Penzberger Alois Deisenberger

Zum 40. Mal bei Benediktbeurer Wallfahrt dabei: „An Leonhardi wird man nicht krank“

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Pferdebegeistert: Alois Deisenberger zwischen Helena (li.) und Simmerl.

Wenn an diesem Sonntag die 138. Leonhardifahrt in Benediktbeuern stattfindet, wird das für Alois Deisenberger eine ganz besondere Wallfahrt sein: Dann wird der Penzberger für seine 40. Teilnahme in Folge geehrt.

Benediktbeuern/Penzberg An seine erste Leonhardifahrt kann sich Alois Deisenberger noch genau erinnern: Das war 1979. Er selbst war gerade einmal 18 Jahre alt und hatte sich erst vor etwa einem Jahr sein erstes eigenes Pferd gekauft – einen Haflinger. Und natürlich wollte er sofort an der Wallfahrt zu Ehren des Heiligen Leonhard teilnehmen. „Der Segen für Haus und Hof und die Tiere: Der ist mir schon sehr wichtig“, erklärt Deisenberger, der im Penzberger Ortsteil Rain zuhause ist. Seit 40 Jahren fährt er jedes Jahr in Benediktbeuern mit. Krank war er nie, denn: „An Leonhardi wird man nicht krank.“

Die Liebe zu den Pferden ist bei dem 58-Jährigen von Klein auf gewachsen. Zwar hatte sein Vater in seiner Kindheit keine Pferde mehr. Über Freunde und Bekannte aber wurde seine Leidenschaft für die Tiere geweckt. Schon als Bub sei er unter anderem beim Holzrücken im Wald dabei gewesen und auch bei Leonhardifahrten mitgefahren oder -geritten. Als er dann im Herbst 1979 sein erstes eigenes Pferd hatte, tat er sich mit einem Freund, der ebenfalls einen Haflinger besaß, zusammen. „Wir haben damals in Benediktbeuern den Penzberger Wagen mit dem St.-Johannisrainer-Kircherl gefahren“, erzählt Deisenberger.

Seit 2000 fährt Deisenberger die Jungfrauen aus Benediktbeuern

Bis 1983 zog sein Pferd bei den Leonhardifahrten im Klosterdorf den Wagen mit dem kleinen Kircherl obendrauf. Dann spannte Deisenberger für die Stadtkapelle Penzberg und den Bergknappenverein der Stadt ein. „Seit dem Jahr 2000 fahre ich die Jungfrauen aus Benediktbeuern“, sagt Deisenberger, dessen Frau gebürtig aus dem Klosterdorf stammt.

Hauptberuflich arbeitet er im Penzberger Bauhof. Bei Pferdebesitzern und Landwirten im Umkreis ist Deisenberger aber als Vorsitzender des Georgivereins „D´Rosserer“ bekannt. Seit 20 Jahren führt er den Verein, dessen Mitglieder aus der ganzen Region kommen.

Mittlerweile hat Deisenberger auf seinem Hof vier Pferde stehen, darunter die Kaltblüter Helena und Simmerl. Die elfjährige Stute und der 13-jährige Wallach haben bereits einige Erfahrung mit Leonhardifahrten, und werden von Deisenberger das ganze Jahr über eingesetzt – etwa für Kutschfahrten beim Penzberger Volksfest oder bei Holzrückewettbewerben. Zusammen mit zwei Pferden eines Freundes aus Gelting werden Helena und Simmerl auch heuer den Tafelwagen der Jungfrauen ziehen – als prachtvolles Vierergespann. Deisenberger selbst wird von Simmerls Rücken aus das Gespann lenken.

Die Wallfahrten zu Ehren des Heiligen Leonhard sind für ihn etwas ganz Besonderes. Außer in Benediktbeuern fährt er auch regelmäßig in Tölz mit, in Murnau und Peißenberg oder schwingt sich für den Ritt in Oberbuchen selbst in den Sattel.

Benediktbeurer Leonhardifahrt startet um 9 Uhr

Dass Helena und Simmerl am Festtag prächtig herausgeputzt sind, dafür wird Deisenberger selbst sorgen: Er wird die Tiere waschen, Mähne und Schweif einflechten und ihre Geschirre putzen. Per Pferdehänger bringt er seine Pferde dann ins Klosterdorf, wo der Tafelwagen (heuer in der Zugfolge die Nummer 7) schon bereit stehen wird. Zusammen mit zwei Braxern wird Deisenberger dann auch heuer dafür sorgen, dass die mitfahrenden Wallfahrerinnen eine unfallfreie Fahrt haben.

Die Leonhardifahrt in Benediktbeuern an diesem Sonntag, 3. November, beginnt um 9 Uhr. Abends gibt es einen Leonharditanz im Gasthaus Post. Franziska Seliger

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