VonEmily Spanelschließen
Ben Tuchtfeld aus Eschwege ist ein Ausnahmetalent im Bereich der Informatik: Der Schüler des Oberstufengymnasiums hat beim hessischen Landeswettbewerb „Jugend forscht“ in Darmstadt den dritten Platz belegt.
Eschwege – Den dritten Platz hat er in der äußerst hart umkämpften Kategorie „Mathematik und Informatik“ erlangt. Insgesamt haben 54 Forscher im Alter zwischen 15 und 21 Jahren 33 zukunftsweisende Projekte in den Räumlichkeiten des Gastgebers, des Darmstädter Dax-Konzerns Merck, vorgestellt.
Aufregende Tage und Wochen liegen hinter dem 17-Jährigen, der sein Projekt „LingAI“ („Ling“ steht im Chinesischen – diese Sprache erlernt Ben Tuchtfeld gerade –für Effizienz und Produktivität, und „AI“ für artificial intelligence, also künstliche Intelligenz) für die Präsentation vor der Fachjury verbessert und weiterentwickelt hat.
Ben Tuchtfeld aus Eschwege verwebt alltägliche Dinge mit künstlicher Intelligenz in Projekt LingAI
Ben Tuchtfeld ist es dabei auf einmalige Weise gelungen, ganz alltägliche Problemstellungen mit dem Thema, das dieser Tage Konjunktur hat – die künstliche Intelligenz (KI) – zu verweben. Vereinfacht ausgedrückt hat es der Eschweger geschafft, mehrere künstliche Intelligenzen, die jeweils verschiedene Aufgaben übernehmen, miteinander in den Dialog zu bringen (wir berichteten).
„Für den Landeswettbewerb hat Ben nun noch einmal nachgelegt“, sagt sein ehemaliger Lehrer Lorenz Schöggl stolz, in dessen Informatik-AG an der Friedrich-Wilhelm-Schule die Ursprungsidee zu „LingAI“ entstand. „Das Programm hat jetzt sozusagen ein Langzeitgedächtnis“, erläutert der Gymnasiast – das bedeutet: „LingAI“ speichert und erkennt einmal ausgearbeitete Lösungswege; „lernt“ dadurch selbstständig. Auf diese Weise kann das Programm Aufgaben ohne Verzögerung wieder und wieder ausführen.
Projekt von Ben Tuchtfeld für Jugend forscht wurde von Ehemaligenvereinigung unterstützt
Die Ehemaligenvereinigung der Eschweger Gymnasien hat das Projekt finanziell gern gefördert und dadurch erst ermöglicht. „Gerade bei solchen zukunftsweisenden Themen wie KI versuchen wir die Schulen und die Schüler zu unterstützen“, sagt der Vorsitzende Dr. Hans-Joachim Vock.
Die Ehemaligenvereinigung der Eschweger Gymnasien (Friedrich-Wilhelm-Schule, Oberstufengymnasium, Berufliches Gymnasium und Leuchtbergschule) sei dafür da, Projekte finanziell zu unterstützen, die sonst im Schulalltag nicht möglich wären.
Entwicklungspotenzial für Projekt LingAI
In den Bundeswettbewerb einziehen werden nun die Erst- und Zweitplatzierten. Ein bisschen grämt er sich darüber, das will Ben Tuchtfeld nicht verhehlen – und trotzdem wird es für „LingAI“ weitergehen.
„Es gibt noch so viel Entwicklungspotenzial“, sagt er enthusiastisch; „es tauchen immer neue Möglichkeiten zur Weiterentwicklung auf“. Möglicherweise will er sein Herzensprojekt auch öffentlich zugänglich machen – so kann jeder von seiner Innovation profitieren.
