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Frankfurt: Nur 90 neue Sozialwohnungen entstanden

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Auf dem Schönhofareal in Frankfurt drehen sich auch jetzt noch die Kräne. Allgemein wird aber auch hier deutlich weniger gebaut als vor einigen Jahren.
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In Frankfurt wurden auch 2023 viel zu wenige Sozialwohnungen gebaut, um den Schwund auszugleichen. Zugleich werden auf dem freien Markt immer höhere Mieten verlangt.

Das Angebot an Sozialwohnungen in Frankfurt könnte weiter abschmelzen. Nach einem Magistratsbericht sind im vergangenen Jahr nur 90 Wohnungen des ersten Förderwegs fertiggestellt worden. Hinzu kommen 86 sogenannte Mittelstandswohnungen. Noch 2022 waren nach den auf Fragen der AfD im Römer vorgelegten Zahlen immerhin 160 Wohnungen des ersten und 88 Wohnungen des zweiten Förderwegs fertig geworden, 2021 waren es sogar 131 und 210.

Hintergrund für die nun noch geringeren Zahlen im geförderten Wohnungsbau könnte sein, dass einige Projektgesellschaften und Wohnungsunternehmen schon vor längerer Zeit Bauvorhaben angesichts stark gestiegener Zinsen und Baukosten auf Eis gelegt haben. Wie viele Wohnungen insgesamt 2023 in Frankfurt entstanden, liegt noch nicht vor. Die Zahl dürfte aber deutlich unter den Werten der Jahre vor der Baukrise liegen. Entsprechend entfaltet die 30-Prozent-Quote für geförderten Wohnraum, die Investoren in neuen Gebieten in Frankfurt zu erfüllen haben, derzeit eine geringere Wirkung.

ABG Frankfurt Holding baut jede zweite geförderte Wohnung

Nach dem Magistratsbericht sind in den Jahren 2010 bis 2023 zusammen 1984 Sozialwohnungen und 1642 Wohnungen des Förderwegs 2 in Frankfurt entstanden. Fast genau die Hälfte errichtete die städtische Wohnungsgesellschaft ABG.

Der Bau von geförderten Wohnungen ist sehr teuer. Die Stadt Frankfurt zahlte von 2010 bis 2023 rund 286 Millionen, das Land rund 211 Millionen Euro an Fördermitteln. Dabei verlieren die Wohnungen oft schon nach 15 Jahren ihre Sozialbindung.

Zahl der Sozialwohnungen in Frankfurt liegt auf Tiefstand

Schon Ende 2022 hatte es nur noch 28.891 Sozialwohnungen in Frankfurt gegeben, das war ein neuer Tiefstand. Inzwischen könnte es noch schlechter aussehen. Das städtische Amt für Wohnungswesen rechnete im Herbst damit, dass bis Ende 2023 genau 557 ihre Bindungsfrist verlieren. Die Stadt versucht zwar mit viel Geld solche Bindungen zu verlängern. In den vergangenen Jahren reichte dieser Kauf von Belegungsrechten aber stets nicht, um den Schwund an Sozialwohnungen auszugleichen.

Die Mieten auf dem freien Wohnungsmarkt sind indes weiter gestiegen. Das Portal Immoscout 24 sieht das Niveau für inserierte Bestandswohnungen in Frankfurt inzwischen bei 14 Euro pro Quadratmeter, für Neubauwohnungen bei 17 Euro pro Quadratmeter. Bestandswohnungen sind nur in München noch teurer. Beim Neubau sind auch die Mieten in Berlin und Stuttgart höher.

Preise für Eigentumswohnungen sinken, bleiben aber sehr hoch

Die Preise für bestehende Eigentumswohnungen in Frankfurt sind im vergangenen Jahr stark gesunken. Sie liegen nach Zahlen von Immoscout 24 aber mit im Schnitt 5164 Euro pro Quadratmeter immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Für Neubauwohnungen sieht das Portal die Preise stabil bei im Schnitt 6382 Euro pro Quadratmeter.

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