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Der Großparkplatz des Klosters Benediktbeuern bekommt eine Ein- und Ausfahrtschranke. Die Pläne des Ordens sorgen für Aufregung im Dorf.
Benediktbeuern – Die Fundamente an der Einfahrt im Norden des Großparkplatzes und an der Ausfahrt nahe dem Maierhof stehen bereits seit dem Spätherbst. Aus den Betonplatten ragen Leerrohre. Die Sockel sind mit Warnbaken gesichert. Was ist hier geplant? Das fragen sich viele Kloster- und Kirchenbesucher sowie Grabbesitzer, die regelmäßig zur Pflege der letzten Ruhestätten ihrer Angehörigen vorbeikommen.
Der Salesianerorden strebe eine geregelte Parksituation an, sagt Klosterdirektor Pater Lothar Bily. Die Pläne dafür seien alles andere als neu. Zum einen dränge die Provinzleitung seit Jahren darauf, hier Einnahmen zu erzielen, die für den Unterhalt der Fläche notwendig seien. Zum anderen sei auch dem Leitungsteam des Klosters daran gelegen, dass man in diesem Bereich zu einer geregelten Verkehrssituation komme. Nach reiflicher Überlegung hat man sich laut Pater Bily für eine Schrankenlösung entschieden, bei der die Nutzung der derzeit 170 Parkplätze nur mittels Ticket möglich ist. Bei der Detailregelung sei man noch in „ergebnisoffenen Verhandlungen“.
Erste Stunde soll grundsätzlich kostenfrei sein
In der kommenden Woche ist nun ein Gespräch mit der zuständigen Kirchenverwaltung geplant. „Mal schauen, ob die mit unseren Vorstellungen einverstanden sind“, sagt der Klosterdirektor.
Eine feste Größe der neuen Regelung ist die für alle obligatorische Parkscheinregelung, ohne die weder eine Ein- noch Ausfahrt an den Schranken möglich sei. Damit spare man sich eine personalintensive und damit teure Überwachung des ruhenden Verkehrs.
Nach den vorläufigen Plänen des Klosters soll die erste Stunde der Parkplatznutzung grundsätzlich frei sein. Das käme sowohl Gottesdienstbesuchern als auch den Einheimischen bei der Friedhofspflege entgegen. Die elektronische Regelung der Parkzeiten könne kurzfristig geändert werden, zum Beispiel bei einem Requiem mit anschließender Beerdigung. „Dann können wir auch mal eine zweistündige Parkzeit freischalten“, sagt Bily. Für Dauerparker wie beispielsweise Hochschul-Mitarbeiter müsse man Sonderregelungen mit festen Tickets finden. Auch an die Hausangestellten müsse man denken, wenn während der Bauphase am Südtrakt des Klosters vorüberbegehend Parkplätze blockiert seien. Ansonsten seien moderate Parkgebühren geplant. „Wir denken da an 50 Cent pro Stunde“, so Bily.
Neue Parkplatz-Regelung soll im April starten
Mit der neuen Parkplatz-Beschrankung, die Anfang April starten soll, fallen die jetzigen Stellplätze für Busse weg. Sie sollen westlich, im Anschluss an den Autoparkplatz, neu angelegt werden. Dabei müsse man auch ein Auge darauf haben, dass die Parker nicht auf umliegende Flächen ausweichen. Der Direktor versichert: „Wir versuchen in jedem Fall Lösungen zu finden, die den vielen Nutzungen des Großparkplatzes gerecht werden.“
An einer einvernehmlichen Lösung für alle Betroffenen ist Bürgermeister Toni Ortlieb gelegen, wie in der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich wurde. Der Rathauschef fordert, dass der Öffentlichkeit ein Plan vorgelegt wird. Es müsse geklärt werden, wie Friedhofs- und Kirchenbesucher bei Besuchen von Gottesdiensten beziehungsweise größeren Beerdigungen parken können, welche Kosten entstehen und vor allem müsse gewährleistet werden, dass der Verkehr vom Parkplatz wieder zügig abfließen kann. Das gelte auch für Großveranstaltungen, vom Konzert bis zur Fronleichnamsprozession, sagte Ortlieb.
Das Kloster-Leitungsteam ist sich laut Pater Bily einig, dass man zudem den Parkplatz zeitnah mit der neuen Regelung so herrichten müsse, dass er in einem „annehmbaren Zustand ist“. Die angrenzenden Büsche in den Hecken seien bereits zurückgeschnitten. In die laufenden Planungen soll auch die Nachfrage nach in der Nacht ausgeleuchteten Frauenparkplätzen einfließen.
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