“, betont Vorstand Peter Müller: „Erneuerbare Fernwärme, stabil, sicher und unabhängig von ausländischen Energielieferanten – das ist das größte Klimaschutzprojekt in Weilheim seit Jahrzehnten.“

Fünf „Energiezentralen“ im Stadtgebiet geplant

Um dereinst ganz Weilheim mit Fernwärme versorgen zu können, sind fünf „Energiezentralen“ im Stadtgebiet geplant: Das dort erwärmte Wasser werde über unterirdische Rohrleitungen zu den Kunden transportiert. In deren Häusern, so erklärt das Unternehmen, „wird eine Wärmeübergabestation installiert, die per Wärmetauscher die Wärme des Fernwärmewassers auf das Wasser in der jeweiligen Heizanlage überträgt“. Zudem werde in den Kraftwerken „grüner Strom“ produziert.

Das Fernwärmeprojekt beginnt in der Innenstadt

Die Energiezentrale für „Weilheim Mitte“ kommt ins geplante Parkhaus auf dem Stadtwerkegelände an der Krumpperstraße. Eine Fernwärmetrasse führt von dort zum Bürgerheim, eine zweite werde 2023/24 über den Benedikt-Höck-Weg und die Kaltenmoserstraße bis zum Staatlichen Bauamt an der Münchner Straße gebaut.

Hier ist das Kraftwerk im Nordwesten geplant

Schritt zwei des Fernwärmeprojekts ist „Weilheim Nord-West“ – mit einer Energiezentrale „direkt in der Weilheimer Kläranlage“, wie die SWE erklärt: „So kann die Abwärme der Kläranlage für die Wärmegewinnung genutzt werden. Die geplante Trasse geht über die Paradeisstraße und quert die Ammer auf Höhe der Merckstraße; so wird unter anderem auch die Stadthalle mit Wärme versorgt. Start der Baumaßnahmen wird 2024/25 sein.“

Kranlöchl ist für die Stadtwerke „bestmöglicher Standort“ im Osten

Schritt drei ist „Weilheim Nord-Ost“, dafür ist die Energiezentrale am Kranlöchl geplant. Von dort aus soll „ein großer Teil des Gebiets zwischen Narbonner Ring, Pütrichstraße und Obere Stadt“ mit Fernwärme versorgt werden. Das städtische Grundstück am Kranlöchl, jahrzehntelang von einem Gärtnereibetrieb genutzt, hat die Stadt nach Ansicht der SWE zurecht als „bestmöglichen Standort“ für das Heizkraftwerk bewertet. Das Areal passe „perfekt von der Größe“, sei bereits zu über einem Drittel versiegelt und mehr als 50 Jahre gewerblich genutzt worden, und es habe „keine direkten Nachbarn, die sich von der Energiezentrale gestört fühlen könnten“.

Sorge, dass sich noch eine Bürgerinitiative gründen könnte

Die geplanten Gebäude (ein Hackgutlager, ein Heizhaus und ein Gebäude für die Asche) würden dort „harmonisch in die Landschaft“ eingefügt, versprechen die Stadtwerke. Der Wärmeverlust durch die 500 Meter bis zur Wohnbebauung betrage „gerade einmal 0,3 Prozent“. Und die Anlieferung des Holzhackguts („in der Heizperiode drei Lkw pro Tag“) sowie die Abfuhr der Asche („ein Lkw alle zwei Wochen“) bedeute „nur unwesentlich mehr Verkehr“. Hingegen hätten die von Kritikern genannten Alternativ-Standorte am Narbonner Ring „ganz wesentliche Nachteile“. Dort gebe es auch direkte Anwohner, die im Falle einer Planung eine Bürgerinitiative gründen wollten. Müller: „Wenn zwei Bürgerinitiativen für entgegengesetzte Ziele werben, wäre die Fernwärmeplanung in Weilheim Nord-Ost für längere Zeit auf Eis gelegt.“

Vor diesem Hintergrund gehen die Stadtwerke nun in die Offensive. Mit der Durchführung der Infotage wurde die Firma Hendricks & Schwartz beauftragt. „Mit unserem bewährten Ansatz für Genehmigungsmanagement und Akzeptanzkommunikation tragen wir zu einem erfolgreichen und beschleunigten Verfahren bei“, schreibt dieses auf der Website über seine Arbeit.

Die Info-Tage

in der Hochlandhalle beginnen am Montag, 6. März, mit einem Infomarkt von 14 bis 18 Uhr. Um 18.30 Uhr gibt es einen Vortrag und eine Präsentation, danach „für vertiefende Fragen noch mal den Infomarkt“. Am Dienstag, 7. März, 10 bis 14 Uhr, ist noch einmal Infomarkt.

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