Anlage am Narbonner Ring wird erweitert

Weilheim: Neue Tennisplätze dürfen ins Biotop

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Neun Sandplätze und eine Tennishalle umfasst derzeit die Anlage des TC Weilheim zwischen Narbonner Ring und Kranlöchl. Zwei weitere Plätze will man jetzt westlich (im Bild links), zur Birkenallee hin, errichten.
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Der TC Weilheim darf die Tennisanlage am Narbonner Ring um zwei Plätze erweitern – obwohl die fragliche Fläche neben der Birkenallee mittlerweile als Biotop gilt. Letzteres kann den Behörden zufolge „in der Nähe ausgeglichen“ werden.

Weilheim – Eigentlich hat der Bauausschuss des Weilheimer Stadtrates die Erweiterungspläne des hiesigen Tennis-Clubs (TC) bereits Anfang 2022 abgesegnet. Man freue sich, „einen so erfolgreichen Verein in Weilheim zu haben“, hieß es damals. Denn der Bau der Tennishalle vor sechs Jahren hat dem TC nach eigenem Bekunden „einen enormen Mitgliederzuwachs“ beschert. Weil dadurch zwei offene Plätze wegfielen, stoße man im Sommer jedoch an Kapazitätsgrenzen: Aktuell müssten Plätze in Nachbarorten angemietet werden, was neben hohen Kosten auch unnötige Fahrstrecken bedeute.

Alternativer Standort wäre für den Tennisclub zu teuer

Deshalb vor einem Jahr der Antrag, das Tennisgelände zwischen Narbonner Ring und Kranlöchl um zwei weitere Plätze erweitern zu dürfen. Doch die dafür auserkorene Wiese zwischen den bestehenden Sandplätzen und der Birkenallee gilt mittlerweile als Biotop, wie sich im Zuge der geplanten Bebauungsplanänderung ergab. In diese Fläche, hieß es nun in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung, dürfe laut Landratsamt nur eingegriffen werden, „wenn es zum einen für den Bau der Tennisplätze vor Ort keinen alternativen Standort gibt und zum anderen die Biotopfläche eins zu eins an anderer Stelle in der Nähe ausgeglichen wird“.

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Zwar sei „denkbar“, die zwei Tennisplätze an der Stelle des jetzigen Parkplatzes zu errichten – und diesen dafür auf die städtische, bisher landwirtschaftlich genutzte Wiese vis à vis der Zufahrtsstraße zu verlegen. Doch das wäre für den TC schlichtweg „zu teuer“, erklärte Bauverwaltungsleiter Manfred Stork im Ausschuss, „und mit Unterstützung der Stadt wäre nicht zu rechnen“. Weil andere Flächen ums Tennisgelände nicht zur Verfügung stünden, sprach man erneut mit dem Landratsamt, so Stork. Ergebnis: Für den Bau der Plätze auf der ursprünglich anvisierten Fläche könne eine Ausnahmegenehmigung „mit mindestens flächengleichem Ersatz“ erteilt werden – zumal es sich um ein noch sehr junges Biotop handle.

Stadtratsmitglieder sind überrascht von Biotop

„Es freut mich sehr, dass diese Lösung möglich ist“, sagte CSU-Sprecherin Marion Lunz-Schmieder mit Verweis auf die „tolle Jugendarbeit des Vereins“. Eine Umplanung mit Verlegung der Parkplätze, so fügte sie an, „hätte wahnsinniges Geld erfordert, das wir alle nicht haben“. Die Grünen-Vertreter zeigten sich indes „überrascht über die unterschiedliche Bewertung von Biotopen“. Ein Biotop, betonte Alfred Honisch, sei „natürlich nicht einfach woanders zu ersetzen“. Horst Martin (SPD) wiederum war „erstaunt, was zwischenzeitlich alles als Biotop bezeichnet wird“. Auch die Wissenschaft sei hier „ uneins“. Nach Martins Überzeugung ist die vorgesehene Fläche jedenfalls „geeignet für Tennisplätze“.

Ausgleich fürs Biotop „in unmittelbarer Nähe“

„Die Tennisplätze gehören an diese Stelle“, befand auch Rupert Pentenrieder (BfW), der Grün-Referent des Stadtrates. Die auserkorene Erweiterungsfläche westlich der bestehenden Plätze seien vor einigen Jahren als „Erlebnisgolfplatz“ genutzt worden. Und die aus dieser Zeit noch vorhandenen Steine seien der Ausgangspunkt für das sich entwickelnde Biotop – etwa mit Eidechsen. Doch es sei „möglich und sinnvoll“, dieses nebenan auszugleichen, so Pentenrieder.

Dieser Ausgleich – nötig ist dafür eine Fläche von etwa 950 Quadratmetern – soll direkt nebenan erfolgen, so war man sich einig: etwa im Bereich des Hanges am Narbonner Ring. Grundsätzlich wäre auch die Aufwertung eines städtischen Grundstücks am Gögerl als Biotop-Ersatz möglich. Doch dieses solle man für spätere Ausgleichsfälle vorhalten, empfahl Pentenrieder. In diesem Sinne entschied der Bauausschuss gegen die Stimme von Luise Nowak (Grüne), dass die Tennisanlage im geplanten Bereich erweitert werden darf und der Biotop-Ausgleich „in unmittelbarer Nähe“ erfolgt.

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