23. Februar

Bundestagswahl 2025 in Darmstadt: Wahlkreis, Parteien, Kandidaten im Überblick

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Am 23. Februar findet die Bundestagswahl 2025 statt. Alle Informationen zu Parteien und Kandidaten im Wahlkreis Darmstadt finden Sie hier.

Darmstadt – Am 23. Februar wird der Bundestag neu gewählt. Für Darmstadt bedeutet das: Rund 100.000 Wahlberechtigte aus Darmstadt und Umgebung sind dazu aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die südhessische Wissenschaftsstadt ist bei der Bundestagswahl der Wahlkreis 185.

In der vergangenen Legislaturperiode vertraten Andreas Larem (SPD) als direkt gewählter Abgeordneter und Astrid Mannes (CDU) den Wahlkreis im Bundestag. Mannes rückte im Januar 2024 über die Landesliste für Ingmar Jung in den Bundestag nach, nachdem dieser zum hessischen Landwirtschaftsminister ernannt worden war. Beide treten bei der kommenden Bundestagswahl erneut im Wahlkreis Darmstadt an.

Bundestagswahl 2025
Wahldatum23. Februar 2025
Ursprüngliches Wahldatum28. September 2025
Teilnehmende Parteien41 Parteien

Nötig geworden war die vorgezogene Neuwahl nach der Entlassung von Finanzminister Christian Lindner (FDP) durch Kanzler Olaf Scholz (SPD) Ende November und dem damit einhergehenden Aus der Ampel-Koalition. Die bundesweiten Umfragen sehen derzeit die Union mit klarem Abstand vorne. Gefolgt von AfD, SPD und den Grünen. Die FDP muss um ihren erneuten Einzug in den Bundestag zittern, ebenso, wie die Linkspartei und das BSW.

In Hessen hat das Ampel-Aus, wie auch in der restlichen Bundesrepublik, für eine Politisierung gesorgt – zumindest wenn man die Mitgliederzahlen betrachtet. Alle Parteien in Hessen melden den Eintritt von neuen Mitgliedern. Und diese werden auch gebraucht, um den Wahlkampf im Winter möglich zu machen.

Parteien in Hessen profitieren vor Bundestagswahl 2025 von Spenden

Auch die Parteispenden in Hessen haben nach dem Ampel-Aus und Ankündigung von Neuwahlen kräftig angezogen. Besonders CDU und FDP profitieren in diesem Wahlkampf von Großspenden. Unter anderem überwiesen die BMW-Erben Susanne Klatten und Stefan Quandt aus Bad Homburg im vergangenen Jahr jeweils 50.001 Euro an die Christdemokraten.

Im Gegensatz zu früheren Bundestagswahlen werden neben den im Bundestag vertretenen Parteien in diesem Jahr weniger Kleinparteien in Hessen antreten, denn die Hürde für die Teilnahme war groß. Für Parteien, die weder im Bundestag noch in einem Landtag mit mindestens fünf Abgeordneten vertreten sind, war das Sammeln sogenannter Unterstützungsunterschriften erforderlich, wenn sie mit einer Landesliste zur Wahl antreten möchten.

Die erforderliche Anzahl dieser Unterschriften variiert je nach Bundesland, wobei die maximale Anzahl bei 2000 liegt. So auch in Hessen. Deutschlandweit sind es mehr als 27.000 Unterschriften, die die Kleinparteien vorlegen mussten. Dafür hatten sie nach dem Ampel-Aus nur wenige Woche Zeit. Antreten werden in Hessen dennoch beispielsweise die Europapartei Volt oder die kommunistische MLPD.

Spitzenkandidaten kommen vor der Bundestagswahl 2025 ins Rhein-Main-Gebiet

Inzwischen hängen die Wahlplakate der Parteien in Darmstadt und der Wahlkampf biegt in die heiße Phase ein. Alle Spitzenkandidaten haben sich im Rhein-Main-Gebiet angekündigt. So werden Lindner und Scholz zu Auftritten in Frankfurt und Wiesbaden erwartet. Robert Habeck (Grüne) spricht in Frankfurt und Mainz. Auch CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz kommt in die rheinland-pfälzische Hauptstadt.

Das sind Hessens bekannteste Politiker - von 1945 bis heute

Petra Roth (CDU): 1995 wurde sie zu der ersten Oberbürgermeisterin Frankfurts. Über 16 Jahre lang war sie im Amt - bis jetzt am längsten.
Petra Roth (CDU): 1995 wurde sie zu der ersten Oberbürgermeisterin Frankfurts. Über 16 Jahre lang war sie im Amt - bis jetzt am längsten.  © Arne Dedert
Mike Josef (SPD): Seit 2023 Oberbürgermeister von Frankfurt und Nachfolger von Peter Feldmann.
Mike Josef (SPD): Seit 2023 Oberbürgermeister von Frankfurt und Nachfolger von Peter Feldmann. © Andreas Arnold
Walter Wallmann (CDU): Hessischer Ministerpräsident von 1987 bis 1991, zuvor Oberbürgermeister von Frankfurt.
Walter Wallmann (CDU): Hessischer Ministerpräsident von 1987 bis 1991, zuvor Oberbürgermeister von Frankfurt. © Fredrik Von Erichsen
Holger Börner (SPD): Hessischer Ministerpräsident von 1976 bis 1987. Börner setzte wichtige Akzente in der Industriepolitik.
Holger Börner (SPD): Hessischer Ministerpräsident von 1976 bis 1987. Börner setzte wichtige Akzente in der Industriepolitik.  © Uwe Zucchi
Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) war damals die erste Frau an der Spitze der Jungsozialisten als Bundesvorsitzende. Sie war zu dieser Zeit als „Rote Heidi“ bekannt. Von 1987 bis 1999 war sie Vorsitzende des SPD-Bezirksverbandes Hessen-Süd.
Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) war damals die erste Frau an der Spitze der Jungsozialisten als Bundesvorsitzende. Sie war zu dieser Zeit als „Rote Heidi“ bekannt. Von 1987 bis 1999 war sie Vorsitzende des SPD-Bezirksverbandes Hessen-Süd.  © Wolfgang Kumm
Der verstorbene CDU-Politiker Alfred Dregger war von 1956 bis 1970 Oberbürgermeister von Fulda und von 1982 bis 1991 Vorsitzender der CDU-Bundestagsfraktion.
Der verstorbene CDU-Politiker Alfred Dregger war von 1956 bis 1970 Oberbürgermeister von Fulda und von 1982 bis 1991 Vorsitzender der CDU-Bundestagsfraktion. © Arne_Dedert
Thorsten Schäfer-Gümbel war in den Jahren 2003 bis 2019 Abgeordneter des Hessischen Landtages und dazu 2009 bis 2019 Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion sowie Oppositionsführer.
Thorsten Schäfer-Gümbel war in den Jahren 2003 bis 2019 Abgeordneter des Hessischen Landtages und dazu 2009 bis 2019 Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion sowie Oppositionsführer. © Swen Pförtner
Peter Beuth (CDU): ehemaliger Innenminister, prägend für die Sicherheitspolitik Hessens.
Peter Beuth (CDU): ehemaliger Innenminister, prägend für die Sicherheitspolitik Hessens.  © Arne Dedert
Lehrerin, Studiendirektorin, FDP-Politikerin: Ruth Wagner war Vizepräsidentin des Hessischen Landtages und von 1999 bis 2003 Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst.
Lehrerin, Studiendirektorin, FDP-Politikerin: Ruth Wagner war Vizepräsidentin des Hessischen Landtages und von 1999 bis 2003 Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst. © Oliver Berg
Klaus Kinkel war FDP-Politiker und Jurist. Zudem war er Vizekanzler und auch in Hessen politisch aktiv.
Klaus Kinkel war FDP-Politiker und Jurist. Zudem war er Vizekanzler und auch in Hessen politisch aktiv.  © Gregor Fischer
Eine Unternehmerin und Politikerin (CDU): Kristina Sinemus ist hauptsächlich als Hessische Ministerin für Digitalisierung und Innovation bekannt.
Eine Unternehmerin und Politikerin (CDU): Kristina Sinemus ist hauptsächlich als Hessische Ministerin für Digitalisierung und Innovation bekannt.  © Andreas Arnold
Der frühere Bundesinnenminister Manfred Kanther (CDU): Er war in die CDU-Schwarzgeldaffäre verwickelt. Ihm wurde Untreue vorgeworfen.
Der frühere Bundesinnenminister Manfred Kanther (CDU): Er war in die CDU-Schwarzgeldaffäre verwickelt. Ihm wurde Untreue vorgeworfen.  © Bernd Kammerer
Wolfgang Gerhardt (FDP): Hessischer Wirtschaftsminister, später FDP-Bundesvorsitzender. Gerhardt ist im September dieses Jahres gestorben.
Wolfgang Gerhardt (FDP): Hessischer Wirtschaftsminister, später FDP-Bundesvorsitzender. Gerhardt ist im September dieses Jahres gestorben.  © Gregor Fischer
Rudi Arndt (SPD), genannt „Dynamit Rudi“, war von 1964 bis 1970 Oberbürgermeister von Frankfurt.
Rudi Arndt (SPD), genannt „Dynamit Rudi“, war von 1964 bis 1970 Oberbürgermeister von Frankfurt. © Michael_Hanschke
Uwe Becker (CDU): Ehemaliger Bürgermeister von Frankfurt, bekannt für seinen Einsatz gegen Antisemitismus.
Uwe Becker (CDU): Ehemaliger Bürgermeister von Frankfurt, bekannt für seinen Einsatz gegen Antisemitismus. © Frank Rumpenhorst
Karin Wolff war bekannt für ihre Rolle als Kultusministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Hessen.
Karin Wolff (CDU) war bekannt für ihre Rolle als Kultusministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Hessen.  © Frank May
Joschka Fischer (Grüne), bekannt als ehemaliger Umweltminister in Hessen, Außenminister und Vizekanzler. Nach dem Ende seiner politischen Karriere in 2005 hat er angefangen als Buchautor, Berater, Publizist und Lobbyist zu arbeiten.
Joschka Fischer (Grüne) aus Baden-Württemberg, bekannt als ehemaliger Umweltminister in Hessen, Außenminister und Vizekanzler. Nach dem Ende seiner politischen Karriere in 2005 hat er angefangen als Buchautor, Berater, Publizist und Lobbyist zu arbeiten.  © Markus Scholz
Manager, Rechtsanwalt und ehemaliger CDU-Politiker: Roland Koch. Von 1999 bis 2010 war er Hessischer Ministerpräsident. Er stand in der Kritik für seine gleichzeitige Beteiligung als Aufsichtsratsvorsitzender der Fraport AG.
Manager, Rechtsanwalt und ehemaliger CDU-Politiker: Roland Koch. Von 1999 bis 2010 war er Hessischer Ministerpräsident. Er stand in der Kritik für seine gleichzeitige Beteiligung als Aufsichtsratsvorsitzender der Fraport AG. © Sebastian Gollnow
Ministerin für Wissenschaft und Kunst und Grünen-Politikerin: Angela Dorn.
Vizepräsidentin des Hessischen Landtags, ehemalige Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst und Grünen-Politikerin: Angela Dorn. © Tim Würz
Das bekannte Gesicht der Grünen in Hessen: Tarek Al-Wazir. Der Politiker kommt aus Offenbach.
Das bekannte Gesicht der Grünen in Hessen: Tarek Al-Wazir. Der Politiker kommt aus Offenbach.  © Bernd von Jutrczenka
Prägend für die Nachkriegszeit: Georg-August Zinn(SPD). Von 1950 bis 1969 war er Hessischer Ministerpräsident.
Prägend für die Nachkriegszeit: Georg-August Zinn(SPD). Von 1950 bis 1969 war er Hessischer Ministerpräsident.  © Alois_Bankhardt
Die erste Frau als Bundesministerin des Innern und für Heimat: Nancy Faeser. Zudem war sie bekannt als Vorsitzende der SPD Hessen und Hessische Landtagsabgeordnete.
Die erste Frau als Bundesministerin des Innern und für Heimat: Nancy Faeser. Zudem war sie bekannt als Vorsitzende der SPD Hessen und Hessische Landtagsabgeordnete.  © Lando Hass
Walter Lübcke war ein ehemaliger CDU-Politiker. Er wurde 2019 auf der Veranda vor seinem Wohnhaus mit einem Kopfschuss ermordet.
Walter Lübcke war ein ehemaliger CDU-Politiker. Er wurde 2019 auf der Veranda vor seinem Wohnhaus mit einem Kopfschuss ermordet. © Uwe Zucchi
Boris Rhein: Seit 2022 Hessischer Ministerpräsident und CDU Vorsitzender in Hessen.
Boris Rhein: Seit 2022 Hessischer Ministerpräsident und CDU Vorsitzender in Hessen.  © Kay Nietfeld
Volker Bouffier (CDU): Ehemaliger Ministerpräsident des Landes Hessen.
Volker Bouffier (CDU): Ehemaliger Ministerpräsident des Landes Hessen.  © Arne Dedert

Umstellung für die Darmstädter Briefwähler bei der Bundestagswahl

Die Darmstädter Wahlbenachrichtigungen werden in der vierten Kalenderwoche mit der Post sukzessive versandt. Diese müssen bis spätestens Sonntag, 2. Februar, zugestellt sein. Wer bis zum Ende dieser Frist keine Wahlbenachrichtigung erhalten hat, aber glaubt, wahlberechtigt zu sein, sollte sich nach Angaben der Stadt unverzüglich mit dem Wahlamt in Verbindung setzen, um doch noch wählen zu können.

Der kurzfristige Wahltermin bedeutet für die Briefwähler in Damstadt eine Umstellung. Wegen der verkürzten Fristen bleiben nach Angaben des hessischen Landeswahlleiters in Wiesbaden dieses Mal nur zwei Wochen Zeit für die Briefwahl. Die vorgezogene Bundestagswahl stellt auch die Kommunen vor Herausforderungen, denn landesweit werden tausende Wahlhelfer benötigt. Schon jetzt haben sich viele Freiwillige gemeldet, doch die Suche geht hessenweit weiter.

Die ersten Plakate zur Bundestagswahl hängen schon.

Wahlkreis Darmstadt (Wahlkreis 185) bei der Bundestagswahl 2025

Der Wahlkreis Darmstadt (185) umfasst die kreisfreie Stadt Darmstadt und aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg folgende Gemeinden und Städte:

  • Alsbach-Hähnlein
  • Bickenbach
  • Eppertshausen
  • Erzhausen
  • Griesheim
  • Messel
  • Modautal
  • Mühltal
  • Münster (Odenwald)
  • Ober-Ramstadt
  • Pfungstadt
  • Roßdorf
  • Seeheim-Jugenheim
  • Weiterstadt

Bei der vergangenen Bundestagswahl errang im Wahlkreis Darmstadt der SPD-Politiker Andreas Larem das Direktmandat. Mit 27,4 Prozent der Erststimmen landete er vor Daniela Wagner (Grüne) und Astrid Mannes (CDU).

Auch bei den Zweistimmen lag die SPD 2021 vorne. Die Sozialdemokraten erreichten damals 26,4 Prozent, gefolgt von den Grünen (22,4 Prozent), CDU (18,4 Prozent), FDP (11,9 Prozent), AfD (6,5 Prozent) und Linke (5,8 Prozent).

Direktkandidatinnen und -kandidaten DarmstadtPartei
Andreas LaremSPD
Philip KrämerGrüne
Astrid MannesCDU
Viola GebekFDP
Anja SwarsAfD
Jakob MigendaLinke
Ana Lena HerrlingVolt
Stella StreitFreie Wähler

Am 23. Februar treten der SPD-Politiker Larem und Mannes von der CDU erneut bei der Bundestagswahl an. Neue Kandidatinnen und Kandidaten im Wahlkreis 185 sind Philip Krämer (Grüne), Viola Gebek (FDP), Anja Swars (AfD), Jakob Migenda (Linke), Ana Lena Herrling (Volt) und Stella Streit (Freie Wähler).

Rubriklistenbild: © INA FASSBENDER / AFP (Montage)

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