Sportlergala in der Loisachhalle

Ein neuer Superlativ: Stadt Wolfratshausen zeichnet 169 Sportler aus

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Neuer Rekord: 169 Sportler wurden am Freitag in der Loisachhalle ausgezeichnet – so viele wie noch nie.
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Seit 2011 ehrt die Stadt Athleten, Mannschaften, Trainer und Förderer im Rahmen einer Sportlergala in der Loisachhalle. Heuer gab es mit 169 ausgezeichneten Sportlern einen neuen Superlativ.

Wolfratshausen – Seit 2011 ehrt die Stadt Athleten, Mannschaften, Trainer und Förderer im Rahmen einer Sportlergala in der Loisachhalle. Die Budgets, die Konzepte und die Beteiligung variierten dabei stark. Am Freitagabend wurde mit der Auszeichnung von 169 Sportlern ein neuer Superlativ aufgestellt. „Herausragende Sportler zu ehren, liegt mir besonders am Herzen“, erklärte Bürgermeister Klaus Heilinglechner in seiner Eröffnungsrede. Zuvor war der Rathauschef zusammen mit Vertretern der Vereine begleitet vom Beifall des Publikums in die Halle marschiert.

Fast eine halbe Million Euro hat die Stadt laut Heilinglechner im Jahr 2017 in den Sport investiert. Eine Summe, die auch dem erstmals engagierten Moderator Hannes Hoch imponierte. Der versierte Sprecher, der zuvor unter anderem bei der Fußball-WM-Fanmeile in Berlin auftrat, lobte die „positive Stimmung“ in der Loisachhalle. Dass er bei der Ehrung der Tennisabteilung des BCF Wolfratshausen versehentlich vom „BCF Waldram“ sprach, lag an einem Fehler auf seiner schriftlichen Vorlage und wurde dem Moderator nicht übel genommen.

Vor dem mehrstündigen Ehrungsmarathon entschuldigte sich der Sportreferent des Stadtrates, Maximilian Schwarz, dafür, dass die Lieferung der Anstecknadeln für die Preisträger erst in einigen Wochen erfolgt. Als vorübergehenden Ersatz fertigten Mitarbeiter der Stadtverwaltung wenige Tage vor der Veranstaltung in Überstunden Buttons mit dem Stadtwappen an.

In WM-Form: Die beiden Freestyle-Fußballer Adrian Fogel und Dominik Kaiser sorgten für kurzweilige Unterhaltung des Publikums in der Loisachhalle.

Die ersten Urkunden nahmen zunächst Sportler in der Kategorie Bronze entgegen. Damit wurden Leistungen auf Kreis- und Bezirksebene gewürdigt, mit Silber die drei besten Athleten der bayerischen, süddeutschen oder vergleichbaren Meisterschaften sowie die Plätze zwei und drei bei Deutschen Meisterschaften. Das Gold-Abzeichen erhielten Deutsche Meister sowie Teilnehmer bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften. Dazwischen sorgten Showeinlagen des „Beatboxers“ Madox, des Tänzers Felix Müller sowie der beiden Freestyle-Fußballer Adrian Fogel und Dominik Kaiser für kurzweilige Unterhaltung. Die Organisation des Rahmenprogramms lag wie in den vergangenen Jahren in den Händen des Waldramer Choreographen Dominik Halamek.

Als weiterer Höhepunkt erwies sich das Interview mit dem deutschen Eishockeynationalspieler Korbinian Holzer, der Einblicke in die Transfergeheimnisse der amerikanischen NHL gab. Der in Gelting aufgewachsene Sportler, der derzeit bei den südkalifornischen Anaheim Ducks unter Vertrag steht, genießt gerade die kurze Sommerpause in seiner oberbayerischen Heimat und stellte für die Tombola zudem einen seiner Eishockeyschläger zur Verfügung. Weitere Preise stifteten Sponsoren.

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Dass das Budget für die Sportlergala mit rund 18 000 Euro fast doppelt so hoch wie der Etat für die Sportlerehrung in der Nachbarstadt Geretsried ausfällt, wollte Schwarz auf Nachfrage unserer Zeitung nicht kommentieren. Am Ende des fast feststündigen Festakts zog er jedoch ein begeistertes Fazit: „Das war die schönste Sportlergala, die ich je erlebt habe“.

Langstreckenläufer Klaus Mannweiler ist „Der Sportler des Jahres“

Bürgermeister Klaus Heilinglechner machte es am Ende des Galaabends spannend und öffnete das Kuvert, in dem sich der Name des Sportlers des Jahres befand, bewusst langsam. Die Wahl fiel auf Klaus Mannweiler. Der 51-jährige Langstreckenläufer errang unter anderem den oberbayerischen Meistertitel im Halbmarathon und bewies auch bei einem internationalen Wettbewerb in Toronto/Kanada seine Extraklasse. Nur knapp das Nachsehen hatte der 16-jährige Nachwuchs-Leichtathlet Alessandro Rastelli von der DJK Waldram. Die 100-Meter-Strecke, der Weit- und Hochsprung sind seine Paradedisziplinen. Für besonders herausragende Leistungen wurde er wie Klaus Mannweiler in der Kategorie Gold geehrt. Über diese Auszeichnung durften sich zudem der Ultra-Marathonläufer Günter Marhold (TSV Wolfratshausen), der Leichtathlet Wilhelm Martin (DJK Waldram), das Mountainbike-Team des RSC Wolfratshausen und Maria Zander (RSC Wolfratshausen) freuen. 

Glückwunsch: Bürgermeister Klaus Heilinglechner gratuliert dem „Sportler des Jahres“, Klaus Mannweiler (re.).

Den Titel „Nachwuchssportler des Jahres“ sicherte sich Niklas Vonthein vom TC Wolfratshausen. „Trainer des Jahres“ darf sich Tobias Loder nennen. Der 35-Jährige leitet die Geräteturnabteilung des TSV Wolfratshausen mit viel Humor und Fachkompetenz. Die Ehrung als offizieller „Förderer des Sports“ nahm Thomas Reiser vom TSV Wolfratshausen entgegen. Für ihr „sportliches Lebenswerk“ wurde die Ex-Radprofifahrerin Claudia Lichtenberg geehrt. Laudator Wolfgang Sacher bezeichnete die 32-Jährige, die auch bei den Olympischen Spielen in Rio an den Start ging, als „Aushängeschild Wolfratshausens“. Die drei Bürgermeister Klaus Heilinglechner, Fritz Schnaller und Helmuth Holzheu verteilten bei der Sportlergala zudem zahlreiche weitere Auszeichnungen in den Kategorien Bronze und Silber. ph

Ausnahmesportlerin: Die ehemalige Profiradrennfahrerin Claudia Lichtenberg wurde für ihr sportliches Lebenswerk geehrt.

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