Im Filmkulissendorf Flake

Wikingermarkt in Walchensee: Kein „Leinen los“ fürs Wikingerschiff

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Selfie mit Wikingerschiff: Das Boot „Skidbladnir“ war ein beliebtes Motiv bei Gästen und Ausstellern.

Tausende Besucher strömten am Wochenende zum Wikingermarkt in Walchensee. Doch den Plan, die Gäste in See stechen zu lassen, vereitelte das Landratsamt.

Walchensee – Ein wenig angefressen war Daniel Weickel, der Tourismus-Leiter der Gemeinde Kochel, schon: Hatte man doch eigens für den Wikingermarkt am Walchensee als Hauptattraktion ein „echtes“ Wikingerschiff aus Bayrisch-Schwaben herankarren lassen. Doch statt über den Walchensee zu schippern, lag es am Wochenende lediglich fest vertäut am Ufer. Das war aber auch schon der einzige Wermutstropfen bei der elften Auflage des Wikingermarkts im Filmkulissendorf „Flake“. Tausende Besucher strömten dazu ans Westufer des Walchensees.

So gemütlich ist das Lagerleben am Walchensee. Hier wird über dem Feuer gerade das Essen zubereitet.

„Wir wurden zwar nicht überlaufen, aber der Besucherstrom hielt den ganzen Tag ständig an“, sagte Weickel am Samstag nach einem Auftakt nach Maß. „Bis jetzt dürften an die 2000 Besucher gekommen sein“, schätzte er. Genauere Zahlen sind schwierig zu ermitteln. Denn Kinder „unter Schwertmaß“ (etwa 1,20 Meter) hatten zu der Veranstaltung freien Eintritt.

Händler, Gaukler und Geschichtenerzähler bevölkern Wikingermarkt am Walchensee

An die 80 Händler, mittelalterliche Musiker, Gaukler, „Wikinger“ und Geschichtenerzähler belebten das Lagerleben am Walchensee-Ufergelände. Neben den Verkaufsständen war auch jede Menge Action geboten. Da wurden live Waffen aus der Wikingerzeit geschmiedet, schwere Rüstungen mit Kettenhemden und Helmen gebaut, Glasschmuck hergestellt oder Stoffe aus Rohwolle gewebt.

Rundfahrten mit Wikingerschiff auf dem Walchensee wurden nicht genehmigt

„Die Stimmung auch unter den Lagerleuten, die sich bei den einzelnen Programmpunkten sehr engagiert gezeigt haben, ist ausnehmend gut“, berichtete der Chef-Organisator. 

Der Geschichtenerzähler Bertram der Wanderer war bei den jungen Besuchern des Markts besonders beliebt.

So ließen die „Wikinger“ bei den zahlreichen Schaukämpfen die rauen und abenteuerlichen Seiten des Zeitalters wieder aufleben. Dabei legten die Protagonisten viel Wert auf Authentizität und wiesen in ihren Erklärungen zum Waffengang immer wieder auf „Fehler“ in den zahlreichen Wikingerfilmen hin.

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Und die Kinder waren ganz hin und weg, wenn Bertram der Wanderer seine Märchen erzählte. Am Rande des Wikingermarkts gab’s eine weitere Premiere: Neuartige, mobile Holztoiletten einer Benediktbeurer Firma, ganz ohne Chemie, bestanden bei den zahlreichen Besuchern ihren ersten Härtetest.

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Und auch wenn das Wikingerschiff nicht in See stach, erfüllte es doch seinen Zweck als Hintergrund auf zahlreichen Selfies. Rund zehn Meter lang ist der originalgetreue Nachbau der „Skidbladnir“ – in der nordischen Mythologie das Schiff des Gottes Freyr. 

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Die ursprünglich geplanten kleinen Rundfahrten habe das Landratsamt nicht genehmigt, erklärte Weickel. Auf dem Walchensee sei kein Personentransport erlaubt, so die Auskunft der Kreisbehörde. „Dabei wollten wir doch bloß die Kinder ein wenig am Ufer herumpaddeln lassen“, erklärte der ebenfalls enttäuschte Kochler Bürgermeister Thomas Holz.

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