Geplante Bebauung an der Ammer

Weilheim: Ist das der richtige Platz für Tiny-Häuser?

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Neubauten auf dieser Wiese regelt der Bebauungsplan „Adlhochstraße“. Ein Teil des baumbewachsenen Areals rechts des Feldes ist für Tiny-Häuser gedacht.
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Rund ein Dutzend neue Wohnhäuser und zusätzlich eine kleine Tinyhaus-Siedlung könnten bald zwischen Ammer und Eichtweide in Weilheim entstehen. In der ersten Runde des Bebauungsplanverfahrens gab es aber auch Kritik an den Plänen.

Weilheim – Dass die freie Wiese zwischen der Straße „Eichtweide“ und dem Pumpenhäuserl an der Ammer (nördlich der Winterstraße) irgendwann bebaut wird, das steht seit mindestens 35 Jahren fest. Bereits seit 1987 gibt es für dieses Areal den rechtskräftigen Bebauungsplan „Adlhochstraße“. Bis auf zwei Wohnhäuser direkt an der Eichtweide blieb das Feld bis dato jedoch unbebaut. Im Juli 2020 hat der Stadtrat dann aufgrund neuer Bauwünsche von Anliegern beschlossen, die zugelassene Bebauung neu zu regeln. Denn der seinerzeit festgelegte Rahmen, so hieß es, sei „definitiv nicht mehr zeitgemäß“. Dazu kam, dass die Stadt dort auf einem eigenen Grundstück versuchsweise eine Tiny-Haus-Bebauung ermöglichen will (wir berichteten).

15 Einwendungen von Anliegern und Behörden

Nun hat das Verfahren zur Änderung und Erweiterung des Bebauungsplans „Adlhochstraße“ die erste offizielle Runde hinter sich. Vergangenen Sommer lag die Änderungsplanung öffentlich aus. In der Folge gingen im Rathaus insgesamt 15 Einwendungen von Anliegern und „Trägern öffentlicher Belange“ ein, die in Bauausschuss und Stadtrat jetzt eingehend besprochen wurden.

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Kritik gab es unter anderem daran, dass für die „öffentliche Verkehrsfläche“ acht Meter Breite vorgesehen sind. Das sei unnötig viel, so wurde moniert. Doch die Stadt bleibt bei den acht Metern – auch wegen der nötigen Entwässerung in dem stark hochwassergefährdeten Bereich. Für die genaue Ausführung wird erst noch eine Straßenplanung erstellt; doch die Straße selbst werde nicht so breit, hieß es im Bauausschuss.

Für den Fußweg gibt es wohl eine Änderung

Auch die Forderung nach mehr öffentlicher Spielplatzfläche wies die Stadt zurück. Der ausgewiesene Spielplatz, ohnehin neu in den Bebauungsplan aufgenommen, habe rund 100 Quadratmeter. „Das genügt“, meinte Bauverwaltungsleiter Manfred Stork, zumal es sich bei den geplanten Neubauten um Häuser mit Garten, nicht um Geschosswohnungsbau handle.

Einer anderen Bitte von Anliegern kommt das Rathaus womöglich nach: Der Fußweg zur Ammer solle nicht, wie von der Stadt beabsichtigt, südlich am Gelände des Pumpenhäuserls vorbei geführt werden, sondern nördlich – so, wie der jetzige Trampelpfad verläuft. Sofern die Stadtwerke als Grundeigentümer zustimmen, steht dem laut Stadtbauamt nichts entgegen.

Tiny-Häuser: Bedenken wegen Bäumen und Hochwasser

All dem stimmte der Stadtrat einhellig zu. Meinungsverschiedenheiten gibt es im Ratsgremium aber bezüglich der geplanten Tiny-Haus-Bebauung am Nordrand des Plangebietes. Brigitte Gronau (Grüne) hält das wegen nötiger Rodungen für den falschen Standort. Ihre Fraktionskollegin Luise Nowak bemängelte schon bei der Vorberatung im Bauausschuss, die kaum gesicherten Minihäuser stünden dort zu nahe an der Ammer: „Die schwimmen bei Hochwasser als erstes davon, ich hab’ da echt Bedenken.“ Und ob die Fläche angesichts der Nachfrage nach Tiny-Häusern nicht viel zu klein sei, fragte sich Gerd Ratter (ÖDP).

Großes Interesse an Minihäusern in Weilheim

„Es ist halt die Fläche, die in Besitz der Stadt ist“, antwortete Bürgermeister Markus Loth (BfW) im Ausschuss. „Andere Flächen haben sich noch nicht aufgetan“, sagte im Stadtrat auch der Bauverwaltungs-Chef . Ob an dieser Stelle Bäume für die Minihäuser fallen müssten, sei offen, fügte Stork an: Denn diese könne man eventuell in den Baumbestand integrieren. Horst Martin (SPD) nannte das städtische Grundstück einen „Glücksfall“: „Das ist die Gelegenheit, in Weilheim mal mit Tiny-Häusern anzufangen.“

Unklar ist auch noch, wie die Stadt die Tiny-Haus-Bebauung organisieren wird – zum Beispiel, ob die Parzellen einzeln verpachtet werden. Allgemein gebe es für solche Minihäuser in Weilheim bereits „einen Haufen Interessensbekundungen“, sagte Stork. Auf dem städtischen Grundstück im Bereich Adlhochstraße wäre wohl für sechs bis acht Stück Platz, hieß es im Bauausschuss. Der Stadtrat segnete letztlich auch diesen Teil der Änderungsplanung „Adlhochstraße“ gegen vier Stimmen ab.

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