Mehr Geld für Kultur gefordert

„Absolut förderungswürdig“ – Bremer Kultur-Festival „Breminale“ erhält Zuschuss vom Bund

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Die „Breminale“ kann sich in diesem Jahr über zusätzliche finanzielle Mittel vom Bund freuen. Doch die Finanzspritze kann die Probleme nicht lösen, vor denen große Festivals ohne Eintritt stehen.

Bremen – Das Kulturfestival „Breminale“ ist eine Institution. Jedes Jahr im Sommer zieht das Open-Air-Fest mit seinem hochwertigen Programm hunderttausende Besucher an, nicht nur aus Bremen. Um allen den Zugang zu Kultur zu ermöglichen, verlangen die Veranstalter keinen Eintritt.

Das kostet natürlich eine Menge Geld, denn bei dem Fest am Osterdeich werden fünf Tage lang sieben Bühnen bespielt – bei zuletzt stark gestiegenen Kosten.

„Breminale“ angesichts der „aktuellen (pop-)kulturellen und politischen Verhältnisse absolut förderungswürdig“

Umso bedeutungsvoller dürfte es daher sein, dass die „Breminale“ in diesem Jahr den Förderhöchstbetrag von 50.000 Euro von der „Initiative Musik“ der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien erhält.

Die „Breminale“ am Osterdeich ist ein Publikumsliebling. Sie findet jeden Sommer statt und bietet fünf Tage lang ein buntes Kulturprogramm – ohne Eintritt.

„Mit den zugesagten Mitteln wird das Programm und ein Großteil der Infrastruktur für die Zeltbühne Schleuse finanziert“, erklärt Festivalleiter Jonte von Döllen auf Anfrage von kreiszeitung.de. „Das Programmkonzept der Schleuse ist bezüglich der aktuellen (Pop)kulturellen und politischen Verhältnisse absolut förderungswürdig.“ Auf der Schleuse-Bühne können interessierte Zuschauer vor allem Newcomer-Bands aus Bremen kennenlernen.

Festivals wie die Breminale stehen „bundesweit vor erheblichen finanziellen Schwierigkeiten“

Doch trotz des Zuschusses steht das Festival vor Problemen: „Das Festivalformat ‚Umsonst & Draußen‘ steht bundesweit vor erheblichen finanziellen Schwierigkeiten, da der Markt sich im Vergleich zu Vor-Corona drastisch verteuert hat“, sagt von Döllen. Zudem arbeiteten diese Formate oftmals ohne Profite und hätten daher wenig bis keine finanziellen Polster.

Ohne politische Hilfe würde es daher künftig schwierig, auch wenn man versuche, die Kosten und Ausgaben der neuen Marktsituation anzupassen. „Tendenziell werden viele Formate unzureichend gefördert“, befindet der Festivalleiter. „Gegebenenfalls müssten hier für die Zukunft Prioritäten gesetzt werden oder deutlich mehr Geld zur Verfügung stehen.“

Um das Festival künftig auch in der gewohnten Größe gestalten zu können, fehlen nach Informationen des NDR noch etwa 200.000 Euro.

Breminale bietet vom 3. bis 7. Juli wieder zahlreiche Programm-Highlights – auf sieben Bühnen

Auch das diesjährige Programm der Breminale kann sich mit seinem bunten Mix aus Musik, Theater, Tanz und Literatur wieder sehen lassen. Zahlreiche Künstler und Acta haben bereits ihre Teilnahme zugesagt. Zu den Publikumsmagneten dürften vor allem die Berliner Rapperin Wa22ermann sowie die österreichische Band Saló gehören. Auch die Hip-Hopperin Lia Şahin dürfte als weiteres Highlight zahlreiche Menschen auf das Festival locken. Die Breminale findet in diesem Jahr vom 3. bis 7. Juli statt.

Um das Festival zu unterstützen, können sogenannte Soli-Tickets erworben werden. Doch die Nachfrage danach hielte sich momentan noch in Grenzen. Erst eine mittlere dreistellige Anzahl sei verkauft worden, berichtet der NDR. Soli-Tickets kosten zwischen zehn und 100 Euro. Sie können auf der Website der Breminale erworben werden.

Rubriklistenbild: © Focke Strangmann/dpa

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