VonMagnus Reitingerschließen
Ein neues Aktionsbündnis in Weilheim will per Bürgerbegehren das geplante Heizkraftwerk am Kranlöchl verhindern – und fordert, dieses direkt am Narbonner Ring zu bauen. Die Unterschriftensammlung läuft bereits.
Weilheim – Als Verhinderer wollen die Bürger, die das „Aktionsbündnis Grüngürtel Weilheim“ gegründet und das Bürgerbegehren zum geplanten Heizkraftwerk initiiert haben, keinesfalls dastehen. Man befürworte „ausdrücklich eine Wärmeversorgung mit erneuerbaren Energien“, heißt es in einer Presseerklärung vom gestrigen Mittwoch, plädiere aber für einen Standort, „der an bestehende Straßen und das Stadtgebiet angebunden ist“.
Transport von Hackschnitzeln und Asche
Bislang ist das Hackschnitzel-Heizkraftwerk, mit dem die Stadtwerke Weilheim den Nordosten der Kreisstadt mit Fernwärme versorgen wollen, am Kranlöchl geplant, auf dem Gelände der Gärtnerei Lotter. Das sei „mitten im Naherholungsgebiet um den Dietlhofer See“, moniert das Bündnis: „Dieser Standort würde nicht nur über 500 Meter zusätzliche Fernwärmeleitungen erfordern, sondern auch den Transport von Hackschnitzeln und Asche mit Lkw über beliebte Spazierwege: die Kranlöchlallee und den Weg am Skaterplatz und Tennisclub vorbei bis in den Wald. Auch könnte die Lage in einer Senke am Westhang des Landschaftsschutzgebietes Hardt bei Inversionswetterlagen problematisch werden.“
Schädigung der Allee befürchtet
Während der Bauphase und bei der Ver- und Entsorgung der Anlage befürchtet die Initiative „eine Gefährdung der Bevölkerung durch eine Zunahme des Schwerlastverkehrs auf der schmalen Straße“ – und bei einer Verlegung der Leitungen unter der Straße eine Schädigung der bestehenden Allee. Eva Maria Engel, Sprecherin des neuen Aktionsbündnisses, beklagt zudem, dass für diese Planung die bewirtschafteten Gemüsegärten vernichtet und das Wohnhaus der Gärtnerei abgerissen werden müssen. Das dort lebende Ehepaar habe „von der Planung aus der Zeitung erfahren“, so Engel; nach „einem Jahr im Unklaren über ihre Zukunft“ sei den Mietern nun nach 34 Jahren zum 31. Juli gekündigt worden,
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Zwei städtische Grundstücke am Narbonner Ring – der Glascontainerplatz und der Bolzplatz – bieten nach Ansicht der Initiatoren „bessere Möglichkeiten, sowohl eine zukunftsweisende Energieversorgung für unsere Stadt als auch Menschen- und Naturschutz vernünftig in Einklang zu bringen, ohne das wertvolle Naherholungsgebiet zu beeinträchtigen“. Doch diese Standorte seien „ohne stichhaltige Begründung bereits im Vorfeld ausgeschlossen“ worden.
Bündnis fordert „ausgewiesenen Grüngürtel“
Die Fragestellung des Bürgerbegehrens, für das alle Wahlberechtigten aus Weilheim unterschreiben können, lautet nun: „Sind Sie dafür, dass die Stadt Weilheim alle rechtlich zur Verfügung stehenden Maßnahmen ergreift, um die 26. Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung des Bebauungsplanes für eine Sonderbaufläche ,Energiezentrale Kranlöchl’ zu verhindern und darauf hinwirkt, dass das geplante Bauvorhaben der Stadtwerke Weilheim an einem Standort auf einem anderen städtischen Grundstück unmittelbar am Narbonner Ring vorangetrieben wird?“ Neben Eva Maria Engel werden als Vertreter des Begehrens Eckart Walchshöfer und Stadtratsmitglied Ullrich Klinkicht (Weilheim Miteinander) genannt, als Stellvertreter Monika Propach, Karin Knöthig und Stefan Schwaller.
Langfristiges Ziel des Aktionsbündnisses ist es, „die Naherholungsgebiete rund um Weilheim zu erhalten“. „Schnell und ohne Auto erreichbare Natur, die Raum bietet zum Erholen und Sport treiben, bedeutet einfach Lebensqualität“, so Knöthig. Diese Gebiete „sollen durch einen im Flächennutzungsplan ausgewiesenen Grüngürtel geschützt und der Flächenfraß eingedämmt“ werden – was ein Beitrag zum Gesundheits- und Klimaschutz, zur Verkehrsvermeidung und zum Erhalt der Artenvielfalt sei.
Nähere Informationen und Unterschriftenlisten zum Herunterladen finden sich unter www. gruenguertel-weilheim.de.
