VonFlorian Dörrschließen
Die insolvente Deko-Kette Depot setzt ihren Sparkurs fort und schließt weitere 15 Filialen. Auch in Hessen. Die Unsicherheit in den verbleibenden Filialen wächst.
Fulda – Die Deko-Kette Depot schrumpft weiter. Bis zum Jahreswechsel sollten bereits 27 Filialen des insolventen Unternehmens geschlossen werden. Nun folgen laut Medienberichten insgesamt 15 weitere. Auch Hessen ist betroffen. Hintergrund: Wegen drohender Zahlungsunfähigkeit hatte das Unternehmen im Juli vergangenen Jahres Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. In der Folge wurde ein deutlicher Sparkurs angekündigt. „Läden, mit denen wir kein Geld verdienen, werden wir konsequent schließen“, hatte der Geschäftsführer des Einzelhandelsunternehmens, Christian Gries, im November angekündigt. Jetzt geht es weiter mit den Schließungen.
Konkret betroffen ist die Depot-Filiale in Fulda. Hier hatten die Mitarbeiter im November noch aufgeatmet, weil der Laden der damaligen Schließungswelle nicht zum Opfer fallen sollte. Nun ist es doch so weit. An den Schaufenstern war bereits vor einigen Wochen „Wir schließen!“ und „Sale!“ zu lesen.
Depot in Fulda bereits aus „Filialfinder“ entfernt
Mit den erneuten Schließungen schrumpft das Filialnetz von Depot auf nun 270 Läden. In Hessen ist das Unternehmen weiterhin mit zahlreichen Läden vertreten, so etwa in Frankfurt, Kassel oder Gießen. Der Standort in Fulda ist aus dem firmeneigenen „Filialfinder“ bereits entfernt. Bei Google heißt es zu den Öffnungszeiten: „Dauerhaft geschlossen.“
Weitere Depot-Filiale in Hessen schließt – Zuletzt Frankfurt und Kassel betroffen
Bereits im November war angekündigt worden, dass Läden in Kassel und im Skyline Plaza in Frankfurt keine Zukunft haben. Durch die neuerlichen Schließungen dürften bei den verbleibenden Depot-Filialen in Hessen die Unsicherheiten nicht unbedingt kleiner werden. Denn weitere Schließungen der insolventen Deko-Kette könnten folgen. Ziel ist es nach Firmenangaben, bis spätestens Mitte 2025 wieder in den Regelbetrieb übergehen zu können.
Laut Geschäftsführer Gries hatte Depot während und nach der Corona-Zeit mit Schwierigkeiten zu kämpfen. „Die Lager waren voll, aber die Ware konnte nicht abfließen, weil die Läden geschlossen waren. Deshalb haben wir Probleme bekommen beim Umsatz.“ Weil Lieferketten nicht funktioniert hätten, sei Weihnachtsware erst im Januar gekommen. In den vergangenen Jahren waren dann Rohstoffpreise, Nebenkosten, Containerraten und Mieten stark gestiegen. Die Frachtkosten hätten sich innerhalb eines halben Jahres verzehnfacht. Doch auch eigene Fehler seien gemacht worden: „Wir haben zu spät gemerkt, dass viele Kunden unter der hohen Inflation ein verändertes Kaufverhalten an den Tag legen.“
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