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Es kommt Bewegung in die Bremer City: Das frühere C&A-Gebäude hat einen neuen Eigentümer.
Bremen – Das leerstehende frühere C&A-Gebäude am Hanseatenhof in der Bremer Innenstadt ist verkauft worden. Dem Vernehmen nach ist der Bremer Immobilienunternehmer Marco Bremermann (Müller & Bremermann), der zuletzt das „Wallkontor“ auf dem früheren „Harms“-Areal am Wall errichtet hat, der neue Eigentümer des markant-zeittypischen 80er-Jahre-Bauwerks. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür noch nicht.
Der einstige C&A-Bau gilt – nicht nur wegen seiner Größe, sondern auch wegen seiner Lage – als eine der entscheidenden Immobilien für die zukünftige Entwicklung der Bremer City. Das Gebäude liegt zwischen dem Lloydhof und dem früheren „Galeria-Kaufhof“-Gebäude, aus dem jetzt das „Opti“-City-Möbelhaus auszieht und dessen Zukunft seit Jahren intensiv diskutiert wird. Die Frage wird nun aber eben auch sein, wie das ehemalige C&A-Gebäude in Zukunft genutzt wird und welche Impulse davon für die Bremer City womöglich ausgehen können. Wie zu hören ist, will der neue Eigentümer sich in der nächsten Woche zu seinen Plänen äußern.
Vor nunmehr fast drei Jahren, im Oktober 2021, war das Modehandelsunternehmen C&A aus dem Gebäude am Hanseatenhof ausgezogen und in die Obernstraße gewechselt, um sich zu verkleinern. Am Hanseatenhof hatte das Textilhaus einst etwa 5.000 Quadratmeter auf fünf Etagen gefüllt; an der Obernstraße wurden daraus 2.500 Quadratmeter auf vier Etagen.
Drei Jahre Leerstand mitten in der Bremer City
Der Bau am Hanseatenhof, aus dem sich vor C&A auch schon das Bistro „Alex“ zurückgezogen hatte, stand seither leer. Das Gebäude stammt aus einer Zeit, in der die Innenstädte (und der Einzelhandel) noch brummten und Leerstand ein Fremdwort war – 1988 erbaut, verteilen sich hier insgesamt etwa 20.000 Quadratmeter Nutzfläche über sechs Stockwerke.
Nach dem „C&A“-Auszug hieß es zunächst, dass Wohnungen in dem Gebäude entstehen sollten – passend zum von der bremischen Politik formulierten Ziel, mehr Wohnen in der Innenstadt zu ermöglichen, um die Bremer City auch außerhalb der Büro- und Geschäftszeiten zu beleben. Doch aus den Umbauplänen wurde letztlich nichts. Nun hat die Düsseldorfer Immobilien-Investmentgesellschaft AIK das Gebäude verkauft.
Investoren-Deal ermöglicht Neustart für den Bremer Hanseatenhof
Der Hanseatenhof, zu dem das Gebäude sich öffnet, wirkte zuletzt durch den Leerstand oft trist und verwaist, besonders in den Wintermonaten: Kinderspielplatz leer, Tombola-Buden unbesetzt. Dabei könnte der Platz ein Bindeglied zwischen der Lloydpassage und dem Bereich Lloydhof/Ansgarikirchhof sein. Ein zentrales Element auf dem Hanseatenhof ist das Kunstwerk „Bessel-Ei“, das hier seit 1990 steht und an den Naturwissenschaftler Friedrich Wilhelm Bessel (1784 bis 1846) erinnert.
Die Arbeit des Bildhauers Jürgen Goertz wirkt in ihrer verspielten Verbindung unterschiedlichster Elemente wie ein Produkt der Postmoderne: Bessel-Porträt und Fernrohr, Farbspektrum und Ei in einem Material-Mix aus Bronzeguss und Edelstahl, Sandstein, Glas und Granit. Nun also soll sich Bessels Nachbarschaft wieder deutlich beleben.
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