Hessen entscheiden mit

Tausende Wähler und ein riesiger Flugplatz: Was die US-Wahl mit Hessen zu tun hat

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Die Wahl in den USA steht kurz bevor. Auch aus Hessen schaut man gebannt auf den Ausgang. Nicht wenige können sogar mitentscheiden, ob Trump oder Harris ins weiße Haus einzieht.

Wiesbaden - Am 5. November wird in den USA gewählt, und die Bürger entscheiden sich zwischen Donald Trump und Kamala Harris. Und auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint: Auch auf Hessen hat die Wahl eine Auswirkung. Sowohl für die Landespolitik als auch für eine ganze Menge Bürger.

Wahl in den USA steht an: Über Tausende Bürger aus Hessen dürfen wählen

Nicht wenige in Hessen lebende Menschen entscheiden bei der Wahl in den USA mit. Laut dem Statistischen Bundesamt lebten 2023 insgesamt 14.860 US-Bürgerinnen und -Bürger in Hessen. Das sind 0,2 Prozent der Gesamtbevölkerung Hessens.

Die Briefwahl hatte in den USA lange nachrangige Bedeutung. Bei der Wahl 2020 gingen allerdings über 40 Prozent der Stimmen per Brief ein. Davon wohl einige aus Hessen. Unter anderem wegen der Briefwahl wird sich auch in diesem Jahr das Wahlergebnis in den USA verzögern.

Beim Generalkonsulat in Frankfurt konnten US-Bürger in diesem Jahr ihre Briefwahlunterlagen abgeben. „Bei uns abgegebene Stimmzettel werden mit der Diplomatenpost in die USA gesandt“, sagt ein Sprecher des Konsulats in Frankfurt der Deutschen Presse-Agentur. Auch die US-Botschaft in Berlin nahm Stimmzettel per Post an.

Der Flugplatz in Wiesbaden-Erbenheim ist ein zentraler Stützpunkt des US-Militärs in Hessen.

Verbindungen in die Staaten – US-Wahl betrifft auch Hessens Politik

Auch politisch haben Hessen und die USA Verbindungen zueinander. Ministerpräsident Boris Rhein verurteilte den Anschlag auf Donald Trump im Frühjahr und äußerte sich zum Sturm auf das Kapitol 2021. Landtagspräsidentin Astrid Wallmann (CDU) ist gerade erst zu Gesprächen in die USA gereist. Denn auch wirtschaftlich hängen Hessen und die USA zusammen.

12,3 Prozent der Waren, die Hessen im Jahr 2023 verließen, hatten die USA als Ziel. Zwölf Prozent der Importe kamen nach Informationen des Wirtschaftsministeriums von dort. Vor allem pharmazeutische und chemische Produkte wurden gehandelt. Dazu kamen Maschinen, Fahrzeuge und Anlagen. Ob sich daran durch das Ergebnis der Wahl etwas ändert?

Flugplatz bei Wiesbaden ist zentraler Militär-Stützpunkt der USA in Hessen

Für das US-Militär ist Hessen ein wichtiger Standort. Die Streitkräfte betreiben südöstlich von Wiesbaden den Militärflugplatz Erbenheim. Knapp 5.000 Männer und Frauen arbeiten dort. Der Flugplatz ist riesig und wie eine kleine Stadt. Dort gibt es unter anderem eigene Kindergärten, Geschäfte, Freizeiteinrichtungen, eine Post und ein Fitnessstudio.

Dazu wird in Wiesbaden das neue NATO-Ukraine-Kommando aufgebaut. Dieses soll sich um Waffenlieferungen in die Ukraine und die Ausbildung ukrainischer Soldaten kümmern. Bisher machen das die US-Streitkräfte. Ende 2023 besuchte sogar der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyi den Standort.

In Bad Nauheim feiern Elvis-Fans jedes Jahr ihr Idol, das von 1958 bis 1960 in der Kurstadt lebte.

Geschichte verbindet USA und Hessen: Elvis-Festival jedes Jahr in Bad Nauheim

Weitere Überschneidungen zur US-Wahl gibt es in der Geschichte. Jedes Jahr findet in Bad Nauheim (Wetteraukreis) das Elvis-Festival statt. Presley war von 1958 bis 1960 als Soldat im benachbarten Friedberg stationiert und lebte währenddessen in Bad Nauheim. Das Festival erinnert daran.

Daneben hatte die USA etliche weitere Militärstandorte nach dem zweiten Weltkrieg in Deutschland – darunter die Ayers-Kaserne in der Gemeinde Langgöns (Kreis Gießen). Dadurch kamen viele Amerikaner nach Hessen.

Andere wanderten aus, darunter auch Friedrich Trump, Großvater von Donald Trump. Er ging 1985 aus Deutschland in die USA. Kam allerdings aus der damaligen Pfalz und tangierte das heutige Hessen damit lediglich. (lab/dpa)

Rubriklistenbild: © Andreas Arnold/dpa

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