Entscheidung im Wettbewerb zum Umbau des Platzes

Bremer Innenstadt: Domshof bekommt Tribüne

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Pläne für den Domshof – eine tribünenartige Erhöhung setzt dem Platz eine neue optische Grenze.
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Wie in Sachen Obernstraße, so sind nun auch beim Domshof die sprichwörtlichen Würfel gefallen. Bremen will den zentralen Innenstadt-Platz tüchtig umgestalten.

Bremen – Seit Jahrzehnten wird in Bremen über eine Neugestaltung von Domshof und Wochenmarkt gestritten. Jetzt ist tatsächlich eine Entscheidung gefallen, richtungsweisend für die weitere Entwicklung der Bremer Innenstadt. Der Wettbewerb für den Umbau des Domshofs ist beendet. Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) hat den Büros „Sowatorini Landschaft“ (Berlin) und „RB+P Landschaftsarchitektur“ (Kassel) „den Zuschlag für weitere Planungsleistungen zur Umgestaltung des wichtigsten Stadtplatzes erteilt“, hieß es am Donnerstag im Rathaus.

Und weiter: „Die Arbeitsgemeinschaft wird den Domshof nun zum ganztägigen Treffpunkt machen: attraktiver, grüner, barrierefrei.“ 2024 wird weiter geplant, ab 2025 soll gebaut werden. Die „Sowatorini“-Pläne sehen eine „Verwandlung in drei Akten“ vor – und eine markante Veränderung, denn eine Ecke des Domshofs soll angehoben werden. An der nordöstlichen Seite geht es in Zukunft bis zu dreieinhalb Meter in die Höhe, was den Platz vom Bereich Schüsselkorb/Violenstraße spürbar abgrenzen dürfte. Die „Wand“ versperrt dann auch Teile der gewohnten Sicht von der Bischofsnadel in Richtung Dom und Rathaus.

Eine „skulpturale Erhöhung“ für den Domshof in Bremen

Die Planer sprechen in diesem Zusammenhang von einer „skulpturalen Erhöhung“, die „sowohl als Tribüne für Veranstaltungen sowie konsumfreier Aufenthaltsort zum Beobachten und Verweilen genutzt werden kann“. Einen weiteren praktischen Zweck soll die Erhöhung obendrein erfüllen: Sie bietet den Zugang zum geplanten Fahrradparkhaus im Tiefbunker unterhalb des Domshofs. Außerdem sehen die Planer hier „Wurzelraum für neue, großkronige Bäume“, die das Klima auf dem Domshof verbessern sollen.

„Der vorhandene Baumbestand soll zu einem Schatten spendenden Baumhain entwickelt werden“, hieß es am Donnerstag weiter. An der südöstlichen Seite des Platzes ist eine nach allen Seiten offene Holzkonstruktion mit „naturbezogener Dachdeckung“ geplant – und zwar als dauerhaftes gastronomisches Angebot. Diese Planung geht auch auf die positive Resonanz zurück, die der temporäre sommerliche „Genusspavillon“ im Zusammenhang mit dem Projekt „Open Space“ bekommen hatte. Weil das gut lief, soll es ein vergleichbares Angebot in Zukunft während des ganzen Jahres geben.

Der Radweg kommt auf die andere Seite

Auf der Seite der früheren Bremer Bank hat sich unterdessen ein funktionierender Dreiklang entwickelt: Das Kaufhaus „Manufactum“, die „Markthalle Acht“ und das in diesem Jahr an diese Stelle gezogene Kaufhaus „Made in Bremen“ sind Publikumsmagneten. Zugänge und Außengastronomie von „Markthalle“ und „Manufactum“ aber litten bisher unter der Radspur vor der Tür. Die Lösung soll sein, dass der Radverkehr in Zukunft auf die andere Seite des Domshofs verlegt wird. Geplant ist ein Zweirichtungsverkehr an der Westseite des Platzes. Am seit langer Zeit wieder und wieder kritisierten Erscheinungsbild des Wochenmarkts soll sich ebenfalls etwas ändern, für den Markt ist eine komplett neue Stand-Struktur geplant, sprich: „Eine neue Anordnung, welche Kompaktheit schaffen und den Markt insgesamt offener und attraktiver erscheinen lassen soll.“

„Der Umbau wertet den Domshof als zentralen Versammlungsort auf – ob für Feiern und Feste, für Konzerte und Public Viewing, für den Wochenmarkt oder einfach nur für die Pause zwischendurch. Nutznießer ist die gesamte Bremer Innenstadt“, erklärte Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) am Donnerstag. Auch die Studenten, die in etwa einem Jahr den geplanten Uni-Campus im früheren Landesbank-Gebäude beziehen, würden davon profitieren. Carl Zillich, der Geschäftsführer des Projektbüros Innenstadt, sieht es ähnlich: „Der mutige Entwurf schafft die gestalterische Integration von neuer Infrastruktur und neuen Aufenthaltsqualitäten, auch für junge Menschen.“

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