Terminal kommt in neue Hände

„Übernachtungen auf Rekordniveau“: Tourismus brummt in Bremen

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Die Bremer Kampagne „Mehr als Märchen“ wurde bundesweit auf Großflächen, in Anzeigen und in Online-Medien eingesetzt.
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Der Tourismus in Bremen boomt, noch nie hat es so viele Übernachtungen von Urlaubern gegeben. Auch in Bremerhaven hofft man auf den Einstieg eines neuen Terminal-Betreibers.

Bremen/Bremerhaven – Die Besucherzahlen steigen. „Touristische Übernachtungen auf Rekordniveau“, das haben am Donnerstag Wirtschaftsförderung (WFB) und Wirtschaftsressort gemeldet. Zudem bekommt das Columbus-Kreuzfahrtterminal in Bremerhaven zum 1. Januar 2025 mit der Aktiengesellschaft Global Ports Holding aus der Türkei eine neue Betreiberin. Die oppositionelle CDU kritisiert unterdessen das Vergabeverfahren.

Die Konzession des derzeitigen Betreibers Columbus Cruise Center Bremerhaven läuft Ende 2024 aus. Die Global Ports Holding ist in 14 Ländern als Betreiberin von insgesamt 27 Kreuzfahrthäfen aktiv. Sie habe sich „gegen mehrere nationale und internationale Bewerbungen durchgesetzt“, so ein Sprecher des Wirtschaftsressorts. Die Laufzeit der neuen Konzession betrage „zehn Jahre mit einer Option auf weitere fünf Jahre“. Für die Entscheidung ausschlaggebend seien „neben der Wirtschaftlichkeit des Angebots insbesondere die Qualität und Nachhaltigkeit“ des Betreiberkonzepts gewesen. Einzelheiten zu diesem Konzept wollen das Unternehmen, Wirtschafts- und Häfensenatorin Kristina Vogt (Linke) und Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) erst am 26. September verkünden.

Schöne Lichtstimmung am Columbus-Kreuzfahrtterminal in Bremerhaven.

„Mit der Global Port Holding haben wir eine Partnerin für die Zukunft des Kreuzfahrstandortes Bremerhaven gefunden, die bereits an zahlreichen Standorten ihre Professionalität und Leistungsfähigkeit nachgewiesen hat. Derzeit investiert das Land Bremen rund 80 Millionen Euro in den Ausbau des Kreuzfahrtstandortes. Gemeinsam mit unserer neuen Partnerin wollen wir für weiteren Wachstum des Kreuzfahrtgeschäftes in Bremerhaven sorgen“, kündigte Vogt schon einmal an.

Bremer CDU: „Betreiberkonzept muss sofort auf den Tisch!“

Die CDU will die Senatorin damit nicht so durchkommen lassen. Erneut sei eine „strategisch wichtige Entscheidung für Bremerhaven“ zuerst der Presse verkündet worden. Auch über das Betreiberkonzept seien „die zuständigen Gremien noch nicht informiert“, so Thorsten Raschen, hafenpolitischer Sprecher, am Donnerstag. „Das Kreuzfahrtterminal steht im Eigentum der Stadt Bremen. Das Betreiberkonzept von Global Ports für das Kreuzfahrtterminal muss sofort auf den Tisch.“ Zufriedenheit hingegen herrscht bei der Hafenbetriebsgesellschaft Bremenports, die die europaweite Ausschreibung im Auftrag der Stadt Bremen organisiert hatte. Die Global Ports Holding werde „als zukünftige Betreiberin einen positiven Beitrag zur weiteren Entwicklung an der Columbuskaje leisten“, so Bremenports-Geschäftsführer Robert Howe.

Für gute Stimmung sorgen derweil auch die Statistiker mit den aktuellen Tourismus-Zahlen. Sie liegen inzwischen über dem Vor-Corona-Niveau, hieß es am Donnerstag. Von Januar bis Juni des laufenden Jahres registrierte das Statistische Landesamt exakt 1.088.607 Übernachtungen in den – so heißt das im Behördendeutsch – „gewerblichen Beherbergungsbetrieben der Stadt Bremen“. Das waren 23,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit übertrifft das erste Halbjahr 2023 auch die Zahlen des bisherigen Rekordjahrs 2019 um 1,4 Prozent (oder eben: 15.112 Übernachtungen). Nie zuvor seien in einem ersten Halbjahr mehr Übernachtungsgäste in Bremen gewesen.

Unsere bundesweite Werbekampagne wirkt“, erklärte Senatorin Vogt. „Denn mit diesen Zahlen liegt Bremen auch im Vergleich zu vielen anderen deutschen Destinationen weit vorne.“ Und: „Wir haben in diesem Jahr so viel für Bremen geworben wie noch nie zuvor“, so der Bremer Tourismus-Chef Oliver Rau.

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