Neben der Landtagswahl fanden in Nordhessen auch zahlreiche Bürgermeisterwahlen statt. Hier gibt‘s eine Übersicht mit allen Ergebnissen.
Nachdem am Sonntagabend (8. Oktober 2023) die Stimmen der Landtagswahl in Hessen ausgezählt waren, wurden die Wählerstimmen bei den parallel stattfindenden Bürgermeisterwahlen ausgezählt. Allein 14 Bürgermeisterwahlen gab es in Nordhessen:
- Wahl zum Bürgermeister in Fritzlar
- Wahl zum Bürgermeister in Körle
- Wahl zum Bürgermeister in Knüllwald
- Wahl zum Bürgermeister in Neuental
- Wahl zum Bürgermeister in Frankenberg
- Wahl zum Bürgermeister in Haina (Kloster)
- Wahl zum Bürgermeister in Diemelstadt
- Wahl zum Bürgermeister in Bad Karlshafen
- Wahl zum Bürgermeister in Rotenburg a.d. Fulda
- Wahl zum Bürgermeister in Ronshausen
- Wahl zum Bürgermeister in Schenklengsfeld
- Wahl zum Bürgermeister in Witzenhausen
- Wahl zum Bürgermeister in Großalmerode
Wahl zum Bürgermeister in der Stadt Fritzlar
Die Bürgermeisterwahl in Fritzlar war spannend: Amtsinhaber Hartmut Spogat (CDU) setzte sich am Sonntagabend jedoch klar gegen seine Kontrahenten Christoph Pohl (unabhängig, FW/SPD/Grüne unterstützt) und Iris Weinreich-Rehburg (unabhängig) durch. Er entschied mit dem vorläufigen Ergebnis von 66,3 Prozent die Wahl eindeutig für sich.
Pohl kam auf 28,4 Prozent und Weinreich-Rehburg konnte 5,3 Prozent für sich gewinnen. 11.755 Fritzlarer waren wahlberechtigt. Die Wahlbeteiligung lag bei Redaktionsschluss bei 61,4 Prozent. „Ich bin erfreut über das Ergebnis und den großen Zuspruch aus der Bevölkerung“, sagte Spogat. „Ich werde mich weiter mit großer Freude der Aufgabe annehmen.“
„Ich hatte auf 35 Prozent getippt“, sagte Christoph Pohl zum vorläufigen Ergebnis. Es sei ein schöner Wahlkampf gewesen, der ihm Spaß gemacht habe. „Ich wüsste nicht, was ich falsch gemacht hätte.“
„Ich wollte ein Zeichen setzen und dass habe ich auch geschafft“, sagte Weinreich-Rehburg. Ich habe viel Lob bekommen, hätte nicht gedacht, dass ich so weit komme.“ Auch in Zukunft wolle sie sich einbringen, damit einige ihrer Anliegen wie eine Behinderten-Toilette und Angebote für Jugendliche ungesetzt werden.
Um 19.02 Uhr lagen die ersten Zahlen vor. In Haddamar kam Spogat auf mehr als 80 Prozent. In Rothhelmshausen hingegen führte Pohl mit 53 Prozent. Im Rathaussaal war noch nicht viel los. Kurz vor 20 Uhr war das erste Ergebnis aus der Kernstadt da: Im Wahllokal König-Heinrich-Schule führte Spogat klar mit 68,4 Prozent, Pohl bekam 27,2 Prozent. In seinem Heimatort Wehren lag Spogat erwartungsgemäß deutlich vor seinen beiden Konkurrenten. 20 Uhr: Der Rathaussaal füllte sich langsam. 20.20 Uhr, nach Spogat und Weinreich-Rehburg ist auch Pohl im Rathaussaal eingetroffen, um das Ergebnis der Wahl mitzuverfolgen. Weit hinter ihren Kontrahenten lag Iris Weinreich-Rehburg. Sie kam auf 5,26 Prozent, als 19 von 20 Wahlbezirken ausgezählt waren.
Wahl zum Bürgermeister in der Gemeinde Körle
Bei der Bürgermeisterwahl in Körle ist Amtsinhaber Mario Gerhold erneut ohne Gegenkandidaten angetreten. 81,74 Prozent der Bürger stimmten für Gerhold. Er bleibt also Bürgermeister von Körle. 18,26 Prozent stimmten gegen ihn.
Wahl zum Bürgermeister in der Gemeinde Knüllwald
Die Knüllwälder Wähler haben mit großer Mehrheit den Wechsel vollzogen: Andreas Koch, SPD-gestützter Kandidat aus Berndshausen, ist neuer Bürgermeister.
Der 49-Jährige wurde mit dem vorläufigen Ergebnis (Stand 21.45 Uhr) 70 Prozent ins Amt gewählt. Sein Vorgänger Jürgen Roth (UKW) erhielt 24 Prozent, Mitbewerber Jürgen Pfeifer (unabhängig) erreichte 5,9 Prozent. Appenfeld war der erste Ort, der ausgezählt worden war: Und die Ergebnisse gaben die klare Richtung des Abends vor. Dort lag Koch mit 71,2 Prozent vor Roth (22,9 Prozent) und Pfeifer (5,7 Prozent). Dieser Trend setzte sich durch die anderen 15 Ortsteile und die Stimmung der 3686 Wahlberechtigten durch. Die Wahlbeteiligung lag (Stand 21.30 Uhr) bei 47 Prozent.
Wahl zum Bürgermeister in der Gemeinde Neuental
Die Neuentaler haben Amtsinhaber Philipp Rottwilm (SPD) mit großer Mehrheit (80,78 Prozent) bestätigt und wieder zum Bürgermeister gewählt. Damit startet der Sozialdemokrat in seine zweite Amtszeit. Der 39-Jährige trat als alleiniger Kandidat in Neuental an. 2580 Wahlberechtigte hatten die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben. Die Wahlbeteiligung lag bei 74,08 Prozent.
Rottwilm bekam die ersten Glückwünsche gegen 19.30 Uhr, da sagte er aber mit einem kleinen Schmunzeln: „Abwarten, es sind erst sechs von neun Orte ausgezählt. Das bringt sonst Unglück.“
Als die Ergebnisse aus Bischhausen an die Leinwand geworfen wurden, wurde schnell klar: Dort, wo Rottwilm mit seiner Familie wohnt, sind die Ergebnisse am besten. Und dann sagte er: „Auf Zimmersrode ist Verlass“ und klatschte in die Hände. Damit hatte er zwischenzeitlich die 80 Prozent-Marke geknackt.
Wahl zum Bürgermeister in der Stadt Frankenberg
In Frankenberg gibt es am 22. Oktober eine Stichwahl zwischen Björn Jäger und Barbara Eckes. Jäger holte 42,53 Prozent der Stimmen und Eckes 41,52 Prozent. Olaf Kurzweil (9,21 %) und Wolfgang Kratzert (6,74 %) sind ausgeschieden.
+++ Schon früher am Abend stand fest: Ein enges Rennen liefern sich Björn Jäger (unterstützt von CDU, FDP und FWF) und Barbara Eckes (SPD). Bislang liegt Jäger mit 42,23 Prozent vorne. Für die SPD-Kandidatin stimmten bisher 41,27 Prozent. Kurzweil (unabhängig) kommt auf 9,57 Prozent und Kratzert (unabhängig) 6,93 Prozent.
Wahl zum Bürgermeister in der Gemeinde Haina (Kloster)
In Haina ist Alexander Köhler (SPD) für eine zweite Amtszeit gewählt worden. Der Amtsinhaber hat sich deutlich mit 82,34 Prozent der Stimmen gegen Herausforderer Jörg Näther (parteilos) durchgesetzt (17,66 %).
Wahl zum Bürgermeister in Diemelstadt
In Diemelstadt hat Andreas Fritz die Bürgermeisterwahl mit 68,59 Prozent gegen seinen Konkurrenten Roland Neulitz (31,48 %) gewonnen. Fritz tritt im Februar die Nachfolge von Elmar Schröder an.
Wahl zum Bürgermeister in der Stadt Bad Karlshafen
Bei der Bürgermeisterwahl in Bad Karlshafen gab es nur einen Kandidaten: Amtsinhaber Marcus Dittrich (unabhängig). Die Wähler haben entschieden: Dittrich bleibt Bürgermeister in der Kurstadt. Fast 72 Prozent stimmten für ihn. Von den 1583 gültigen Stimmabgaben, stimmten aber auch 444 (28,05 Prozent) der Wähler gegen Dittrich.
Wahl zum Bürgermeister in der Stadt Rotenburg a.d. Fulda
Da keiner der drei Kandidaten in Rotenburg die nötige Mehrheit von 50 Prozent erreichen konnte, geht die Wahl in eine zweite Runde. Wer Bürgermeister wird, entscheidet sich bei der Stichwahl am 29. Oktober zwischen Bürgermeisteranwärter Marcus Weber (FDP, tritt unabhängig an) und Sebastian Münscher (SPD). 34,18 Prozent stimmten für Sebastian Münscher, 36,24 Prozent für Marcus Weber und 29,58 Prozent für den dritten Kandidaten Jonas Rudolph (CDU).
Die Wahlbeteiligung bei den 10.734 stimmberechtigten Rotenburgern lag bei rund 65 Prozent. Jeder Vierte in der Fuldastadt stimmte per Briefwahl ab.
Wahl zum Bürgermeister in der Stadt Ronshausen
Markus Becker (CDU) bleibt Bürgermeister in Ronshausen. Er behielt die Mehrheit der Stimmen und setzte sich gegen die parteilose Herausforderin Sonja Taubert durch. Taubert scheiterte an Wählervotum und damit an ihrem Ziel, als kommunalpolitisch Unerfahrene den Bürgermeistersessel im Ronshäuser Rathaus zu erobern. Für Becker beginnt im April 2024 seine dritte Amtszeit als Ronshäuser Bürgermeister. Die Wahl vor sechs Jahren gewann er als Alleinkandidat.
Wahl zum Bürgermeister in Schenklengsfeld
Andre Wenzel (Bürgerliste) ist neuer Bürgermeister von Schenklengsfeld. Er setzte sich mit 70,15 Prozent der Stimmen deutlich gegen Amtsinhaber Carl Christoph Möller (SPD) durch, der 29,85 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen konnte. Wenzel, der vom bürgerlichen Lager unterstützt wurde, konnte alle Ortsteile außer Landershausen für sich gewinnen und siegte auch im gemeinsamen Wohnort beider Bürgermeisterkandidaten, in Konrode.
Nach Auszählung aller Stimmen erreichte Amtsinhaber Carl Christoph Möller 829 Stimmen. Sein Herausforderer Andre Wenzel 1948.
Wahl zum Bürgermeister in der Stadt Witzenhausen
Eine Stichwahl wird es in Witzenhausen geben, denn keiner der fünf Bürgermeisterkandidaten erhielt eine Mehrheit. Lukas Sittel (SPD) wird gegen den Amtsinhaber Daniel Herz (parteilos) in einer Stichwahl antreten müssen. Sittel holte zwar mit 45,14 Prozent die meisten Stimmen (3.683), das reichte aber nicht. Für Herz stimmten insgesamt 2037 Wähler (24,97 Prozent).
Gardis von Gersdorff konnte für Die Grünen 20,87 Prozent holen. Abgeschlagen hingegen sind Fritz Kleinert (parteilos) mit 4,56 Prozent und nahezu gleichauf mit nur acht Stimmen weniger Fiona Wollermann (Die Partei) mit 4,46 Prozent.
Am Abend gab es lange Zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Gardis von Gersdorff und Daniel Herz, kurz vor 21.30 Uhr stand das Ergebnis dann fest. Die Wahlbeteiligung wird mit 68,03 Prozent angegeben.
Wahl zum Bürgermeister in der Stadt Großalmerode
Finn Thomsen (parteilos) bleibt Bürgermeister in Großalmerode. Fast 82 Prozent der Wähler stimmten für den 33-Jährigen. Er ging ohne Gegenkandidaten ins Rennen und wurde im Wahlkampf sowohl von der CDU als auch von der Wählergemeinschaft unterstützt.
Beim Kuchenbacken hat er mit uns im Vorfeld der Wahl über das Bürgermeister-Dasein in der Tonstadt gesprochen.
Die Landtagswahl live: Alle Infos und Ergebnisse aus Kassel und Nordhessen
Wenn die Wahllokale am Sonntag schließend werden wir nicht nur über die Bürgermeisterwahlen berichten, sondern den ganzen Abend für Sie auch aktuell von der Landtagswahl in Hessen. Neben Auffälligkeiten finden Sie in unserem Landtagswahl-Newsticker natürlich auch die ersten Ergebnisse, Stimmen und nützliche Verlinkungen auf weiterführende Berichte - mit Schwerpunkt aus Kassel und Nordhessen.