„Das ist zukunftsweisend“

Wohnungen aus dem 3D-Beton-Drucker: Politiker-Plan für günstigere Mieten in München

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In Beckum ist ein Haus mittels 3D-Betondrucker entstanden.
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Um schneller Wohnungen zu bauen, will die CSU 3D-Betondrucker einsetzen. Durch die Technik sind in Deutschland bereits Häuser errichtet worden.

München – Der Bedarf an günstigen Wohnungen in München ist groß. Es wird zu wenig gebaut, nicht nur bei der städtischen Gesellschaft, auch in der Privatwirtschaft. Grund sind auch die hohen Baukosten, die dann wiederum zu hohen Mieten führen. Der Stadtrat hatte erst Anfang Mai beschlossen, die Kosten bei Bauprojekten um mindestens zehn Prozent zu senken. Die CSU macht nun noch einen weiteren Vorschlag: Wohnungen aus dem 3D-Betondrucker!

Idee für München: Wohnungen aus dem 3D-Betondrucker sind fünfmal schneller fertig als in herkömmlicher Bauweise

In fünf Minuten schafft der Drucker einen Quadratmeter Wand.

Das klingt zunächst mal nach einem Luftschloss, ist aber tatsächlich an anderen Orten bereits Realität. In Beckum bei Günzburg (Nordrhein-Westfalen) ist bereits 2020 das erste Einfamilienhaus im 3D-Betondruckverfahren fertiggestellt worden. Das erste Mehrfamilienhaus mit fünf Wohnungen steht seit Mitte 2021 in Wallenhausen (Landkreis Neu-Ulm).

Initiator des Pilotprojektes ist die bayerische Firma „Peri“ aus Weißenhorn, die Betondrucker verkauft und vermietet. Der 3D-Drucker ist an einem Gerüst befestigt und spritzt den Beton Schicht für Schicht auf. Diese Lagen sind nachher am Haus sichtbar. In fünf Minuten schafft der Drucker einen Quadratmeter Wand, für Fenster und Türen lässt er Platz.

Wohnungen aus dem 3D-Betondrucker: CSU fordert schnelles Konzept

Vorteil: Die Gebäude sind schnell fertig, laut Fachpresse fünfmal schneller als herkömmliche Rohbauten. Und der Drucker kann theoretisch rund um die Uhr arbeiten. Es entsteht zudem wenig Abfall, da nur das zum Bau erforderliche Material verwendet wird. Nachteil: die Kosten. Der kleinste Betondrucker kostet bereits 200 000 Euro.

Die CSU will das Modell dennoch testen: In einem Antrag heißt es, die zuständigen Stadtreferate sollen rasch ein Konzept entwickeln, wie diese Technologie und ihre Vorteile bei städtischen Bauten zum Einsatz kommen können. CSU-Chef Manuel Pretzl sagte der tz: „3D-Betondruck entwickelt sich laufend fort, es sind bereits Nutz- und Wohngebäude sowie Außenanlagen mit dieser neuen Technologie erstellt worden.“

Wohnungen aus dem 3D-Betondrucker: „Bei dieser Technik fällt wenig Abfall an, sie ermöglicht schnellere Bauzeiten“

So wurde im Jahr 2017 eine Fahrradbrücke in den Niederlanden mit dem Drucker gebaut, und am Campus Technik der Universität Innsbruck finden sich gedruckte Außenanlagen.

Betondruck schone nachhaltig Umwelt- und Finanzressourcen, sagt CSU-Chef Pretzl. „Bei dieser Technik fällt wenig Abfall an, sie ermöglicht schnellere Bauzeiten und eine vielfältige Gestaltung. Der Einsatz der Technik ist daher zukunftsweisend.“

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