Die Angelsportvereine Eschwege und Schwebda beziehen Stellung zu den Vorschlägen und Beschlüssen, mit denen sich Meinhard an der Rettung des Werratalsees beteiligen möchte.
Eschwege – Zu den jüngsten Vorschlägen und Beschlüssen der Gemeinde Meinhard zur Rettung und Sanierung des Werratalsees haben die beiden Vorsitzenden der Angelsportverbände Eschwege und Schwebda, Alexander Tschirlich und Michael Otto, jetzt öffentlich Stellung bezogen. Unter anderem hatte Meinhards Bürgermeister Brill zur Diskussion gestellt, die Fische zu ihrem eigenen Schutz aus dem Werratalsee abzufischen und in benachbarte Gewässer umzusetzen. „Mit großer Freude durften wir zunächst zur Kenntnis nehmen, dass sich die Gemeinde Meinhard wieder mit dem Thema Werratalsee beschäftigt.“ Die geplante Wasserstandsanhebung des Sees sei „sehr gut und unumgänglich und die Schaffung von Retentionsräumen eine notwendige und wichtige Aktion. Wir begrüßen die hier vollzogene Trendwende sehr“.
„Bestürzt“ hingegen reagieren die Angelvereine auf die Aussage von Meinhards Bürgermeister, der dem Ruder- und Segelsport Priorität vor dem Angelsport einräumt. „Dies kann folglich nur heißen, dass es ihm lediglich um Interessen geht und nicht mehr um Tiere, Natur und Habitate“, heißt es in der Erklärung. Dies würde auch seine geleisteten Aussagen bestätigen, dass die von den beiden Angelsportverbänden geleistete ehrenamtliche Arbeit während des gesamten Einsatzes beim Fischsterben im September indirekt infrage gestellt wurde. „Ohne die aufmerksamen Gewässerwarte und Vereinsmitglieder der Vereine hätte das Fischsterben ein deutlich größeres Ausmaß angenommen.“ Zudem hatten die Vereine die Aufgabe des Aufsammelns der Fischkadaver übernommen – „ohne Unterstützung anderer, einfach, weil es jemand tun musste, um Schlimmeres zu verhindern“.
„Wir als Angler sind nicht nur für die Hege und Pflege unserer Gewässer verantwortlich, sondern machen dies aus Passion und Überzeugung. Wir unterstützen die von Gutachtern angeratenen Maßnahmen (Reduzierung bestimmter Fischarten) seit vielen Jahren maßgeblich.“ Aufs Schärfste widersprechen sie dem Meinharder Bürgermeister als Naturschützer und Menschen mit Achtung vor der Natur. „Wir sind darüber hinaus der Auffassung, egal für welche Interessenvertretung man spricht, können und dürfen einem die Tiere und Lebewesen, die auf unseren Schutz angewiesen sind, nicht egal sein – weder die auf, am oder im Wasser lebenden. Wer Interessen Einzelner, gleich welcher Art, vor das Wohl von Lebewesen stellt, sollte seinen ethischen Kompass dringend prüfen“, schreiben die beiden Vereinsvorsitzenden.
Weiter fragen die Verbände, warum die Interessen der mit Abstand größten Vereine, aller Anrainer, welcher vermutlich die größte touristische Zugkraft haben, als nachrangig gewertet werden. „Wir halten diese Sichtweise für unerträglich.“ Bei der Anrainerversammlung am Werratalsee hätten die Vereine Brill umfangreich darüber aufgeklärt, dass ein Abfischen des Werratalsees schlichtweg nicht möglich ist.
Aus Sicht der Anglervereine würde die Entnahme der Fische das Ökosystem des Sees nachhaltig schädigen; das gelte auch für andere Ökosysteme, in die die Fische dann umgesiedelt würden. In jedem Gewässer bilden Fischpopulation und Nahrung ein Gleichgewicht. Durch den massiven zusätzlichen Besatz würden die anderen Teiche auf jeden Fall aus diesem Gleichgewicht gebracht werden. Die Vereine schlagen jetzt einen runden Tisch vor, der mit fachkundiger Unterstützung einen Sanierungsplan erarbeiten kann und zudem Sicherungsmaßnahmen beschließt. (red/salz)