Starkregen

Schlamm-Massen fluten Straßen und drücken Gullideckel hoch – Ortschaft „von der Außenwelt abgeschnitten“

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Unwetter im Schwalm-Eder-Kreis: In Malsfeld strömt der Schlamm durch den Bogen der Kanonenbahn.
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Unwetter mit Gewitter und Starkregen wüten über Nordhessen. Der Regen überflutet Straßen, Anwohner und Rettungskräfte schützen Häuser vor den Schlammmassen.

Update vom Montag, 3. Juni, 8.31 Uhr: Die Pegel der Flüsse in Hessen steigen, die Hochwasser-Lage in Hessen bleibt auch am Montag nicht ohne Auswirkungen für die Menschen. In einigen Orten kam es zu großen Schäden.

In Alsfeld beispielsweise bahnte sich eine Schlammlawine ihren Weg durch den Stadtteil Elbenrod, überschwemmte Keller und Straßen. „Elbenrod war teilweise von der Außenwelt abgeschnitten“, sagte der Stadtbrandinspektor gegenüber giessener-allgemeine.de.

In Alsfeld rollt eine Schlammlawine durch den Stadtteil Elbenrod.

Die gute Nachricht: Am Montagmorgen liegen nur die Fellerdilln (Lahn-Dill-Kreis) und die Weschnitz bei Lorsch (Kreis Bergstraße) in der Meldestufe 1. Alle anderen Gewässer in Hessen sind laut dem HLNUG außerhalb einer Meldestufe. Dabei sollte es auch in den kommenden Tagen bleiben. Laut dem Deutschen Wetterdienst gibt es heute bei längeren sonnigen Abschnitten, insbesondere am Nachmittag. Höchsttemperaturen liegen zwischen 17 und 20 Grad.

Unwetter in Nordhessen sorgt für überspülte Straßen: Feuerwehr in Melsungen im Einsatz

Erstmeldung vom Sonntag, 2. Juni: Am Samstagabend (1. Juni) wütete ein Gewitter mit starken Regenfällen über Nordhessen. Das Unwetter sorgte unter anderem in Melsungen im Schwalm-Eder-Kreis für Einsätze der Feuerwehr und Rettungskräfte. In Teilen der Region fielen innerhalb einer Stunde Regenmengen von knapp 20 Litern auf den Quadratmeter.

Besonders trafen die Regenmassen die Gemeinde Malsfeld und ihre Ortsteile. Erschwerend kam hinzu, dass die Felder durch die Regenfälle der vergangenen Tage durchnässt sind und kaum noch Flüssigkeit aufnehmen können. Bei Regenfällen sickert das Wasser dann nicht mehr ein, sondern läuft in die Gräben ab.

Anwohner schieben Schlammassen von ihrem Grundstück herunter.

Gegen 19.40 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Melsungen alarmiert. Im Sälzer Weg war Wasser in eine Kellerwohnung, die zurzeit umgebaut wird, eingedrungen. Hier konnten die Einsatzkräfte schnell helfen.

A7 geflutet – Polizei sperrt Fahrbahn wegen Starkregen bis tief in die Nacht

Für mehrere Stunden geht auf der A7 zwischen Homberg (Efze) und Bad Hersfeld nichts: 80 Zentimeter hoch steht das Wasser auf der Fahrbahn.

Dann kamen die Hilferufe aus Malsfeld Schlag auf Schlag: Zunächst wurden die Einsatzkräfte in Dagobertshausen alarmiert. Braune Schlammmassen wälzten sich dort von den Anhöhen durch die Hauptstraße des Malsfelder Ortsteils, Kanaldeckel wurden hochgedrückt. Landwirte mit Schleppern sicherten die Einsatzstelle und räumten gemeinsam mit der Feuerwehr den Schlamm von der Straße.

Unwetter in Nordhessen: Bäche treten im Schwalm-Eder-Kreis über die Ufer

In Malsfeld traten mehrere Bäche über die Ufer, Flutgräben konnten die enormen Schlamm- und Wassermengen nicht aufnehmen und überfluteten die Straßen. Zurück blieb eine mehrere Zentimeter hohe Schlammschicht.

Ein Erdrutsch hat die Straße zwischen Beiseförth und dem Abzweig nach Sipperhausen unpassierbar gemacht.

Der nächste Hilferuf kam aus dem Malsfelder Ortsteil Beiseförth: Die Straße „Zum Steeger“ war überspült worden. Die Wassermassen flossen unter anderem vom Stellbach, aus Richtung Dagobertshausen, in den Ort. Die Einläufe und auch das Hochwasser-Überlaufbecken konnten die enormen Wassermengen nicht halten – die Unterführung der alten Kanonenbahn wurde überflutet sowie die Bachstraße und angrenzende Straßen. Mitarbeiter vom Bauhof in Malsfeld versuchten vergeblich, die Einläufe mit einem Bagger freizuräumen.

Starkregen hält Einsatzkräfte in Melsungen auf Trab – Unwetter hinterlässt Schäden in Nordhessen

Neben der Feuerwehr, die mit mehr als 40 Einsatzkräften mehrere Stunden im Einsatz war, halfen sich die Nachbarn in Melsungen: Sie schützten Hauseingänge mit Brettern oder beseitigten Schlamm mit Schneeschiebern und Schaufeln.

Größere Behinderungen gab es aufgrund des Unwetters auch im Beisetal auf der Straße zwischen Beiseförth und dem Abzweig nach Sipperhausen: Steine, Äste und Geröll gerieten auf die Fahrbahn, die Straße wurde gesperrt. Verletzt wurde niemand. (zot)

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