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Weilheim erwartet am Wochenende Tausende Besucher: Beim dritten Lichtkunst-Festival wird die Altstadt am 14./15. Oktober zur Bühne für Lichtkünstler von internationalem Rang. Angekündigt sind beeindruckende Bilder an markanten Fassaden – und einiges mehr.
Weilheim – Bühne frei für „Lichtkunst Weilheim – Festival #3“: Vier markante Plätze und Gebäude in der Altstadt erstrahlen diesen Freitag- und Samstagabend in neuem Licht. International renommierte Künstler aus Deutschland, Österreich und Belgien haben dafür spezifische Lichtinstallationen entwickelt, die wieder Tausende Besucher nach Weilheim locken dürften.
Es geht um mehr als eine „Effektshow“
Schon zur Premiere 2016 kamen gut 10.000 Schaulustige, bei der zweiten Ausgabe 2018 waren es sogar über 20.000. Und doch herrschte familiäre Atmosphäre – was der Veranstalter, der Verein „Lichtkunst Weilheim“, auch heuer erreichen will. Das Team um Gesamtleiter Günter Morsack, den künstlerischen Leiter Philipp Geist und Programmleiterin Gabriele Zelisko achtet sorgfältig auf die künstlerische Qualität und darauf, dass keine „reine Effektshow“ aus dem Festival wird, das von Stadt, Landkreis, Bezirk Oberbayern, mehreren Stiftungen und rund ein Dutzend lokaler Unternehmen unterstützt wird.
Die gesamte Altstadt ist für Autos gesperrt
Die Freiluft-Installationen starten am 14./15. Oktober jeweils um 19 Uhr, die gesamte Altstadt ist an beiden Abenden für den Autoverkehr gesperrt. Umfangreiche Park- und Halteverbote gelten zum Teil schon seit gestern. Open-Air-Schauplätze sind der Marienplatz, die Musikschule, die Stadtmauer am Oberen Graben und die Jahnhalle. Dazu kommen Ausstellungen im Stadtmuseum und im „ZwischenRaum“ an der Ecke Pöltnerstraße/Kirchplatz, die schon tagsüber zu sehen sind, sowie Vorträge und Künstlergespräche im Stadttheater.
Zu Geists Installation auf dem Marienplatz singt der Chorkreis
Den Marienplatz bespielt – wie schon bei den ersten beiden Festivals – Lokalmatador Philipp Geist. Seine diesjährige Installation „WIR – Weilheim“ verbindet historische Aufnahmen der Stadt mit Fotos heutiger Weilheimer; rund 200 Einheimische ließen sich dafür von Geist ablichten. Doch damit nicht genug: Der Berliner Komponist und Medienkünstler Lukas Taido schrieb zu dieser Performance eigens Musik, die der Weilheimer Chorkreis live in rund 20-minütigen Blöcken (jeweils um 20.15, 21.15 und 22.15 Uhr) darbieten wird. Zudem fließen Texte des aus Weilheim stammenden, 1934 von den Nazis ermordeten Lyrikers Willi Schmid in das audiovisuelle Gesamtkunstwerk am Marienplatz ein. Für die Lichtprojektion am denkmalgeschützen Gebäude der städtischen Musikschule (Weilheims ehemaligem Gefängnis) hat Philipp Geist die in Wien und Barcelona lebende Künstlerin Teresa Mar gewonnen. Ihr Werk „Radiance“ will „das Figürliche mit dem Abstrakten, das Objekt mit dem Licht und den Ort mit seiner Historie“ verbinden.
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„Future Ruins – Act II“ heißt die Licht- und Soundinstallation, die der 1984 in Paris geborene, heute in Brüssel lebende Künstler Romain Tardy an der Stadtmauer am Oberen Graben (Am Riß) präsentiert –mit Musik von Loran Delforge alias „Before Tigers“. In Tardys Arbeit sollen architektonische Fragmente benachbarter Gebäude einfließen.
80 „Volunteers“ sind im Einsatz
Die Betonfassade der Jahnhalle, vor 50 Jahren erbaut, nutzen die Architekten Philip Schambelan und Michal Banisch für ihr Videomapping „XYZ³“. Als „ruestungsschmie.de“ zeigten die vielfach preisgekrönten Künstler ihre Lichtkunstprojekte zuletzt in Mexiko, Japan, Hongkong und Brasilien. Abgerundet wird das Freiluft-Programm von Julian Mayers Lichtinstallation „Aus meiner glühenden Mitte“ am Stadttheater. Neben den Künstlern und Organisatoren sind beim 3. Lichtkunst-Festival rund 80 „Volunteers“ im Einsatz.
Das Festival im Überblick
„Lichtkunst Weilheim – Festival #3“ findet am Freitag und Samstag, 14./15. Oktober, in der Altstadt von Weilheim statt. Die Lichtinstallationen am Marienplatz, an der Musikschule, Stadtmauer (Am Riß) und Jahnhalle sind jeweils von 19 bis 23 Uhr zu sehen. Zudem gibt es Ausstellungen im Stadtmuseum (Exponate und Videos der teilnehmenden Künstler, geöffnet 10-17 Uhr) und im ZwischenRaum an der Pöltnerstraße 1 („Lichterbaum“ der Mittelschule Weilheim, geöffnet 10-23 Uhr). Letzterer ist auch die zentrale Anlaufstelle für Fragen zum Festival und zum Lichtkunst-Verein. Im Stadttheater sind Vorträge und Künstlergespräche (Freitag 15.30 und 19 Uhr, Samstag 15.30, 17.30 und 20 Uhr, Einlass jeweils 30 Minuten vorher; das genaue Programm wird per Aushang bekannt gegeben). Info: lichtkunst-weilheim.de.
Im Bereich der Altstadt werden die Zufahrten am 14. und 15. Oktober von 18 bis 23 Uhr komplett gesperrt. Es wird empfohlen, sich nicht mit Rädern in der Altstadt zu bewegen. Fahrräder können am Gymnasium abgestellt werden. Anwohner werden gebeten, dass an den Festivalabenden an den Fenstern, die zu den Projektionsorten gehen, kein Licht nach außen dringt.
